Gültig am:
Publiziert am: 07.03.2016

Reisehinweise für die Philippinen

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

 

Grundsätzliche Einschätzung

Bei Reisen auf die Philippinen ist der persönlichen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit zu schenken. Die Kriminalitätsrate ist hoch. Von Reisen in einzelne Landesteile wird abgeraten.

Die Philippinen sind mit verschiedenen Sicherheitsproblemen konfrontiert: Radikal-islamistische Gruppierungen operieren im Süden (besonders in Mindanao). Die kommunistische New People’s Army (NPA) ist vor allem in Nord-Luzon aktiv; seit 2014 verübt sie aber gelegentlich auch Anschläge in anderen Landesteilen. Aufgrund ihrer Strategie stellt die NPA nur eine beschränkte Bedrohung für Touristen dar.

Hingegen sind Ausländer seit 2000 wiederholt von Entführungen und terroristischen Akten islamistischer Gruppen betroffen gewesen. Seit 2009 sind auf Mindanao und auf den Inseln der südlichen Sulu-See mehrere Ausländer (auch Schweizer) von terroristischen Gruppierungen entführt worden.

Seit Juni 2006 haben sich in Mindanao mehrere Bombenanschläge ereignet. Auch in Manila sind in den vergangenen Jahren sporadisch terroristische Anschläge verübt worden. Es muss weiterhin im ganzen Land mit Anschlägen gerechnet werden. Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.

Seien Sie generell wachsam, vor allem in touristischen und öffentlichen Einrichtungen (z.B. Einkaufszentren, Kinos, öffentlichen Verkehrsmitteln). Befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und meiden Sie Demonstrationen jeder Art, denn diese können leicht in Ausschreitungen und in gewalttätige Zusammenstösse zwischen Demonstranten und der Polizei ausarten.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Insel Luzon:
Im Norden der Insel sind kommunistische Rebellengruppen aktiv. Von Reisen in abgelegene Gebiete Nord-Luzons (Cordillera) wird abgeraten.
Unternehmen Sie Reisen in die Gebiete Abra, Ifugao, die Mountain Province und die südlichen Teile der Provinz Quezon ausschliesslich in grösseren Gruppen und in Begleitung eines vertrauenswürdigen, ortskundigen Führers. Dasselbe gilt für Wanderungen am Mount Pinatubo.

Mindanao:
Von Reisen nach Mindanao wird abgeraten.
Die Kriminalitätsrate ist hoch. Gewaltdelikte, auch solche mit Todesfolge, kommen vor. Im Oktober 2014 wurden innert weniger Tage zwei Schweizer in der Provinz Misamis Oriental, ein dritter in der Provinz Surigao del Norte ermordet.

Das Risiko von Anschlägen und Überfällen durch Rebellen und Banditen ist auf der ganzen Insel hoch, und es kommt zu Zusammenstössen zwischen der Armee und Rebellengruppen. Am 1. Oktober 2015 wurde eine Bombe in einem Bus in South Cotabato gezündet und forderte über ein Dutzend Verletzte. Im September 2015 ereignete sich ein Bombenanschlag in einem Busterminal von Zamboanga City und forderte ein Todesopfer und mehrere Verletzte.

Es besteht ein hohes Entführungsrisiko durch Kriminelle und terroristische Gruppierungen:

  • Anfang Oktober 2015 wurde ein italienischer Staatsbürger in Dipolog, Zamboango del Norte Provinz von Kriminellen entführt.
  • Auf der Insel Samal, Provinz Davao del Norte, wurden im September 2015 zwei Kanadier, ein Norweger und eine philippinische Staatsangehörige von der Terrororganisation Abu Sayyaf entführt.
  • In der Region um Zamboanga City wurden im April 2010 ein Schweizer Bürger, im Juli 2011 zwei US-Amerikaner und im Dezember 2011 ein Australier entführt.

Sulu-See:
In der Sulu-See zwischen Zamboanga del Norte und Palawan sowie im Meer und auf den Inseln südlich davon sind terroristische Gruppen aktiv, und es besteht ein hohes Entführungsrisiko: Im April 2014 wurden zwei deutsche Segler ab ihrem Segelboot vor der Küste Palawans entführt und im Februar 2012 ein Schweizer und ein holländischer Tourist auf der Insel Tawi-Tawi. Im Januar 2009 wurden auf Jolo drei Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz entführt. Von Reisen auf dem Meer und auf die Inseln der Sulu-See südlich des 9. nördlichen Breitengrades wird abgeraten, einschliesslich des Sulu-Archipels (Inseln Basilan, Jolo, Sulu, Tawi-Tawi etc.) und des entsprechenden Teils der Insel Palawan. Das Entführungsrisiko kann auch in den anderen Teilen der Sulu-See nicht völlig ausgeschlossen werden. Am 1. Oktober 2015 explodierte eine Autobombe in Isabela City, Basilan und forderte vier Tote und mehrere Verletzte.

Bei Reisen in touristisch nicht erschlossene Gebiete, auch wenn oben nicht ausdrücklich erwähnt, ist grösste Vorsicht geboten. In nicht erschlossenen Gebieten und in regionalen Konfliktgebieten, wo Terrorgruppen aktiv sind, hat die Schweizer Botschaft in Manila nur begrenzte oder gar keine Möglichkeit zur Hilfe bei Entführungen oder in anderen Notsituationen.

Kriminalität

Taschendiebstähle und Betrügereien sind häufig. In Manila ist die Kleinkriminalität in den Vergnügungsvierteln und in den Einkaufszentren besonders hoch. Wiederholt wurden ortsansässige Ausländer in diversen Landesteilen Opfer von Überfällen mit Todesfolge. Allein 2014 wurden vier im Land wohnhafte Schweizer ermordet. Entführungen von Geschäftsleuten und andere Erpressungsmethoden zwecks Erlangen von Löse- und Schutzgeldern sind landesweit verbreitet; vereinzelt sind auch Ausländer davon betroffen. Es kommt vor, dass Sicherheitspersonal bei Gepäckkontrollen verbotene Gegenstände in Gepäckstücken platziert, um von den Reisenden Geld zu erpressen unter Androhung strafrechtlicher Konsequenzen.

Unter anderem werden folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck, etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Setzen Sie Kreditkarten und Schecks mit Vorsicht ein, denn Missbrauch ist verbreitet.
  • Vermeiden Sie nächtliche Spaziergänge und Überlandfahrten.
  • Gewisse Taxifahrer in Manila scheuen vor Streitereien um den Fahrpreis und Erpressungsversuchen nicht zurück. Benutzen Sie deshalb wenn möglich Hoteltaxis.
  • Nehmen Sie von Unbekannten keine Getränke oder Esswaren an. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer zu berauben.
  • Allgemein ist Vorsicht geboten, wenn Unbekannte (Filipinos oder Ausländer) spontan Mitfahrgelegenheiten anbieten oder nach Hause einladen.
  • Beziehungsdelikte sowie Erpressungsversuche sind relativ häufig, und stehen oft im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen Pädophilie. Zurückhaltung im Umgang mit Kindern ist daher angezeigt.
  • Wenn Sie mit den Verhältnissen in den Philippinen nicht vertraut sind, lassen Sie sich bei Reisen ins Landesinnere mit Vorteil von einem vertrauenswürdigen, ortskundigen Führer begleiten.

In den philippinischen Gewässern ist Piraterie verbreitet. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Maritime Piraterie

Verkehr und Infrastruktur

Das Strassennetz ist nicht sehr gut ausgebaut. Während der Taifun-Saison (hauptsächlich Mai bis November) können ganze Strecken wegen Überflutungen oder Erdrutschen für längere Zeit unpassierbar und Telefonleitungen unterbrochen sein. Informieren Sie sich vor einer längeren Fahrt über die aktuellen Witterungsverhältnisse. Es ist von grossem Vorteil, in den grossen Städten und bei Überlandfahrten die Dienste eines versierten Fahrers in Anspruch zu nehmen.

Die Sicherheitsvorkehrungen der Schiffsverbindungen sind mitunter mangelhaft. Lassen Sie deshalb bei der Wahl dieser Transportmittel Vorsicht walten.

Vor allem auf Inlandflügen entspricht die Wartung der Flugzeuge nicht immer europäischem resp. internationalem Standard.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Besitz, Herstellung, Handel) werden schon bei geringsten Mengen (ab 5 Gramm) und bei jeder Art von Drogen mit lebenslanger Haft geahndet. Die Polizei geht im ganzen Land hart gegen Betäubungsmitteldelikte vor. Bei Festnahmen in einem Flug- oder Fährhafen wird strafverschärfend Handel unterstellt.
Sehr hohe Strafen werden auch bei Sexualdelikten, einschliesslich Prostitution, verhängt.

Es ist verboten, Beamte zu beleidigen. Am Flughafen wird ein nach philippinischem Verständnis unhöfliches Benehmen mit Einreisesperre, Geldstrafe oder Haft geahndet.

Gerichtsverfahren können sich über mehrere Jahre hinziehen. Die Haftbedingungen sind prekär.

Naturbedingte Risiken

Die Philippinen liegen in einer geologisch aktiven Zone. Es muss deshalb stets mit Erdbeben und Vulkanausbrüchen gerechnet werden. Tsunami, die durch Erdbeben im südostasiatischen oder im pazifischen Raum ausgelöst werden, können auch die Philippinen erreichen.
Pacific Tsunami Warning Center PTWC

Das Land wird mehrmals jährlich von Taifunen heimgesucht, am häufigsten zwischen Mai und November. Im Extremfall können solche Stürme Überschwemmungen und Infrastrukturschäden verursachen. Auch der Reiseverkehr kann vorübergehend beeinträchtigt werden.

Beachten Sie die Vorhersagen des staatlichen Wetterdienstes PAGASA und befolgen Sie generell die Warnungen und Instruktionen der lokalen Behörden, z.B. Absperrungen um aktive Vulkane, Evakuationsbefehle.
PAGASA
Weltorganisation für Meteorologie (WMO)
National Disaster Risk Reduction and Management Council

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Manila.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist besonders auf dem Land nicht immer gewährleistet. Krankenhäuser verlangen eine Vorschusszahlung (Kreditkarte oder Bargeld), bevor sie Patienten behandeln. In öffentlichen Spitälern muss das zur Behandlung notwendige Material und die Medikamente üblicherweise von den Patienten selbst (respektive den Angehörigen) besorgt werden. Personen mit einem negativen Rhesusfaktor können unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Kinder unter 15 Jahren, die alleine, nur mit einem Elternteil oder mit einer Drittperson reisen, müssen für die Einreise besondere Formalitäten erfüllen. Ausserdem können die philippinischen Einreisebehörden den Pass bis zur Wiederausreise zurückbehalten. Erkundigen Sie sich frühzeitig bei der Botschaft der Philippinen in Bern über die genauen Vorschriften.

Nützliche Adressen

Notruf allgemein: 117
Notruf Touristenpolizei in Manila und Umgebung: 524 16 60 / 524 17 28

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in den Philippinen
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.