Eidgenössisches Departement für
auswärtige Angelegenheiten EDA

COVID-19: Das EDA steht in Kontakt mit den Schweizer Staatsangehörigen in China

Weltweit führt das Auftreten des Coronavirus zu Verunsicherung. Die chinesischen Behörden haben Massnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Unter anderem setzten sie in der Provinz Hubei mehrere Städte unter Quarantäne. Das EDA steht in Kontakt mit Schweizer Staatsangehörigen in den betroffenen Regionen. In der Schweiz beobachtet das Bundesamt für Gesundheit die Entwicklung und bereitet sich auf mögliche Szenarien einer weiteren Ausbreitung des neuen Virus vor. Update folgt laufend

Eine Frau und ein Kind gehen in der Ankunftshalle des Flughafens an einem Bildschirm vorbei, der ihre Körpertemperatur anzeigt.

Passagiere, die am Flughafen Kansai nahe der japanischen Stadt Osaka ankommen, werden mit der Wärmekamera geprüft, ob eine erhöhte Körpertemperatur vorliegt. © Keystone

17.02.2020 – 16.00 Uhr

Das EDA steht in Kontakt mit den Schweizer Staatsangehörigen in China

Derzeit sind in China rund 3500 Schweizerinnen und Schweizer bei den Schweizer Vertretungen angemeldet. Mit ihnen steht das EDA in Kontakt. Die Schweizer Botschaft in China und die Generalkonsulate unterstützen sie bei Bedarf im Rahmen des Konsularischen Schutzes.

Das gilt namentlich auch für die Schweizer Bürgerinnen und Büärger, die sich noch in der Region Hubei und in der Stadt Wuhan befinden. Mit ihnen steht das EDA in regelmässigem, zum Teil täglichen Kontakt.

Die Schweizer Staatsangehörigen in China, die sich bei einer Schweizer Vertretung angemeldet haben, wurden bislang mittels mehrerer Rundschreiben informiert. Darin wurden sie auch darauf aufmerksam gemacht, dass Schweizer Staatsangehörige, die das Land verlassen möchten, die Reise in eigener Verantwortung vorbereiten und durchführen müssen.

Ausserdem wurden die Schweizer Bürgerinnen und Bürger in China, die sich auf der Itineris-Plattform angemeldet haben, durch mehrere Mitteilungen auf die Reiseempfehlungen des Bundesamts für Gesundheit und die Reisehinweise des EDA aufmerksam gemacht. Die Reisehinweise werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

16.02.2020 – 15.30 Uhr

Fünf Schweizer Staatsangehörige und ihre drei engsten Familienangehörigen, die sich nach ihrer Rückkehr aus der Provinz Hubei in Südfrankreich in Quarantäne befunden hatten, sind in die Schweiz zurückgereist. Sie sind bei guter Gesundheit.

Das EDA hat ihre Rückreise im Bus von Aix-en-Provence mit Unterstützung ihrer Partner beim Bund organisiert. Sechs der acht Personen, die sich in Quarantäne befunden hatten, haben das Angebot der Rückreise angenommen.

Bei ihrer Abreise war das Team des Schweizer Generalkonsulats von Marseille vor Ort, das bereits während der gesamten Quarantänephase mit ihnen in Kontakt gestanden war. Der Schweizer Generalkonsul hatte die Schweizer Staatsangehörigen während ihres Aufenthalts in Südfrankreich auch mehrere Male besuchen können und hat ihnen unter anderem Bücher gebracht. Sie konnten während diese Phase auch problemlos mit ihren Familienangehörigen kommunizieren.

16.02.2020 – 14.00 Uhr

Das Schweizer Ehepaar, das sich an Bord der Diamond Princess befindet, ist nach wie vor wohlauf. Sie freuen sich über das baldige Ende der Quarantäne und haben die Rückreise in die Schweiz organisiert.

14.02.2020 – 16.00 Uhr

Die Schweizer Staatsangehörigen, die sich derzeit in Südfrankreich in Quarantäne befinden, können voraussichtlich am kommenden Sonntag in die Schweiz zurückkehren. Ihnen gehe es gut, sagte Serge Bavaud, der stellvertretende Chef des Krisenmanagement-Zentrums (KMZ) des EDA, an einer Medienkonferenz des Bundesamts für Gesundheit. Die Quarantänephase endet am 15. Februar 2020 um Mitternacht.

Das EDA organisiert die Rückreise der Schweizer Staatsangehörigen und ihrer engsten Familienangehörigen. Nach Ablauf der Quarantänezeit werden sechs der acht Personen auf dem Landweg in die Schweiz zurückgebracht.

Im Kontakt zu Schweizer Staatsangehörigen in China…

In China sind rund 3500 Schweizer Staatsangehörige bei den Schweizer Vertretungen angemeldet, darunter auch in der betroffenen Region Hubei und in der Stadt Wuhan. Die Botschaft und die Konsulate stehen in Kontakt mit ihnen und unterstützen sie bei Bedarf im Rahmen des Konsularschutzes.

…und auf Kreuzfahrtschiffen

Dem Schweizer Ehepaar, das sich gegenwärtig auf dem unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff in Yokohama befindet, geht es gut. Das EDA steht mit dem Ehepaar in Kontakt und lässt ihm nach Möglichkeit über die japanischen Behörden zukommen, was es benötigt. Wann auf dem Schiff die Quarantänephase endet, liegt in der Entscheidung der japanischen Behörden.

Auch andere Kreuzfahrtschiffe im asiatischen Raum wurden unter Quarantäne gesetzt oder können aufgrund von restriktiven Bestimmungen der lokalen Behörden nicht die von der Reiseroute vorgesehenen Häfen anlaufen können. Das EDA verfolgt die Lage der Kreuzfahrtschiffe in enger Zusammenarbeit mit ihren Auslandvertretungen. Wo sich unter den Passagieren hilfsbedürftige Schweizer Staatsangehörige befinden, unterstützt das EDA bei Bedarf im Rahmen des Konsularschutzes.

Aus «Coronavirus» wird «COVID-19»

An der Medienkonferenz gab das Bundesamt für Gesundheit bekannt, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO den Namen des Coronavirus geändert hat. Der offizielle Name des neuen Coronavirus lautet nun «COVID-19». CO steht für Corona, VI für Virus, D für Krankheit (disease) und 19 für das Jahr, in dem es auftauchte.

14.02.2020 – 11.00 Uhr

Lage von Kreuzfahrtschiffen im asiatischen Raum

Das EDA verfolgt im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise in enger Zusammenarbeit mit ihren Auslandvertretungen die Lage von Kreuzfahrtschiffen, die insbesondere im asiatischen Raum aufgrund von restriktiven Bestimmungen der lokalen Behörden nicht die von der Reiseroute vorgesehenen Häfen anlaufen können oder sogar unter Quarantäne gesetzt werden.

Dort, wo sich unter den Passagieren hilfsbedürftige Schweizer Staatsangehörige befinden, unterstützt das EDA bei Bedarf im Rahmen des Konsularschutzes.

13.02.2020 – 13.30 Uhr

Den Schweizer Staatsangehörigen auf dem Kreuzfahrtschiff in Yokohama geht es den Umständen entsprechend gut. Fragen an das Krisenmanagement-Zentum (KMZ) des EDA.

In welcher Form stehen Sie in Kontakt mit den beiden Schweizer Staatsangehörigen, die sich auf dem Kreuzfahrtschiff in Quarantäne befinden?
Die Schweizer Vertretung in Japan steht mit den beiden Personen regelmässig via Mail, Skype und Telefon in Kontakt. Die Personen sind den Umständen entsprechend wohlauf und können sich bei Bedarf jederzeit an die Vertretung wenden.

Können Sie sicherstellen, dass die beiden Schweizer Medikamente oder andere Dinge (Bücher etc.) erhalten, die sie brauchen?
Die Schweizer Vertretung in Japan stellt über die verantwortlichen japanischen Behörden sicher, dass das Schweizer Ehepaar, die Dinge erhält, die es benötigt.

Wann wird die Quarantäne voraussichtlich enden?
Dieser Entscheid obliegt den japanischen Behörden.

11.02.2020 – 14:15 Uhr

Auf dem Kreuzfahrtschiff, das wegen Coronavirus-Verdachtsfällen derzeit in Yokohama unter Quarantäne steht, sind laut dem japanischen Gesundheitsministerium weitere Fälle von Coronavirus-Ansteckungen bestätigt worden.

Die zwei Schweizer Staatsangehörigen, die sich ebenfalls auf dem Schiff befinden, sind nach wie vor wohlauf. Das EDA steht mit ihnen in regelmässigem Kontakt.

07.02.2020 – 14:45 Uhr

An der Medienkonferenz des Bundesamts für Gesundheit erläuterte der Chef des Krisenmanagementzentrums KMZ im EDA, Hans-Peter Lenz, die aktuelle Situation für die Schweizerinnen und Schweizer im Ausland.

Gemäss Hans-Peter Lenz hat das EDA keine Kenntnisse von weiteren Ausreisewünschen von Schweizer Staatsangehörigen. Die Schweizer Vertretungen in China sind erreichbar, wenn Schweizerinnen und Schweizer einen Kontakt wünschen. Das gelte auch für Personen aus dem Fürstentum Liechtenstein. Weil in Yokohama und Hong Kong je ein Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne steht, sind auch Schweizer Aussenvertretungen ausserhalb Chinas im Einsatz. Den Schweizer Staatsangehörigen auf dem Schiff im Hafen von Yokohama gehe es gut. Auf dem Schiff vor Hong Kong befindet sich kein Schweizer Staatsangehöriger.

Kommerzielle Flüge nutzen

Der Chef des KMZ unterstrich, dass ausreisewillige Personen in China möglichst die kommerziellen Flüge nutzten. Schweizer Staatsangehörige seien primär in Eigenverantwortung für ihre Rückreise verantwortlich. «Je nach Situation ist es nicht auszuschliessen, dass die Schweiz nur beschränkt oder gar keine Unterstützung mehr leisten kann», sagte Lenz.

Schweizer Staatsangehörige in Marseille wohlauf

Am vergangenen Wochenende waren fünf Schweizerinnen und Schweizer und drei engste chinesische Familienangehörige mit einem französischen Flugzeug aus China repatriiert worden. Hans-Peter Lenz dankte den französischen Behörden für die Unterstützung bei dieser Ausreise. Den Schweizer Staatsangehörigen, die sich derzeit in Quarantäne in der Nähe von Marseille befinden, gehe es gut. Der Schweizer Generalkonsul habe sie bereits mehrmals besuchen können und ihnen z.B. Bücher vorbeigebracht. Auch könnten sie mit ihren Angehörigen problemlos kommunizieren. «Sie sind alle gesund, wenn vielleicht auch nicht alle gleich glücklich so lange festgehalten zu werden», ergänzte er. Sie würden sich aber alle darauf freuen, nach Ablauf der Quarantänephase in rund einer Woche in die Schweiz zu reisen. Derzeit bereite das EDA die Rückreise von sechs Personen vor, zwei wollten individuell weiterreisen.

06.02.2020 – 10:30 Uhr

Für die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs «Diamond Princess» im Hafen von Yokohama wurde eine Quarantäne von 14 Tagen ausgesprochen. Verantwortlich für deren Betreuung sind die japanischen Gesundheitsbehörden.

Die Schweizer Botschaft in Tokyo ist in Kontakt mit den japanischen Behörden und verfolgt die weitere Entwicklung. Sie steht mit den beiden betroffenen Schweizer Staatsangehörigen in Kontakt. Sie sind wohlauf.

Auf dem Kreuzfahrtschiff im Hafen von Hong Kong befinden sich nach Angaben der Lokalbehörden keine Schweizer.

05.02.2020 – 12Uhr

Vor Hongkong und im Hafen von Yokohama liegen zwei Kreuzfahrtschiffe, die aufgrund von Verdachtsfällen unter Quarantäne stehen. Das EDA hat Abklärungen eingeleitet. Laut Angaben der japanischen Behörden befinden sich zwei Schweizer an Bord des Schiffes vor Yokohama.

Das EDA steht in Kontakt mit den jeweiligen Behörden und verfolgt die weitere Entwicklung.

04.02.2020 – 18 Uhr

Das EDA hat seine Reisehinweise für China aktualisiert. Nebst den Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit BAG erwähnen die Reisehinweise unter anderem mögliche Massnahmen der chinesischen Behörden, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus (2019-nCoV) einzudämmen. In diesem Zusammenhang haben mehrere Fluggesellschaften ihre Flüge nach China eingestellt und es muss damit gerechnet werden, dass weitere Fluggesellschaften ihre Flüge nach China einstellen werden.

Über Vorbereitung und Durchführung einer Reise entscheiden die Reisenden letztlich nach eigenem Ermessen und in Eigenverantwortung. Dasselbe gilt für den Entscheid, wenn jemand das Land verlassen möchte. Die Reisehinweise erwähnen zum Beispiel, sich vor Ort über die lokalen Transportmöglichkeiten zu informieren oder den Reiseveranstalter zu kontaktieren. Wenn jemand das Land verlassen möchten, dann sollen die verfügbaren kommerziellen Transportmittel genutzt werden.

03.02.2020 – 19 Uhr

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA unterstützt die Bekämpfung des Coronavirus in den betroffenen und gefährdeten asiatischen Ländern, insbesondere Regionen und Gemeinden in China mit einem Beitrag von CHF 600'000. Damit reagiert die DEZA auf einen Hilferuf der Internationalen Rotkreuz- und Halbmond-Bewegung und unterstützt die WHO in China und via ihr regionales Büro für den westlichen Pazifik. Der Betrag wird von den DEZA-Bereichen Globale Zusammenarbeit und Humanitäre Hilfe gesprochen.

Beitrag des Bereichs Globale Zusammenarbeit

Der Bereich Globale Zusammenarbeit erhöht mit dem Betrag sein Engagement mit dem WHO China Country Office und dem WHO Regional Office for the Western Pacific um CHF 300'000. Seit 2019 unterstützt die DEZA China und Anrainerstaaten der Belt and Road Initiative, bei der Stärkung lokaler Kapazitäten zur Prävention und Bewältigung von grösseren Epidemien. Die bereits zur Verfügung stehenden Mitteln von rund CHF 250'000 schliessen die Bereitstellung von Informationen und den Nachweis des Virus, das Führen eines Dashboards für die UNO sowie Studien zu den wirtschaftlichen Auswirkungen in den betroffenen Ländern ein. Der zusätzliche Betrag von CHF 300'000 wird für den Bereitschaftsbedarf der Länder in der Region, einschliesslich Vietnam, Laos und Kambodscha, zur Verfügung gestellt.

Beitrag der Humanitären Hilfe

Die Humanitäre Hilfe unterstützt die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung mit zusätzlichen CHF 300’000. Die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung zählt mit ihren 192 Nationalgesellschaften und über 13 Millionen freiwilligen Helfern weltweit als das grösste und in den Gemeinden verankerte humanitäre Netzwerk. Die Nationalgesellschaft ist vor, während und nach einer Krise oder Katastrophe vor Ort und bringt pragmatische, schnelle Hilfe. Sie spielt mit ihrer kulturellen und sozialen Verbundenheit mit den Menschen eine entscheidende Rolle, um die Verbreitung des Virus zu unterbinden. Der Hilfsaufruf soll eine breite Kommunikation zu den Risiken des Virus unterstützen, sowie das Engagement und die Bereitschaft von lokalen Rotkreuzgesellschaften stärken. Die IFRC koordiniert dabei eng mit zuständigen nationalen (Gesundheitsministerien) und internationalen Institutionen (wie WHO, UNICEF etc.) sowie mit regionalen Inter-Agency Plattformen, um eine möglichst effiziente internationale Antwort auf die Krise zu unterstützen.

03.02.2020 – 16 Uhr

Die Schweizer Staatsangehörigen, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag aus Wuhan ausgeflogen worden waren, wurden nach ihrer Repatriierung in einer Unterkunft in der Nähe von Marseille untergebracht und werden dort medizinisch kompetent betreut. Verantwortlich für deren Betreuung ist das französische Gesundheitsministerium.

Das Schweizer Generalkonsulat in Marseille steht mit den Betroffenen in Kontakt. Sie sind alle wohlauf. Das EDA hat keine Hinweise auf Krankheitsfälle bei den Schweizer Staatsangehörigen, die sich in Quarantäne befinden.

02.02.2020 – 14:30 Uhr

Fünf Schweizer Bürgerinnen und Bürger sowie deren drei engste chinesische Familienangehörige, die mit einem Flug der französischen Regierung die chinesische Stadt Wuhan verlassen hatten, sind am frühen Sonntagnachmittag auf einem Militärflugplatz in der Nähe von Marseille gelandet.

Das Flugzeug war in der Nacht von Samstag auf Sonntag aus Wuhan abgeflogen. Das EDA hatte die freiwillige Ausreise dieser Personen in enger Kooperation mit der französischen und chinesischen Regierung vorbereitet. Zwei Passagiere hatten kurz vor dem Abflug selbständig entschieden, vor Ort zu bleiben.

«Herzlichen Dank für Ihre unermüdliche Hilfe! Wir konnten direkt miterleben was es für ein Privileg ist, den Schweizer Pass zu besitzen!»
Schweizer Bürger vor der Ausreise aus Wuhan

Schriftlich zugestimmt

Alle Passagiere haben im Vorfeld der Ausreise den Auflagen der französischen Behörden für die organisierte Ausreise schriftlich zugestimmt. Für die weiteren Abläufe und medizinischen Massnahmen nach Ankunft in Frankreich sind die französischen Behörden zuständig. Die Passagiere müssen sich nun während 14 Tagen in Quarantäne begeben.

Das EDA und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) werden so lange wie nötig weiter mit den französischen Behörden kooperieren. Das EDA stellt über sein Generalkonsulat in Marseille sicher, dass die Schweizer Staatsangehörigen und deren Familienangehörige bei Bedarf weiter unterstützt werden.

Dank an die französischen Behörden

Da in diesem Fall nur eine vergleichsweise geringe Anzahl von Schweizerinnen und Schweizern und deren engsten Angehörigen betroffen ist, hat das EDA prioritär die Zusammenarbeit mit Drittstaaten verfolgt, die aufgrund einer grossen Anzahl von eigenen Staatsangehörigen mehr Mittel einsetzen müssen und können. Die Schweiz dankt den französischen Behörden für ihre Unterstützung zugunsten ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Das EDA verfolgt die Lage im Zusammenhang mit der Verbreitung des Corona-Virus weiterhin aufmerksam und ergreift bei Bedarf die nötigen Massnahmen.

© EDA

Bundesrat Ignazio Cassis dankt Frankreichs Aussenminister und den französischen Behörden für die Unterstützung bei der Ausreise der Schweizer Staatsangehörigen aus Wuhan. Die Ausreise aus China war von der Schweiz und Frankreich in enger Zusammenarbeit vorbereitet worden.

31.01.2020 – 14:30 Uhr 

Erfolgreiche Bemühungen des EDA: Schweizer Staatsangehörige können aus der Provinz Hubei ausreisen

Die Bemühungen des EDA  für eine organisierte Ausreise von Schweizer Staatsangehörigen aus der chinesischen Provinz Hubei tragen Früchte: Die Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die ausreisen wollen, können am Wochenende mit einem Flugzeug nach Frankreich fliegen. «Frankreich ist bereit, die von der Schweiz angefragten Personen mitzunehmen», sagte Hans-Peter Lenz, Chef des Krisenmanagementzentrums KMZ des EDA an der Medienkonferenz des Bundesamts für Gesundheit (BAG) in Bern. «Es ist nun an den Schweizerinnen und Schweizern zu entscheiden, ob sie dieses Angebot annehmen wollen oder nicht», so Lenz. Das EDA hat einen Reisebus organisiert, der die ausreisewilligen Schweizerinnen und Schweizer zum französischen Konsulat nach Wuhan bringt. Freie Plätze können auch von Angehörigen anderer Staaten genutzt werden, sagte der Chef des KMZ. Hier könne die Schweiz auch einen Beitrag für andere Staaten leisten. 

Flug voraussichtlich am Wochenende

14 Schweizer Staatsangehörige hatten gegenüber der Schweizer Vertretung in Beijing wegen einer Ausreise angefragt. Zehn von ihnen überlegen nun konkret, das Ausreise-Angebot anzunehmen. 

Wann der Flug durchgeführt ist, sei noch offen. Nach derzeitigem Stand der Planung fliegt das Flugzeug voraussichtlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag Richtung Frankreich ab.

Nach der Ankunft werden die Passagiere während 14 Tagen in Quarantäne gehalten werden, voraussichtlich in Südfrankreich . «Die Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die das Angebot zur Ausreise annehmen wollen, haben zur Kenntnis genommen, dass es diese Quarantäne gibt», so der KMZ-Chef. 

Rund 4000 Schweizer Staatsangehörige in China angemeldet

Im Auslandschweizerregister sind zurzeit für China 4112 Schweizerinnen und Schweizer mit ihren teilweise ausländischen Familienangehörigen eingetragen. Der bei weitem grösste Teil von ihnen ist in Hong Kong angemeldet, das bisher weit weniger vom Coronavirus betroffen ist. 

In der Provinz Hubei leben zehn Schweizer Staatsangehörige. Die Hälfte von ihnen war am 23. Januar, als Wuhan unter Quarantäne gestellt wurde, nicht im Land. Das EDA war auch von Schweizern kontaktiert worden, die sich temporär in der Provinz Hubei aufhalten. 

31.01.2020 – 14 Uhr 

Medienkonferenz, 31. Januar 2020, 14 Uhr

  • Pascal Strupler, Direktor BAG
  • Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten, BAG
  • Virginie Masserey, Abteilung übertragbare Krankheiten, BAG
  • Hans-Peter Lenz, Chef Krisenmanagementzentrum EDA 

29.01.2020 – 18 Uhr 

Wir prüfen Optionen für eine Ausreise von Schweizer Staatsangehörigen
Hans-Peter Lenz, Chef Krisenmanagementzentrum EDA
Hans-Peter Lenz, Chef des Krisenmanagementzentrums KMZ im EDA ©EDA

Hans-Peter Lenz, Chef des Krisenmanagementzentrums (KMZ) des EDA in Bern, erklärt, welche Schritte unternommen werden, damit ausreisewillige Schweizer Bürgerinnen und Bürger die Region um die chinesische Stadt Wuhan verlassen können.

Welche Vorgaben und Überlegungen stehen im Vordergrund, wenn das EDA (KMZ) Optionen für eine organisierte Ausreise von Schweizer Staatsangehörigen abklärt?

Wenn nur eine vergleichsweise geringe Anzahl von Schweizerinnen und Schweizern betroffen ist, prüfen wir in erster Linie Zusammenarbeitsmöglichkeiten mit Partnerstaaten, die aufgrund einer grossen Anzahl von eigenen Staatsangehörigen mehr Mittel einsetzen müssen und können. Dabei muss die Schweiz in Betracht ziehen, dass die Kapazitäten der Partnerstaaten nicht unbeschränkt sind und die praktische Umsetzung, zum Beispiel bei der Logistik, für alle Parteien komplex ist. Daneben gibt es natürlich auch Vorgaben und Anweisungen der lokalen Behörden, über die sich die Staaten, welche die Durchführung von organisierten Ausreisen planen, nicht hinwegsetzen können.

Zwei Aspekte sind hier noch wichtig zu erwähnen: Zum einen ist es für das EDA selbstverständlich, dass es Schweizer Staatsangehörigen im Ausland in Krisensituationen im Rahmen des Möglichen Beistand leistet. Grundlage dafür ist das Auslandschweizergesetz. Laut diesem Gesetz können Schweizer Staatsangehörige aber kein Anrecht auf eine organisierte Ausreise aus einem Krisengebiet geltend machen. Zweitens erfolgt eine organisierte Ausreise immer auf freiwilliger Basis und ist für die Nutzniesser und Nutzniesserinnen mit Kosten und Auflagen verbunden. Eine Auflage könnte für Schweizer Staatsangehörige, die von der organisierten Ausreise durch einen Partnerstaat profitieren, zum Beispiel sein, dass sie sich - etwa bei den Quarantäne-Bestimmungen - an dessen Anweisungen und Auflagen halten müssen.

Wo können sich Schweizer Staatsangehörige melden, um vom EDA Informationen zu ihrer Situation zu erhalten?

Durchreisende und angemeldete Schweizer Staatsangehörige in China können sich jederzeit an die Schweizer Botschaft in Peking, an eines der Generalkonsulate oder an die Helpline des EDA wenden.

Inwiefern ist die Situation in Wuhan speziell?

Die Situation ist einzigartig, weil mit Wuhan eine 11-Millionen-Stadt unter Quarantäne steht. Menschen die sich dort aufhalten - chinesische und ausländische Staatsangehörige -, sind eingeschlossen und können die Stadt bis auf weiteres nicht verlassen.

Wie steht das EDA in Kontakt mit den chinesischen Behörden und den Partnerstaaten?

Organisierte Ausreisen von ausländischen Staatsangehörigen erfolgen in Zusammenarbeit und Koordination mit den chinesischen Behörden. Diese setzen alles daran, um die weitere Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Dabei wenden sie strenge Auflagen an, die sich auch auf die Ausreise von ausländischen Staatsangehörigen auswirken und diese teilweise verzögern. Die Schweizer Botschaft in Peking verfolgt das Krisenmanagement der lokalen Behörden aufmerksam und arbeitet mit den Partnerstaaten darauf hin, dass Ausreisen möglichst rasch realisiert werden können.

Da die Zahl der Schweizer Staatsangehörigen, die aus Wuhan und der betroffenen Region ausreisen möchten, vergleichsweise gering ist, arbeitet die Schweiz mit Partnerstaaten zusammen, die aufgrund einer grossen Anzahl von eigenen Staatsangehörigen in den betroffenen Regionen mehr Mittel einsetzen müssen und können. Sowohl die Botschaft in Peking als auch die Zentrale in Bern stehen mit den Vertretern der Partnerstaaten mit Blick auf die praktische Umsetzung einer allfälligen organisierten Ausreise von Schweizer Staatsangehörigen in Kontakt.

29.01.2020 – 14.30 Uhr

Bislang keine Schweizer betroffen

Seit dem ersten Auftreten des neuen Coronavirus sind gemäss Behördenangaben inzwischen mehrere Tausend Erkrankungsfälle mittels eines Labornachweises bestätigt. Über 100 Patientinnen und Patienten sind bisher verstorben. Inzwischen ist das Virus auch in anderen Ländern aufgetreten.

Die Ausbreitung des Virus sorgt auch bei Schweizer Bürgerinnen und Bürgern für Verunsicherung. Bislang liegen dem EDA keine Informationen vor, dass Schweizer Staatsangehörige in China gesundheitlich betroffen wären. Das EDA empfiehlt den reisenden und ortsansässigen Schweizer Staatsangerhörigen, sich auf fachlich spezialisierten Internet-Seiten und via die lokalen Behörden über das Coronavirus zu informieren und sich vom Hausarzt oder einem Institut für Reisemedizin beraten zu lassen.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verfügt über das medizinische Fachwissen und publiziert zum neuen Coronavirus regelmässig aktuelle Informationen unter diesem Link.

EDA verfolgt die Lage

Auch das EDA verfolgt die Lage in China aufmerksam und steht kontinuierlich mit seinen Auslandvertretungen in Kontakt. Die Schweizer Botschaft in Beijing ihrerseits steht in regelmässigem Kontakt mit Schweizer Staatsangehörigen, die sich zurzeit in Gebieten aufhalten, welche unter Quarantäne stehen.

Unter den Schweizer Bürgerinnen und Bürgern in China befinden sich Personen, die ausreisen wollen. Das EDA prüft Optionen für deren Ausreise und steht über die Schweizer Botschaft in Beijing in Kontakt mit den chinesischen Behörden und mit Staaten, die ebenfalls Staatsangehörige vor Ort haben. Das EDA tauscht sich laufend mit Partnerstaaten aus, um die Modalitäten einer möglichen Ausreise von Schweizer Staatsangehörigen zu besprechen.

Das Auslandschweizergesetz (ASG) sieht vor, dass das EDA Schweizer Staatsangehörigen im Ausland in Krisensituationen im Rahmen des Möglichen Beistand leistet. Ein Anrecht für Schweizer Staatsangehörige auf eine organisierte Ausreise aus einem Krisengebiet besteht allerdings nicht. Wo möglich und sinnvoll, ist die organisierte Ausreise von Schweizer Staatsangehörigen in Zusammenarbeit mit Drittstaaten und /oder internationalen Organisationen durchzuführen.

Reisehinweise des EDA und konsularischer Schutz

Die Reisehinweise des EDA konzentrieren sich auf sicherheitsrelevante Informationen in den Bereichen Politik und Kriminalität. Sie enthalten eine Einschätzung möglicher Risiken und empfehlen gewisse Vorsichtsmassnahmen. Für Informationen über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen verweisen die Reisehinweise auf ärztliches Personal und Impfzentren. Das EDA kann Schweizer Staatsangehörige in Notlagen im Rahmen des konsularischen Schutzes gemäss Auslandschweizerverordnung (V-ASG) unterstützen. Bei Krankheit vermittelt es beispielsweise Kontakte zu Notfalldiensten, Ärzten oder Spitälern.

Reisehinweise des EDA

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