Gültig am:
Publiziert am: 18.04.2016

Reisehinweise für Japan

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

 

Aktuelles

Am 14. und 15. April 2016 haben sich auf der Insel Kyushu schwere Erdbeben ereignet. Sie haben Todesopfer und zahlreiche Verletzte gefordert und massive Schäden angerichtet. Die Instandstellung der Infrastrukturschäden dürfte mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Informieren Sie sich vor Reisen in die betroffenen Regionen bei Ihrem Reisebüro über die Durchführbarkeit der Reise. Auskunft über die Flug- und Bahnverbindungen erteilen die Flug- und Bahngesellschaften.

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.

Grundsätzliche Einschätzung

Die soziopolitische Lage ist stabil.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Nordosten des Landes: Es wird abgeraten von Aufenthalten jeder Art in den von den japanischen Behörden bezeichneten Evakuations-/Sperrzonen. Diese umfassen:

  • einen Umkreis von 20 km um das beschädigte Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi;
  • die Gemeinden Katsurao, Namie, Iitate, Futaba, Ookuma und Tomioka;
  • Teilgebiete der Gemeinden Kawamata und Minami-Soma, Kawauchi und Naraha.

Beachten Sie auch die Informationen der japanischen Behörden:
Prime Minister of Japan
Nuclear Regulation Authority, Ministry of the Environment

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate ist gering. Beachten Sie dennoch die üblichen Vorsichtsmassnahmen gegen Taschen- und Entreissdiebstähle, die zugenommen haben. In gewissen Nachtklubs von Tokio, speziell im Stadtviertel Roppongi, kommt es immer häufiger vor, dass Getränke mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer zu berauben.

Verkehr und Infrastruktur

Japan verfügt über ein weit verzweigtes Netz von Bahn- und Buslinien. Der Sprache unkundige Ausländer benutzen für Überlandreisen mit Vorteil die öffentlichen Verkehrsmittel.

In der Schweiz ausgestellte internationale Führerscheine werden in Japan nicht anerkannt. Inhaber eines nationalen Schweizer Führerausweises dürfen in Japan fahren, wenn dieser durch die Japan Automobile Federation (JAF) oder die schweizerische Botschaft in Tokio gebührenpflichtig übersetzt und beglaubigt wird. Beim JAF und bei der Schweizer Botschaft ist die persönliche Vorsprache notwendig.

Nicht alle Schweizer Mobiltelefone funktionieren in Japan. Nähere Auskunft erteilt Ihr Anbieter. Lokale Geräte können am Flughafen gemietet werden.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit mehrjährigen Gefängnisstrafen geahndet. Die Haftbedingungen sind hart: strenge Disziplin, kulturelle Isolation, stark reglementierter Kontakt zur Aussenwelt (auch Briefverkehr). Für gewisse Delikte kann die Todesstrafe verhängt werden, z.B. Mord, Brandstiftung, Raub oder Vergewaltigung mit Todesfolge.

Das Mitführen gewisser Schwerter, Scheren und Messer (zum Beispiel auch Taschenmesser)  unterliegt in Japan strengen Vorschriften und ist zum Teil strafbar.
Erkundigen Sie sich bei Bedarf vor der Abreise bei der japanischen Botschaft in Bern über die genauen Vorschriften.

Kulturelle Besonderheiten

Das tägliche Leben ist von traditionellen Umgangsformen geprägt. Machen Sie sich vor Reiseantritt mit diesen vertraut und passen Sie Ihr Verhalten den Gepflogenheiten des Landes an.

Naturbedingte Risiken

Mit Erdbeben und Vulkanausbrüchen muss jederzeit gerechnet werden. Von August bis November können auch Taifune auftreten. Erdbeben und Vulkanausbrüche können neben Verwüstungen auf dem Land auch Tsunami verursachen.
Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden, z.B. Absperrungen um aktive Vulkane, Evakuationsbefehle.
Japan Meteorological Agency: warnings and advisories
Pacific Tsunami Warning Center PTWC
Weltorganisation für Meteorologie (WMO)

Informieren Sie sich in den Hotels über das Erdbebendispositiv (Ausgänge, Sammelpunkte etc.). Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, befolgen Sie unbedingt die Anweisungen der Behörden und melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen. Falls die Telefonleitungen blockiert sind, bitten Sie die japanischen Behörden des jeweiligen Sammelpunkts, die schweizerische Botschaft in Tokio über Ihre Anwesenheit zu informieren. Das Merkblatt Earthquake Preparedness der Botschaft enthält weitere Angaben zu diesem Thema.
Earthquake Preparedness

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist gewährleistet. Krankenhäuser verlangen teilweise eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (Nachweis einer Krankenversicherung, Kreditkarte oder Vorschusszahlung). Personen mit einem negativen Rhesusfaktor können unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten.

In Japan sind nicht alle europäischen Medikamente erhältlich. Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.
Weitere Informationen über gesundheitliche Aspekte finden Sie bei:
Japanese Ministry of Health, Labour and Welfare
World Health Organization WHO

Nützliche Adressen

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Tokio
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.