Das Schweizer Engagement in Afghanistan zielt darauf ab, Armut, menschliches Leid und den Verlust von Menschenleben zu reduzieren. Die Schweiz trägt dazu bei, die Achtung der Menschenrechte zu erhöhen und den Schutz gefährdeter Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Darüber hinaus trägt die Schweiz zur Verbesserung der ländlichen Lebensgrundlagen bei und fördert den Zugang zu qualitativ hochwertiger Grundbildung.

Karte von Afghanistan
©DEZA 2014 Natural Earth

In den letzten vier Jahrzehnten war Afghanistan Schauplatz von verschiedenen bewaffneten Konflikten. Die lange Zeit des Krieges hat enormes menschliches Leid verursacht. Die Institutionen wurden geschwächt und die wirtschaftliche und soziale Entwicklung wurde behindert. Afghanistan gehört heute zu den ärmsten und fragilsten Ländern der Welt. Dennoch wurden seit 2001 wichtige Fortschritte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, ländliche Entwicklung, Justiz und gute Regierungsführung erzielt. Eine weitere internationale Unterstützung der afghanischen Reformagenda ist enorm wichtig, um die bisher erreichten Resultate zu erhalten und sicherzustellen, dass alle Afghaninnen und Afghanen gleichermassen von diesen Fortschritten profitieren können.

Die Schweiz zeichnet sich in Afghanistan durch ihre langjährige Erfahrung und durch die hohe Qualität der umgesetzten Projekte aus. Auch genießt die Schweiz großes Vertrauen, seitens der Regierung wie auch seitens der Bevölkerung. Ziel der Schweizer Kooperationsstrategie für Afghanistan 2019-2022 ist es, Armut, menschliches Leid und den Verlust von Menschenleben in Afghanistan zu reduzieren. Sie fördert eine friedliche Gesellschaft mit rechtsstaatlichen und bürgernahen Institutionen, welche sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientieren. Die Aktivitäten der Schweiz richten sich auf drei miteinander verbundene Bereiche aus: 1) Rechtsstaatlichkeit und Schutz 2) Landwirtschaft und Management natürlicher Ressourcen und 3) Grundbildung.

Rechtsstaatlichkeit und Schutz

Die Schweiz trägt zur Förderung und zum Schutz der Menschenrechte bei. Sie unterstützt die nationale Menschenrechtskommission und Organisationen der Zivilgesellschaft in diesem Bereich. Auch trägt die Schweiz dazu bei, das Vertrauen zwischen der Bevölkerung und der afghanischen Regierung zu stärken, indem sie den Zugang zu Justizdienstleistungen für Frauen und Männer verbessert und institutionelle Reformen des Jusitzsystem unterstützt. So hat die Schweiz zur Etablierung von Gerichtshöfen in 16 Provinzen beigetragen, welche auf Rechtsprechung bei Gewalt gegen Frauen spezialisiert sind.  Weiter leistet die Schweiz über die wichtigsten humanitären Organisationen des Landes einen Beitrag zur lebensrettenden Hilfe. Auf der politischen Ebene setzt sich die Schweiz für den Schutz und die langfristige Wiedereingliederung von intern Vertriebenen und Rückkehrenden ein, sowie auch für einen verbesserten Zugang zu humanitärer Hilfe für Notleidende. 

Landwirtschaft und Management natürlicher Ressourcen

Die Schweiz unterstützt Kleinbauernfamilien in abgelegenen und bergigen Gebieten ihre Produktivität zu steigern und ihre natürlichen Ressourcen nachhaltig zu bewirtschaften. Frauen werden in die Aktivitäten einbezogen, entsprechend den Möglichkeiten in dem teilweise sehr konservativen Umfeld. Mögliche Auswirkungen von Naturgefahren und Klimawandel werden ebenfalls berücksichtigt und durch entsprechende Maßnahmen gemildert. Die Schweiz interveniert hier mehrheitlich indirekt, durch eine Stärkung der öffentlichen Dienstleistungen des afghanischen Staates für die Kleinbauern. Zudem unterstützt die Schweiz das Welternährungsprogramm, welches Nahrungsmittelhilfe leistet und die Vermögensbildung fördert.

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Grundbildung 

Die Rolle der Grundbildung für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Gemeinschaft ist zentral. Die Schweiz setzt sich ein, für die Verbesserung des Zugangs zu einer qualitativ guten Grundbildung für alle. Hierzu werden die betroffenen Gemeinschaften eng in den Schulbetrieb eingebunden. Im Dialog mit Eltern, Lehrern und Dorfgemeinschaften setzt die lokale Regierung Maßnahmen für sichere und förderliche Lernumgebungen um. Zudem stärkt die Schweiz die Aufsichtsbehörden des Bildungssystems: Die Schulen und das Lehrpersonal erhalten Beratung und Unterstützung zur Verbesserung der Qualität der Grundbildung. Kinder, die vom Konklikt betroffen sind, haben dank spezifischen humanitären Massnahmen Zugang zu Bildung in einem sicheren Umfeld.

Grundbildung und Berufsbildung

Herangehensweise und Partner

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe der Schweiz in Afghanistan ergänzen sich gegenseitig. Bei der Entwicklungszusammenarbeit liegt der Fokus auf den strukturellen Herausforderungen, während die humanitäre Hilfe in Krisensituationen eingesetzt wird. Umsetzungspartner sind UN-Institutionen, sowie afghanische, schweizerische und internationale Nichtregierungsorganisationen.

Projekte

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AfDB/AfDF: Afrikanische Entwicklungsbank / Afrikanischer Entwicklungsfonds – Core Contribution

01.05.2014 - 31.12.2023

Aufgabe der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) und des Afrikanischen Entwicklungsfonds (AfDF) ist es, nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Afrika zu fördern, indem sie gute Regierungsführung, die Entwicklung des Privatsektors, die Infrastruktur sowie Hochschul- und Berufsbildung unterstützen. Die Schweiz unterstützt den AfDF seit seiner Gründung 1972 und ist Mitglied seit 1982.

Land/Region Thema Periode Budget
Afrika
Andere
Nicht spezifizierter Sektor
OTHER MULTISECTOR
Multisektorielle Hilfe

01.05.2014 - 31.12.2023


CHF 207'759'519



Geplantes Projekt

Retain Access in Afghanistan (RAA)

01.01.2023 - 31.12.2030

The security situation in Afghanistan remains a major concern for humanitarian and development actors. To continue their vital work in favour of the poor and vulnerable, they depend on reliable security reports and advisory services, on independent analyses of political events and trends, and on physical access to remote and conflict-affected areas. Through the Retain Access in Afghanistan Programme, the SDC will continue its support to three organisations that provide these essential services under a programmatic approach, strengthening the humanitarian-development nexus.


Agricultural Services and Livelihood Improvement (ASLI)

01.10.2020 - 31.07.2028

Farming households in the Central Highlands of Afghanistan suffer from high levels of poverty and food insecurity. Their agricultural productivity remains low due to insufficient access to inputs and information. The Agricultural Services and Livelihood Improvement (ASLI) project aims to improve the livelihoods of poor rural families by strengthening the public extension system at subnational level to enable targeted, demand-driven agricultural service delivery.


Geplantes Projekt
Geplantes Projekt

FarhangSara - Promotion of Cultural and Artistic Expressions to Strengthen Shared and Diverse Values as well as Peaceful Interactions

01.07.2019 - 30.06.2025

The project aims to strengthen shared and diverse values as well as peaceful interaction among people through cultural and artistic expressions. The project will particularly promote cultural and artistic forms that have been neglected. It will work with female and male artists as well as cultural and art organizations/institutions (public and private). It will promote the active participation of the society at large in cultural activities.


Mainstreaming Ecological Organic Agriculture (EOA) into Agricultural Systems in Africa

01.05.2019 - 30.04.2023

Current agricultural and food systems rely greatly on non-renewable external inputs, impact negatively on soils, water, biodiversity, nutrition and health. Switzerland supports the Ecological Organic Agriculture Initiative that promotes a viable alternative in Africa to ensure sustainable agricultural development, food and nutrition security of smallholder farmers in an environmentally sustainable manner, thereby contributing towards a more sustainable global food system.


Geplantes Projekt

Afghanistan Quality Learning (AQL)

01.03.2019 - 28.02.2029

The project will improve the quality of education in Afghanistan. Though it remains low, access to education has improved significantly over the past decade, but the low quality of education is increasingly recognized as a problem. Working through the competent directorates of the Ministry of Education, the project will strengthen methodology and subject-specific knowledge and promote community involvement for school improvements. Girls and boys will benefit from better learning in a conducive environment.


Afghanistan Quality Learning (AQL)

01.03.2019 - 31.03.2023

Though it remains low, access to education in Afghanistan has improved significantly over the past decade. The low standard of education however is a serious problem and impedes the development of the country. Working through the competent directorates of the Ministry of Education, the project therefore aims at improving the quality of education. This, by strengthening methodology and subject specific knowledge and promoting community involvement for school improvements.


Afghanistan: IOM Undocumented Afghan Returnees

15.02.2019 - 31.12.2022

In 2016, over a million Afghans who previously sought refuge in Pakistan and Iran returned to Afghanistan. Since the beginning of 2018, 700,056 undocumented Afghans have returned from both countries, due to diverse push factors including deteriorating protection space. The projecting for the year 2019 of undocumented Afghan returnees will be approx. 49,000 from Pakistan and 570,000 from Iran. The vast majority of them have lived outside of Afghanistan for decades, and are in dire need for humanitarian assistance, which they will receive through this project.


National Human Rights Program for Afghanistan (Afghanistan Independent Human Rights Commission)

01.02.2019 - 31.12.2023

The Afghanistan Independent Human Rights Commission has a constitutional mandate to promote and protect human rights in Afghanistan. The Commission continues the journey of building an Afghan society free of fear and discrimination. It lobbies with the government and other actors and contributes significantly to enhance human rights awareness, education, monitoring and reporting, and to empower Afghan citizens to defend their human rights. Switzerland together with other donors provides financial and when required technical support.


Contribution de programme au Centre Ecologique Albert Schweizer (CEAS) 2019-2020

01.01.2019 - 31.12.2020

CEAS contribue à l’amélioration des conditions de vie par une démarche participative de création des solutions (technique et méthodologique) au service du développement. Pour ce faire, l’ONG met notamment en application le travail d’instituts suisses de recherche (Universités et Hautes Ecoles Supérieurs) et des partenaires locaux. Sa stratégie s’articule autour de: L’accès aux énergies renouvelables pour tous, l’assainissement des déchets, la transformation agroalimentaire et la sensibilisation.


Stay, Deliver and Protect (SDP)

01.01.2019 - 31.12.2022

Afghanistan continues to face a protracted humanitarian crisis. Armed conflict results in large-scale population displacements and a high number of civilian casualties. Insecurity causes significant challenges to humanitarian access and responses, especially where they are needed most. "Stay, Deliver and Protect" aims to facilitate humanitarian access and to promote protection of education, protection of civilians, psychosocial support and humanitarian coordination in conflict-affected communities.

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