Personenminen, Streumunition und andere explosive Kriegsmunitionsrückstände

Ein Mann in Schutzkleidung und mit Schutzhelm kniet am Boden und entschärft eine Mine.
Ein Experte entschärft eine Mine in der Ukraine, um die Gefahr für die Bevölkerung zu verringern. © The HALO Trust

Die humanitäre Minenräumung ist ein wichtiger Beitrag zu Frieden, Sicherheit und Entwicklung. Sie ist ein Schlüsselaspekt für humanitäre Aktionen, Friedensprozesse, Sicherheit und die sozio-ökonomische Entwicklung in den betroffenen Gebieten. Die Schweiz setzt sich ein für eine Welt ohne Personenminen, Streumunition und andere explosive Kriegsmunitionsrückstände.

Die Schweiz unterstützt die internationale politische Arbeit, konkrete Projekte in betroffenen Gebieten und den Experteneinsatz des VBS mit rund 16 bis 18 Millionen CHF pro Jahr. Damit gehört sie weltweit zu den 15 wichtigsten Geberländern in der humanitären Minenräumung. Etwa die Hälfte der Mittel fliesst ins Genfer Zentrum für humanitäre Minenräumung (Geneva International Center for Humanitarian Demining, GICHD). Gleichzeitig setzt sich die Schweiz dafür ein, dass Vertragsstaaten ihre Verpflichtungen wahrnehmen und entsprechende internationale Übereinkommen umsetzen.

Genfer Zentrum für humanitäre Minenräumung (en)

Humanitäre Minenräumung

Die humanitäre Minenräumung soll die Gefahren so weit reduzieren, dass die betroffene Bevölkerung wieder sicher leben kann. Zur entsprechenden Strategie der Schweiz gehören:

  • Prävention durch Aufklärung über Gefahren oder gefährdete Zonen
  • Räumen von Personenminen, Streumunition und anderen explosiven Kriegsmunitionsrückständen
  • Opferhilfe inklusive Rehabilitation sowie soziale und wirtschaftliche Wiedereingliederung von Überlebenden
  • Überzeugungsarbeit für die Ächtung von Personenminen und Streumunition.

Humanitäre Minenräumung: Strategie des Bundes

Bei der Umsetzung der Strategie arbeitet die Schweiz eng mit Nicht-Regierungsorganisationen zusammen wie Geneva Call, dem Genfer Zentrum für humanitäre Minenräumung, der Streumunitionskoalition (Cluster Munition Coalition), dem Landminen und Streumunition-Monitor (Landmine and Cluster Munition Monitor) oder dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz IKRK.

Geneva Call

Genfer Zentrum für humanitäre Minenräumung

Koalition Streumunition (en)

Landminen und Streumunition Monitor (en)

Internationale Kampagne zum Verbot von Personenminen (en)

Personenminen, IKRK (fr)

Internationale Übereinkommen

Die Schweiz hat die internationalen Übereinkommen zum Verbot von Personenminen respektive Streumunition ratifiziert.   

Beispiel Kambodscha

Eine Bäuerin kauert auf ihrem minenfreien Feld
Eine Bäuerin auf ihrem Feld, das von Minen geräumt wurde. © DEZA

Insgesamt 30 Jahre Krieg und Konflikte hinterliessen in Kambodscha geschätzte 3 bis 4 Millionen Minen, Streumunition und andere explosive Kriegsmunitionsrückstände. Sie verursachen noch heute den Tod unzähliger Menschen und behindern die wirtschaftliche und nachhaltige Entwicklung.

Die humanitäre Minenräumung macht ganze Landstriche wieder sicher und bewohnbar. Sie ermöglicht den Bauern, ihr Land wieder zu betreten und landwirtschaftlich zu nutzen.

Stellvertretend für alle die Aussage eines Bauern: «Vor der Minenräumung lebte ich in ständiger Angst. Wir verbrannten die Minen, aber dies erhöhte nur die Lebensgefahr. Jetzt kann ich meine Felder wieder gefahrlos bewirtschaften».

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