Eidgenössisches Departement für
auswärtige Angelegenheiten EDA

Warum unterstützt die Schweiz die grösste humanitäre Organisation der Welt?

An 365 Tagen im Jahr stehen auf der ganzen Welt humanitäre Helferinnen und Helfer für Millionen von Menschen im Einsatz. Infolge der COVID-19-Pandemie ist der weltweite Bedarf weiter gestiegen.Am 8. Mai feiern wir den Welttag des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds. Aus diesem Anlass erinnert das EDA an die Zusammenarbeit der Schweiz mit der wichtigsten humanitären Organisation der Welt bei der Umsetzung ihrer Ziele im humanitären Bereich.

Eine Afrikanerin mit Maske und orangefarbener Weste arbeitet in einem Lager, in dem Kisten gestapelt sind.

COVID-19 verschärft andere humanitäre Krisen, so dass die Freiwilligenarbeit vor Ort noch wichtiger wird. © Keystone

Unverzichtbare humanitäre Hilfe, besonders in Zeiten von COVID-19

Am diesjährigen Welttag inmitten der Corona-Gesundheitskrise werden die humanitären Helferinnen und Helfer doppelt gewürdigt.

Der Welttag des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds wird seit über 70 Jahren gefeiert. Jedes Jahr am 8. Mai werden die Arbeit und das Engagement von über 13 Millionen Freiwilligen gewürdigt, die sich auf der ganzen Welt dafür einsetzen, menschliches Leid zu vermeiden und zu lindern. 

Dieses Jahr kommt die COVID-19-Pandemie zur langen Liste der globalen Krisen hinzu. Sie macht die ohnehin schon schlimmen humanitären Situationen noch komplexer, wie die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) erklärt. Die IFRC hat daher dazu aufgerufen, die freiwilligen Helferinnen und Helfer, «die an vorderster Front im Einsatz sind», stärker zu unterstützen.

Als Depositarstaat der Genfer Konventionen von 1949 und als Sitzstaat des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz ist die Schweiz eine langjährige Partnerin der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Anlässlich des Welttags bekräftigt die Schweiz ihr Engagement in diesem Bereich.

Globales Freiwilligennetzwerk – gemäss Experten eine besondere Stärke der humanitären Hilfe

Wir haben zwei Experten der humanitären Hilfe gefragt, warum dieser Tag ihrer Meinung nach wichtig ist, vor allem vor dem Hintergrund der Corona-Gesundheitskrise. Der eine arbeitet in der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz, der andere bei der IFRC.

In der Schweiz wie auch anderswo applaudiert die Bevölkerung dem Pflegepersonal und anderen, die sich für die Bekämpfung von Covid-19 einsetzen. Applaus gebührt auch den Millionen von Freiwilligen der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung in aller Welt. Diese Menschen arbeiten manchmal in bereits sehr schwierigen humanitären Kontexten. Dieser Tag ist eine Hommage an sie. Angesichts einer Pandemie wie der Covid-19-Pandemie ist es wichtig, sich auf Organisationen zu verlassen, die sowohl global agieren, als auch in der Lage sind, ihre Reaktionen an sehr unterschiedliche lokale Gegebenheiten anzupassen. Aus diesem Grund unterstützt die Schweiz die Bewegung und ihre Millionen von Freiwilligen.
Manuel Bessler, Chef der Humanitären Hilfe der Schweiz

Jagan Chapagain, IFRC-Generalsekretär
Video zur unverzichtbaren Freiwilligenarbeit und zur Partnerschaft zwischen der IFRC und der Schweiz.

08.05.2020 - Welttag des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds. Video von Jagan Chapagain, IFRC-Generalsekretär

Die IFRC und die Schweiz

Die Schweiz und die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften richten sich bei ihrem humanitären Engagement nach denselben Grundsätzen: Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit. 

Infolge von COVID-19 hat die Schweiz das gemeinsame Hilfsprogramm mit der IFRC angepasst.

So stellte die Schweiz nach den ersten Aufrufen des IKRK und der IFRC insgesamt 3 Millionen Franken zur Bekämpfung der weltweiten Ausbreitung von COVID-19 bereit. Sie unterstützte auch das Engagement nationaler Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, beispielsweise in den Aufnahmeeinrichtungen für Migrantinnen und Migranten in Griechenland und den Flüchtlingslagern der Rohingya in Bangladesch. Weitere Beiträge zur Abdeckung des wachsenden Bedarfs im Kampf gegen COVID-19 sind geplant.  

Die Schweiz setzt sich für ein starkes multilaterales System ein und ist eine langjährige Partnerin der IFRC. Sie gehört zu den wichtigsten Geldgebern des IKRK und der IFRC und unterhält enge Beziehungen zur Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Dieses Jahr hat sie beispielsweise den Vorsitz der Geber-Beratungsgruppe der IFRC inne.

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