Gültig am:
Publiziert am: 19.09.2016

Reisehinweise für Brasilien

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Das Land kann als stabil bezeichnet werden, auch wenn es eine politisch und wirtschaftlich schwierige Phase durchläuft. Die Kriminalitätsrate ist im ganzen Land sehr hoch.

Aufgrund sozialer und politischer Spannungen kommt es vermehrt zu Streiks, Demonstrationen und Ausschreitungen. Es kommt vor, dass Personen verletzt werden. Streiks und Demonstrationen können vereinzelt zu Strassenblockaden und Verspätungen im Transportwesen führen. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art. Ausschreitungen und Zusammenstösse mit den Sicherheitskräften kommen vor allem in den Grossstädten vor.

Das Risiko von terroristischen Anschlägen kann auch in Brasilien nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Kriminalität

Diebstähle und Raubüberfälle mit Waffengewalt sind im ganzen Land häufig. Die Verbrecher treten oft in Gruppen auf und sind in der Regel sehr jung und gewaltbereit.

Besonders gefährlich ist es in wenig belebten Strassen, an Strassenkreuzungen mit Ampeln und an Stränden. Raubüberfälle können auch in öffentlichen Verkehrsmitteln vorkommen. In Brasilia, Rio de Janeiro und São Paulo nehmen Überfälle in Restaurants zu: In Blitzaktionen werden den Gästen das Geld und die Schmuckstücke gestohlen.

Bei den sogenannten Express-Entführungen wird das Opfer zu Bargeldbezügen mit der Kreditkarte gezwungen. Express-Entführungen gibt es im ganzen Land zu jeder Uhrzeit und auch in den besser gestellten Quartieren. Besonders betroffen sind die Städte Brasilia, Rio de Janeiro, São Paulo, Salvador und Recife.

In den grösseren Touristenzentren stehen Reisenden spezielle Touristenpolizei-Büros zur Seite (Unterstützung bei Passverlust, Diebstahl, Überfall etc.).

Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Seien Sie jederzeit aufmerksam und beobachten Sie Ihre Umgebung.
  • Die Kriminalitätsrate kann je nach Ortschaft und Stadtteil erheblich variieren. Erkundigen Sie sich an Ihren Aufenthaltsorten bei Bekannten, Geschäftspartnern oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten und welche Quartiere gemieden werden sollten.
  • Verzichten Sie auf alle Fälle auf Besuche der Armenviertel (Favelas).
  • Verhalten Sie sich diskret. Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck usw.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Benutzen Sie Bancomaten nur im Innern von überwachten Banken und dies nur tagsüber. Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihnen beim Betreten oder Verlassen der Bank niemand folgt.
  • Lassen Sie bei der Bezahlung im Hotel, Restaurant, Geschäft usw. Ihre Kreditkarte nie aus den Augen, denn Missbrauch ist verbreitet.
  • Verriegeln Sie während der Fahrt die Autotüren und halten Sie die Fenster geschlossen. Parken Sie an belebten Orten und vorzugsweise in bewachten Parkplätzen. Bleiben Sie nicht im geparkten Auto sitzen.
  • Gehen Sie abends wenn möglich nur in Gruppen und in belebten Quartieren aus. Besonders Frauen sollten sich an diese Regel halten und auch tagsüber einsame Strände und wenig frequentierte Strassen meiden.
  • Nehmen Sie in Diskotheken und Nachtklubs von Unbekannten keine Getränke oder Esswaren an und lassen Sie diese auch nicht unbeaufsichtigt stehen. Es kommt vor, dass sie mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer zu berauben.
  • Benutzen Sie in den Metropolen Brasilia, Rio de Janeiro und Saõ Paulo im Nahverkehr ausschliesslich die offiziellen Taxis, die Metro und die Metrobusse, die alle als relativ sicher gelten. Die offiziellen Taxis können an den Flughäfen am Taxi-Schalter reserviert werden.
  • Leisten Sie bei einem Raubüberfall keinen Widerstand und vermeiden Sie Blickkontakt, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch. Die Verbrecher schrecken auch vor Morden nicht zurück.

In den brasilianischen Gewässern ist es wiederholt zu Piratenüberfällen gekommen. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Maritime Piraterie

Verkehr und Infrastruktur

Die Nebenstrassen sind teilweise in schlechtem Zustand. Der intensive Schwerverkehr und das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer erfordern grösste Vorsicht. Wegen des erhöhten Risikos nach Einbruch der Dunkelheit wird von nächtlichen Überlandfahrten abgeraten. Während der Regenzeit (Oktober bis Mai) muss mit Überschwemmungen und unpassierbaren Strecken gerechnet werden.

Alle venezolanischen Grenzübergänge bleiben nachts geschlossen. Erkundigen Sie sich bei dem Grenzposten über die aktuell gültigen Öffnungszeiten.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Alkohol am Steuer ist verboten (0 Promille!).

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit langjährigen Gefängnisstrafen (bis 15 Jahre) geahndet.

Für Ausländer ist die Teilnahme an politischen Aktivitäten verboten.

Die Haftbedingungen sind prekär: überbelegte Gefängnisse, mangelhafte hygienische Verhältnisse etc.

Naturbedingte Risiken

Von November bis März muss mit regionalen, starken Regenfällen gerechnet werden. Sie können Überschwemmungen, Erdrutsche und Infrastrukturschäden verursachen. Auch der Reiseverkehr kann vorübergehend beeinträchtigt werden. Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden.
Instituto Nacional de Meteorologia

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in vielen öffentlichen Spitälern ungenügend und die hygienischen Verhältnisse sind besonders auf dem Land oft prekär. Es wird empfohlen, Privatkliniken zu wählen. Diese verlangen eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (Kreditkarte oder Vorschusszahlung). Ausserhalb der Grossstädte ist die medizinische Versorgung nicht immer gewährleistet.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Ausländer sind verpflichtet, sich jederzeit mit dem Reisepass ausweisen zu können. Zuwiderhandlungen können gebüsst werden. In der Regel wird aber auch eine Fotokopie des Passes zusammen mit einer Visitenkarte des Hotels akzeptiert.

Minderjährige Personen: Brasilianische Minderjährige (auch wenn diese Doppelbürger sind), die nicht von beiden Elternteilen oder Erziehungsberechtigten begleitet werden, bedürfen einer Einverständniserklärung des nicht mitreisenden Elternteils bzw. beider Eltern oder Erziehungsberechtigten. Erkundigen Sie sich direkt bei der zuständigen brasilianischen Behörde oder bei bei den brasilianischen Generalkonsulaten in Zürich oder Genf über die genauen Vorschriften.
brasilianisches Generalkonsulat in Zürich
brasilianisches Generalkonsulat in Genf

Nützliche Adressen

Allgemeine Notruf-Nummer: 190
Telefonnummern der Touristenpolizei (Auskunft meist ausschliesslich in portugiesischer Sprache):
Brasilia: +55 61 3207 6722 oder 3207-6651: Seção de apoio ao Turista“ verlangen.
Fortaleza +55 85 3101 2488
Foz de Iguaçu (Iguassu Fälle): +55 45 3523 3036
Manaus: +55 92 3652 1656
Recife: +55 81 3322 4088, +55 81 3322 4867
Rio de Janeiro: +55 21 2332 2924
Salvador +55 71 3116 6817
São Paulo : +55 11 3120 4417

Justizministerium: Consumer guide for tourists

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Vertretungen in Brasilien
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.