Zertifizierte Nachhaltigkeit in Costa Rica

Aussenansicht des Botschaftsgebäudes in San José. Die Schweizer Vertretung belegt ein Stockwerk des Gebäudes.
Die Schweizer Botschaft in San José, Costa Rica, ist ISO-zertifiziert klimaneutral und unternimmt weitere Schritte in Richtung Nachhaltigkeit. © EDA

Mit dem Programa País will Costa Rica bis 2021 die Klimaneutralität erreichen und bis 2050 seine Treibhausgasemission auf Null reduzieren. Costa Rica ist diesbezüglich vielen anderen Staaten voraus: 2017 deckte das Land seinen Strombedarf an 300 Tagen mit erneuerbarer Energie. Die Schweizer Botschaft in San José leistet im Bereich der Nachhaltigkeit ebenfalls einen Beitrag. Nebst alltäglichen Sensibilisierungsmassnahmen liess sich die Botschaft erfolgreich nach dem ISO-Standard 14064-1 zertifizieren.

Zertifizierung für die Klimaneutralität

Mit dem Standard 14064-1 der Internationalen Organisation für Normung ISO kann die eigene Klimaneutralität ausgewiesen werden. Für eine Zertifizierung müssen die Treibhausgasemissionen zuerst quantitativ erhoben und anschliessend eine entsprechende Reduktion von Treibhausgasen belegt werden. 

Die Zertifizierung der Schweizer Botschaft wurde in drei Phasen durchgeführt. In Phase eins wurden relevante Daten bezüglich des ökologischen Fussabdrucks der Botschaft gemessen und analysiert. In der zweiten Phase wurden die Emissionen der Botschaft reduziert, zum Beispiel durch eine Modernisierung des Beleuchtungssystems (LED Lampen). In der dritten Phase schliesslich ging es um die Kompensation der restlichen Emissionen. Dafür hat die Botschaft das Aufforstungsprojekt «Finca Florida Forestale» auf der Halbinsel Osa unterstützt. Insgesamt 16 Tonnen CO2 wurden so kompensiert. Zu guter Letzt wurde der ganze Prozess von der ISO kontrolliert und die Kompensation der Emissionen der Schweizer Botschaft in San José zertifiziert.  

Im Alltag für die Nachhaltigkeit

Die Schweizer Botschaft hat einen eingeschränkten Spielraum betreffend Massnahmen im Bereich der Nachhaltigkeit. Das hat unter anderem damit zu tun, dass die Botschaft lediglich ein einziges Stockwerk in einem grösseren Gebäude belegt. Das verunmöglicht Massnahmen wie z.B. die emissionsarme Stromproduktion mittels Fotovoltaikanlagen auf einem eigenen Gebäude.

Nebst der ISO-Zertifizierung unternimmt die Schweizer Botschaft in Costa Rica weitere Schritte Richtung Nachhaltigkeit. So wird zum Beispiel nur erneuerbarer Strom aus Wasserkraft von lokalen Anbietern bezogen und die Mitarbeitenden der Botschaft wurden in Sachen Ressourcenschonung geschult. Das beinhaltet Massnahmen wie das Löschen der Lichter bei genügend Tageslicht, die Verwendung von effizienten Elektrogeräten, den sparsamen Umgang mit Papier oder das aktive Recycling.

Wie funktionieren CO2-Kompensationen?

Allen Bemühungen um Nachhaltigkeit zum Trotz lassen sich Emissionen oft nicht vollständig vermeiden. Verbleibende Treibhausgasemissionen können aber durch die Beschaffung von Emissionsreduktionszertifikaten kompensiert werden. Akteure, sei es ein Staat oder eine Firma, können im Ausland Emissionsreduktionsprojekte finanzieren und die dafür ausgestellten Zertifikate zur Kompensation der eigenen Emissionen nutzen. Emissionsreduktionen werden also quasi im Ausland eingekauft.

Das EDA beispielsweise nimmt seine Verantwortung wahr und kompensiert seine durch Dienstflugreisen verursachten Emissionen mittels Emissionsreduktionszertifikaten. 

Derzeit werden die Regeln für die Umsetzung des Artikels sechs des Pariser Klimaübereinkommens unter der UNO-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) international verhandelt. Besagter Artikel sieht vor, dass Staaten ab 2021 untereinander mit Zertifikaten handeln können. Die Schweiz testet den Mechanismus bereits jetzt mittels Pilotprojekten. Sie will ihren Reduktionsverpflichtungen für den Zeitraum 2021–2030 mittels Zukauf von ausländischen Emissionsreduktionszertifikaten nachkommen.