Eidgenössisches Departement für
auswärtige Angelegenheiten EDA

Verantwortung im Innern, Absprache gegen Aussen

Im Interview mit «Tele Ticino» hat Bundesrat Cassis das Verantwortungsbewusstsein der Menschen in der Schweiz gelobt. Besonnenheit ist auch bei den Grenzöffnungen wichtig: Jeder Schritt müsse mit den Nachbarstaaten abgesprochen sein, so der Vorsteher des EDA. Immerhin habe COVID-19 auch gezeigt, dass die Schweiz über flexible Instrumente verfüge, um auf die Krise zu reagieren. Wenn nötig, könne sie auch die Grenzen schliessen.

27.05.2020
Ein Porträt-Bild von Bundesrat Cassis mit einem grafischen Motiv, das auf ein Interview hinweist.

Bundesrat Cassis hat gegenüber «Tele Ticino» das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger gelobt. Das brauche es auch weiterhin, um das Virus zu besiegen. © EDA

COVID-19 hat gezeigt, dass es der Schweiz auch als Schengen-Mitglied und mit der Personenfreizügigkeit möglich ist, Grenzen zu schliessen. «Die Instrumente sind flexibel genug, um auf die Krise zu reagieren», sagte Bundesrat Ignazio Cassis im Interview mit dem Fernsehsender «Tele Ticino». Werden die Grenzen wieder geöffnet, müsse das koordiniert sein: «Es ist eine Sache der Absprache/E un lavoro di concertazione», sagte der Vorsteher des Eidgenössischen Departements. Eine Grenzöffnung betrifft nie nur einen Staat, sondern immer zwei.

Der Kontakt mit den anderen Staaten, namentlich mit den Nachbarstaaten der Schweiz, war laut Bundesrat Cassis die erste Aufgabe des EDA nach Ausbruch der Krise. Dadurch konnte nicht nur die Arbeit besser koordiniert werden. Es war auch die Voraussetzung, um Probleme zu lösen - zum Beispiel als Waren, die für die Schweiz bestimmt waren, am Zoll blockiert wurden. Auch bei der Vorbereitung der Rückholflüge waren direkte Kontakte wichtig, um die erforderlichen Landebewilligungen für die Flugzeuge zu erhalten. In verschiedenen Fällen hat Bundesrat Cassis direkt mit Aussenministern gesprochen, um die Rückholflüge möglich zu machen. Nun liegt der Fokus des EDA auf dem Kontakt zu den Schweizerinnen und Schweizern, die nicht in die Schweiz zurückkehren konnten oder wollten, sowie zu den Auslandschweizerinnen und –schweizern. Bundesrat Cassis erinnerte daran, dass Schweizerinnen und Schweizer pro Jahr insgesamt rund 16 Mio. Auslandreisen mit mindestens einer Übernachtung machen.

Er selbst werde in den Sommerferien nicht ins Ausland reisen, sagte Bundesrat Cassis: «Da ich praktisch in Bern lebe, ist für mich sakrosankt: Den Sommer, die Ferien verbringe ich zu Haus, im Tessin!»

Wie es mit der Pandemie weitergeht, liegt auch am Verhalten jedes und jeder einzelnen. «Wir haben zweieinhalb Monate lang sehr verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger gesehen. Wir vertrauen darauf, dass wir sie weiterhin sehen werden», sagte Bundesrat Cassis. «Damit wir gegen das Virus gewinnen können.»

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