Förderung des Privatsektors und Schaffung von Arbeitsplätzen für Junge in Nordmazedonien

Projekt abgeschlossen
Biljana, Mitbegründerin der Bio-Genossenschaft «Unsere gute Erde», hält eine Kiste mit Biofrüchten und gemüse.
Biljana, Mitbegründerin der Bio-Genossenschaft «Unsere gute Erde». © DEZA

Die Arbeitslosigkeit in Nordmazedonien ist sehr hoch, vor allem bei jungen Menschen und Frauen. Ein Grossteil der Bevölkerung ist von Armut betroffen. Vor diesem Hintergrund setzt sich die Schweiz für die Unternehmensförderung und die Verbesserung der Qualität von Produkten und Dienstleistungen ein. Dazu stärkt sie kleine und mittlere Unternehmen in gewissen Sektoren.

Land/Region Thema Periode Budget
Mazedonien
Beschäftigung & Wirtschaftsentwicklung
Schaffung von Arbeitsplätzen
01.11.2013 - 31.07.2019
CHF 7'500'000

Im Jahr 2013 war über die Hälfte der Jugendlichen Nordmazedoniens arbeitslos, und auch die Armut war hoch. Trotz verschiedener Massnahmen der Regierung wurden bis heute nur bescheidene Fortschritte erzielt. Niedrige Löhne, geringe berufliche Perspektiven und mangelndes Vertrauen in die Zukunft begünstigen die Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte. Dies betrifft fast ein Drittel der Hochschulabgängerinnen und  abgänger. 

Die DEZA engagiert sich in Übereinstimmung mit dem Regierungsprogramm für die Ankurbelung der Wirtschaft von Nordmazedonien. Dabei setzt sie bei den Ursachen an, welche die Schaffung von Arbeitsplätzen behindern. Das von ihr unterstützte Projekt soll das nachhaltige Wachstum der Unternehmen fördern und indirekt zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit beitragen. 

Unterstützung spezifischer Sektoren 

Mit der Fokussierung auf spezifische Sektoren will die DEZA eine bessere Zusammenarbeit und Koordination zwischen den verschiedenen Akteuren erzielen. Sie fördert den Zugang von Unternehmen zu Know-how, Kompetenzen und Technologien und bietet Weiterbildungen an, damit die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Fähigkeiten erwerben können, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. Zu den Projektaktivitäten gehören auch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen und die Förderung der Nachfrage nach lokalen Produkten und Dienstleistungen. Die KMU in den drei Sektoren biologischer Landbau, Tourismus und Informations- und Kommunikationstechnologien erhalten bessere fachliche Unterstützung und können ihre Geschäftspraktiken verbessern. Zudem legt das Projekt besonderes Augenmerk auf die Integration von jungen Menschen und Frauen.

Informations- und Kommunikationstechnologien und biologischer Landbau 

Im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien setzt sich die Regierung für bessere Möglichkeiten für lokale Online-Dienstleister ein, etwa auf dem Gebiet der Verwaltung oder im Gesundheitswesen. Dies erfordert qualifizierte Arbeitskräfte. Das Projekt unterstützt hauptsächlich die marktorientierte Ausbildung von Arbeitskräften, vor allem von Jugendlichen, und hilft lokalen Unternehmen beim Markteintritt.

Beim biologischen Landbau geht es darum, diesen Nischenmarkt durch Fördermassnahmen und technische Hilfe zu stärken. In der Hauptstadt Skopje ist Bio bei gewissen Kundinnen und Kunden seit Kurzem ziemlich gefragt. 

Die Landwirtin Suzanna Dimitrievska hat auf Biolandbau umgestellt. Dank der Schweizer Unterstützung konnte sie Qualitätssamen erwerben und erhielt gute Ratschläge für den Anbau ihrer Bohnen. Sie hofft, ihre Bohnen auch in die Schweiz exportieren zu können, falls sie die Qualitätsstandards erfüllen. Zudem kann sie jetzt ihre Erfahrungen und Kenntnisse an andere Bauern in der Region weitergeben.

Tourismus 

Das Projekt will das Natur- und Kulturerbe fördern, damit mehr Touristinnen und Touristen das Land besuchen. Ziel ist es, das Dienstleistungsangebot auszubauen und die Zusammenarbeit zwischen Hotels, Tourismusbüros, Gemeinden und Reisebüros zu fördern. Die Aktivitäten des Projekts konzentrieren sich auf die Tourismusdestinationen Mavrovo, Ohrid und Kruševo. Da Tourismus ein Saisongeschäft ist, werden die Unternehmen ermuntert, auch Angebote für die Nebensaison zu entwickeln, und erhalten dabei Unterstützung. 

Das Projekt der DEZA ergänzt die Strategie der Regierung, die mehr Arbeitsplätze im Tourismussektor schaffen will.  Bis April 2019 sollten die ausgewählten Unternehmen dank dem Projekt einen zusätzlichen Umsatz von 15 Millionen Franken erzielen.