Vergangenheitsarbeit

Schwarz-weiss Fotos von Folteropfern im Tuol-Sleng-Genozid-Museum in Phnom Phen in Kambodscha.
Fotos von Folteropfern im Tuol-Sleng-Genozid-Museum in Phnom Phen, Kambodscha. © Shutterstock/WDEON

Die Schweiz engagiert sich im Rahmen der Förderung von Frieden und Menschenrechten für die Vergangenheitsarbeit. Damit will sie die gesellschaftliche Versöhnung nach schweren Menschenrechtsverletzungen oder Verstössen gegen das humanitäre Völkerrecht ermöglichen. Sie unterstützt und begleitet entsprechende Initiativen bilateral und multilateral.

Das Engagement der Schweiz für die Vergangenheitsarbeit basiert auf den vier Schlüsselbereichen: Recht auf Wahrheit, Recht auf Gerechtigkeit, Recht auf Wiedergutmachung und Garantie der Nicht-Wiederholung. Die so genannten Joinet-Prinzipien anerkennen die Rechte der Opfer und legen die Pflichten des Staates fest. Sie gehen zurück auf die Grundsätze, die der Franzose Louis Joinet 1999 für die damalige UNO-Menschenrechtskommission entwickelte.

Bilaterales und multilaterales Engagement

Bilateral unterstützt die Schweiz Initiativen zur Vergangenheitsarbeit auf Anfrage und in diversen Schwerpunktkontexten. Das EDA berät und unterstützt die Staaten und begleitet politische Prozesse. Dazu gehören Wahrheits- und Versöhnungskommissionen, Programme zur Rehabilitierung und Entschädigung von Opfern, die Reform von Behörden und Institutionen oder das Errichten von Gedenkstätten.

Multilateral lanciert die Schweiz Initiativen und initiiert Resolutionen. Beispiel dafür ist das Mandat für einen UNO-Sonderberichterstatter zur Förderung von Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und Garantie der Nicht-Wiederholung. 2019 verabschiedete der Menschenrechtsrat zudem eine Resolution zu Vergangenheitsarbeit, welche auf die Initiative der Schweiz zurückgeht.

Die Schweiz engagiert sich zudem in der Aus- und Weiterbildung von Expertinnen und Experten und hilft mit, neue Ideen und Konzepte für die Vergangenheitsarbeit zu entwickeln. So fördert die Schweiz etwa bessere Ansätze bezüglich Schutz und Zugang von Archiven im Zusammenhang mit Vergangenheitsarbeitsprozessen. 2019 hat der Internationale Archivrat beispielsweise Richtlinien gutgeheissen für die Beherbergung von gefährdeten Archiven, welche in einem von der Schweiz lancierten Prozess von internationalen Experten erarbeitet worden waren.

Die vier Pfeiler der Vergangenheitsarbeit (PDF, 60.0 kB, Deutsch)