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auswärtige Angelegenheiten EDA

UNHCR: Schweiz spendet Masken für humanitäre Hilfe vor Ort

Eine Pandemie ist nicht nur eine Gefahr für die Bevölkerung weltweit, sondern stellt auch ein grosses Hindernis für die humanitäre Hilfe dar. Ohne die nötige Schutzausrüstung kann vor Ort keine Hilfe geleistet werden. Um diesem Problem entgegenzuwirken, spendet die Humanitäre Hilfe der Schweiz knapp drei Millionen Masken. Die Hilfsgüter wurden am Dienstag, 08. September 2020, dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) übergeben.

Blick in die Depohalle der Humanitären Hilfe mit gestapelten Kisten auf Transportpaletten.

Im Depot der Humanitären Hilfe werden die Masken für das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) sortiert und für den Transport vorbereitet. © EDA

Seit einigen Wochen gilt im öffentlichen Verkehr der Schweiz eine Maskenpflicht. Auch vereinzelte Institutionen, Schulen oder öffentliche Betriebe setzen als Teil ihres Schutzkonzeptes auf Masken. Hierzulande sind wir in der glücklichen Lage, dass wir genug Schutzausrüstung haben; sowohl für den individuellen Gebrauch im Zug, als auch im beruflichen Kontext wie zum Beispiel in Gesundheitseinrichtungen.

In der humanitären Hilfe haben wir mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Meist sind das unpassierbare Strassen oder anhaltende Feuergefechte. Mit COVID-19 kommt nun noch ein Kontaminationsrisiko hinzu.
Manuel Bessler, Leiter der Humanitären Hilfe Schweiz

Eine Selbstverständlichkeit des Schutzes, die sich nicht alle Menschen auf dieser Welt leisten können. Gerade in afrikanischen Ländern sind Schutzausrüstungen oftmals Mangelware und die hygienischen Möglichkeiten beschränkt. Gerade in von humanitären Krisen stark betroffenen Regionen ist schnelle und unkomplizierte Hilfe vor Ort überlebenswichtig. «In der humanitären Hilfe haben wir mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Meist sind das unpassierbare Strassen oder anhaltende bewaffnete Konflikte. Mit COVID-19 kommt nun noch ein Kontaminationsrisiko hinzu», erklärt Manuel Bessler, Leiter der Humanitären Hilfe Schweiz.

Mangel an Masken gefährdet humanitäre Hilfe weltweit

Der Mangel an Masken, Handschuhen, Hygieneanzügen und anderer persönlicher Schutzausrüstung führt dazu, dass viele Organisationen gezwungen sind, ihre Arbeit an Orten mit vielen Menschen, wie zum Beispiel in Flüchtlingslagern, einzuschränken oder ganz einzustellen. Oftmals müssen sich Helferinnen und Helfer vor Ort in Quarantäne begeben oder können nur bedingt bis zu den Menschen vordringen, die die humanitäre Hilfe am nötigsten bräuchten.

«Der Mangel an Schutzausrüstung in den betroffenen Gebieten führt dazu, dass gerade in einer Zeit, in der Menschen wegen einer globalen Pandemie exponentiell stark auf humanitäre Hilfe angewiesen wären, keine solche erhalten können», betont Manuel Bessler. Ein Problem, das auch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) betrifft, welches in Ländern aktiv ist, in denen Gesundheitssysteme durch die aktuellen Herausforderungen besonders gefährdet sind.

Schweiz spendet knapp drei Millionen Masken

Um in dieser schwierigen Zeit humanitäre Hilfe vor Ort ermöglichen zu können, folgt die Schweiz einem Aufruf des UNHCR und spendet unter der Leitung der Humanitären Hilfe der Schweiz, die der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) angegliedert ist, fast drei Millionen Masken im Gesamtwert von 1,5 Millionen Franken. Die ersten Hilfsgüter wurden am 8. September 2020 in Pratteln an das Hilfswerk der Vereinten Nationen übergeben und verlassen die Schweiz Richtung Demokratische Republik Kongo. Weitere Masken für den Südsudan und Sudan werden folgen. Diese Masken sind für die humanitäre Hilfe und das Gesundheitspersonal in den drei Ländern bestimmt.

Diese Spende erlaubt es dem Gesundheitspersonal ihrer wichtigen und dringend notwendigen Arbeit nachzugehen.
Adan Ilmi, Vertreter des UNHCR für den Südsudan ad interim

Bereits vor der internationalen COVID-19-Krise war der Bedarf an humanitärer Hilfe im Südsudan hoch. Mehr als eine Millionen Menschen wurden durch Gewalt vertrieben, das Gesundheitssystem ist anfällig. Eine globale Pandemie bringt zusätzlich Millionen von Menschen in Gefahr. «Dank diesen Masken wird das UNHCR Südsudan in der Lage sein, seine Arbeit in den 16 Gesundheitseinrichtungen und den beiden Überweisungskrankenhäusern in den Flüchtlingsaufnahmegebieten zu verstärken. Diese sind auch für die Aufnahmegemeinden zugänglich. Dadurch werden mehr Flüchtlinge und Zwangsvertriebene sowie Südsudanesen durch diese Hilfe unterstützt», erklärt Adan Ilmi, Vertreter des UNHCR für den Südsudan ad interim.

Woher stammen die Masken für das UNHCR?

Die Lieferung der Masken zuhanden des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) wurde im Vorfeld der Spende durch die Humanitäre Hilfe in Absprache mit der Armeeapotheke, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) detailliert geprüft. Die gespendeten Masken stehen nicht in Konkurrenz zum Eigenbedarf der Schweiz und stammen nicht aus den ehemaligen Bundesbeständen, die im Juli 2020 zurückgerufen werden mussten.

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