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Die Staaten und die Weltgemeinschaft haben verschiedene Mechanismen entwickelt für die Überwachung, die Berichterstattung und die Tatsachenermittlung bei möglichen Verstössen gegen das Völkerrecht in bewaffneten Konflikten.

Die Tatsache, dass jedes Jahr so viele Menschen verschwinden, stellt nicht nur eine humanitäre Tragödie für die Angehörigen dar, sondern kann auch nachhaltige Auswirkungen auf die Anstrengungen haben, das Vertrauen wiederherzustellen und Missstände in den Gesellschaften zu beseitigen. Darüber hinaus werden die Bemühungen zur Friedenskonsolidierung und die Entwicklungsaussichten untergraben. Immer komplexere Umstände, wie langwierige Konflikte, eine Vielzahl bewaffneter Gruppen sowie umfangreiche Migrationsbewegungen, führen zu einem Anstieg der Zahl vermisster Personen.

Das Verschwinden von Personen ist ein weltweites Phänomen mit verheerenden und lang anhaltenden Auswirkungen auf Familien, Gemeinschaften und ganze Gesellschaften. Wenn ein geliebter Mensch verschwindet, kann die Ungewissheit über sein Schicksal bei den Angehörigen zu einem schweren psychischen Trauma führen. In etlichen Ländern sehen sich die Angehörigen von Vermissten zudem mit erheblichen rechtlichen und administrativen Hürden konfrontiert, wenn sie ein Erbe antreten, Sozialleistungen geltend machen oder wieder heiraten wollen.

Zudem wirkt sich die Problematik der vermissten Personen auch auf den Friedensförderungsprozess aus. Das Verschwinden von Gemeindemitgliedern behindert die Versöhnungsbemühungen oft über Jahrzehnte. Um mit der Vergangenheit abschliessen zu können, muss eine Gemeinschaft oder Gesellschaft das Schicksal ihrer vermissten Mitglieder kennen.

Global Alliance for the Missing

Um Fälle von vermissten Personen zu verhindern oder angemessen darauf zu reagieren, braucht es politischen Willen, einen geeigneten und wirksamen rechtlichen und institutionellen Rahmen, die Zusammenarbeit der Staaten untereinander und mit anderen Akteuren sowie Partnerschaften zur Verbesserung von Wissen und technischen Ressourcen. Zu diesem Zweck haben die Schweiz und das IKRK anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Zentralen Suchdienstes am 11. Mai 2021 die Gründung einer Global Alliance for the Missing angekündigt.

Ziel der Allianz ist es, die kollektiven diplomatischen, politischen und finanziellen Möglichkeiten und den Einfluss der Staaten zu nutzen, um die Prävention von und die Reaktion auf Fälle von vermissten Personen und von Personen, die von ihren Angehörigen getrennt wurden, zu verbessern.

Globale Allianz der Vermissten (IKRK) (en)

150-jähriges Bestehen des Zentralen Suchdienstes (en)

Globale Allianz der Vermissten (PDF, 2 Seiten, 531.7 kB, Englisch)

Letzte Aktualisierung 02.08.2022

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