Eidgenössisches Departement für
auswärtige Angelegenheiten EDA

Wo sind die Frauen?

50 Jahre nach dem Einzug in die Politik sind die Frauen auch im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) immer besser vertreten. Gespräch mit Staatssekretärin Livia Leu und DR-Direktorin Tania Cavassini.

02.09.2021
Schweizer Briefmarke zum 50-Jahr-Jubiläum des Frauenstimm- und  wahlrechts.

Nach einer Volksabstimmung im Jahr 1971 erhalten die Schweizer Frauen das Stimm- und Wahlrecht. © Keystone

Zum 50-Jahr-Jubiläum des Schweizer Frauenstimmrechts sprechen Staatssekretärin Livia Leu und DR-Direktorin Tania Cavassini über den gestiegenen Frauenanteil im EDA. Die erfreuliche Entwicklung ist jedoch kein Grund, die Hände in den Schoss zu legen.

Porträts von Livia Leu und Tania Cavassini.
Livia Leu (links) und Tania Cavassini. © EDA

«Frauen haben uns den Weg geebnet»

7. Februar 1971: Die Schweizer Frauen erlangen das Stimm- und Wahlrecht. Damit steht ihnen der Weg in die Politik offen. «Die Entwicklung zu mehr Chancengleichheit in der Bundesverwaltung ist erfreulich. Das 50-Jahr-Jubiläum des Frauenstimmrechts dieses Jahr hat uns daran erinnert, wie jung der effektive Einbezug der Frauen in die Politik unseres Landes ist», sagt die Staatssekretärin.

Auch im EDA ist die ausgeglichene Vertretung der Geschlechter auf allen Hierarchiestufen ein jüngeres Phänomen. «Auch bei uns gab es mutige Pionierinnen, etwa Francesca Pometta, die 1956 als erste Diplomatin ins EDA eingetreten ist, gefolgt von Marianne von Grünigen. Sie und andere haben uns den Weg geebnet.»

Auch Tania Cavassini, die seit 2019 die Direktion für Ressourcen leitet, freut sich über die Fortschritte: «Als ich vor 30 Jahren in der Bundesverwaltung anfing, gab es keine Frauen in Führungspositionen. Ich freue mich deshalb über den gestiegenen Frauenanteil in allen Bereichen der Schweizer Aussenpolitik.»

50 Jahre Frauenstimm- und Wahlrecht – Video-Statement von Staatssekretärin Livi Leu

Anstrengungen des EDA zahlen sich aus

Auch in höheren Funktionen gibt es im EDA heute mehr und mehr Frauen. Derzeit werden drei von vier Direktionen und das Staatssekretariat von Frauen geleitet. Auf Bundesebene gibt es vier Staatssekretärinnen (und ab dem 1. Januar 2022 sogar fünf).

«In Bezug auf die Vertretung der Geschlechter besteht derzeit der grösste Handlungsbedarf beim Topkader unterhalb der Departementsleitung. Erfreulicherweise nähern wir uns auch im Staatssekretariat der Parität mit 6 Abteilungschefinnen und 8 Abteilungschefs. Der Anteil der Frauen beim Topkader im Departement lag 2009 erst bei rund 12%. Ende 2020 ist er auf rund 26% gestiegen», fügt Livia Leu an.

«Mir ist wichtig, dass wir uns nach aussen wirkungsvoll für die Interessen der Schweiz engagieren und nach innen eine respektvolle, diskriminierungsfreie und inklusive Departementskultur pflegen.»

Ein paar Zahlen

Der Frauenanteil im EDA hat sich in 10 Jahren von 47 % auf 52 % erhöht:

  • Mittlere und obere Kader: 43 %
  • Topkader: 26 %
  • Führungspositionen: 34 %
  • Missionschefinnen: 20 %
  • Botschafterinnen: 24 %

(EDA - Zahlen für das Jahr 2020)

Aktionsplan 2021–2028

Das EDA wird einen neuen Aktionsplan Chancengleichheit für den Zeitraum 2021–2028 ausarbeiten, in dem eine Bilanz des ersten Aktionsplans 2010–2020 gezogen und die Leitlinien für die kommenden Jahre festgelegt werden sollen.

Das EDA will den eingeschlagenen Kurs weiterverfolgen. Laut Livia Leu gibt es noch viel zu tun. «Wir führen unsere Anstrengungen auf allen Ebenen weiter, von der Rekrutierung über die Personalentwicklung bis zur Wahl der besten Führungskräfte.»

Die DR-Direktorin betont, wie wichtig es ist, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und auf allen Stufen für Parität zu sorgen. «Wir wollen zum Beispiel mehr Missionschefinnen im Aussennetz haben», sagt Tania Cavassini.

Reichtum der Diversität  

Tania Cavassini unterstreicht allgemein, wie wichtig und bereichernd die Diversität im EDA ist. Dank dieser Vielfalt kann das Departement optimal funktionieren und die aussenpolitischen Ziele der Schweiz umsetzen.

«Neben der Geschlechterparität ist mir auch die Vielfalt der Werdegänge wichtig. Vielfältige Teams sind ein Schlüssel für Kreativität und Leistung. Diversität bedeutet unterschiedliche Ausbildungen sowie kulturelle und sprachliche Vielfalt», meint sie weiter.

Die vom EJPD organisierte offizielle Feier zum 50-Jahr-Jubiläum findet am 2. September 2021 im Parlamentsgebäude statt. Sie war ursprünglich für den 4. Februar 2021 geplant, musste aber wegen der Covid-19-Pandemie verschoben werden.

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