Bilaterale Beziehungen Schweiz–Aserbaidschan

Die Schweiz und Aserbaidschan pflegen gute Beziehungen im politischen und wirtschaftlichen Bereich, welche auf breit gefächerten gemeinsamen Interessen beruhen. Die Zusammenarbeit in den internationalen Finanzinstitutionen, die Entwicklungszusammenarbeit sowie ferner die Energiepolitik sind wichtige Bestandteile der bilateralen Beziehungen.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Aserbaidschan gehört zu den von der Schweiz präsidierten Stimmrechtsgruppen bei der Weltbank, beim Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie bei der Globalen Umweltfazilität (Global Environment Facility, GEF). Die Schweiz misst der Förderung der guten Regierungsführung sowie der Privatsektorförderung in Aserbaidschan grosse Bedeutung bei. Die Schweiz engagiert sich in Aserbaidschan seit 1999 in der technischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

Datenbank Staatsverträge

Weltbank (en)

Internationaler Währungsfonds (en)

Globale Umweltfazilität (en)

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Aserbaidschan ist der wichtigste Handelspartner im Südkaukasus. Die Schweiz exportiert vor allem Bijouterie-Waren (Edelsteine, Edelmetalle), Maschinen, Uhren, Sicherheitsdrucke sowie pharmazeutische Erzeugnisse. Gemäss Statistiken flossen in den letzten zehn Jahren Schweizer Direktinvestitionen in der Höhe von 370 Mio. US$ ins Land. Die Schweiz belegt den ersten Platz, wenn es um Investitionen im nicht-Erdöl-Sektor geht, und unterstützt die Bestrebungen Aserbaidschans, die Wirtschaft zu diversifizieren. Ein Schweizer Unternehmen ist an der Realisierung der Trans Adriatic Pipeline (TAP) beteiligt, die voraussichtlich 2020 aserbaidschanisches Erdgas nach Italien transportieren soll.

Die staatliche aserbaidschanische Energiegesellschaft SOCAR ist in der Schweiz niedergelassen. 2012 übernahm SOCAR Energy das Schweizer Netzwerk von Esso Schweiz mit 172 Tankstellen.

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE

Entwicklungszusammenarbeit

Die Schweiz setzt sich in Aserbaidschan ein für:

  • bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen inkl. besseres Investitionsklima
  • einen modernen und transparenten Finanzsektor
  • bessere öffentliche Dienstleistungen und Gouvernanz
  • Wirtschaftliche Stärkung der Frauen
  • Förderung der lokalen Kunst und Kultur

Die Schwerpunkte im Rahmen der Schweizer Regionalkooperationsstrategie 2017–2020 für den Südkaukasus (Armenien, Aserbaidschan, Georgien) liegen in den Bereichen wirtschaftliche Entwicklung, Gouvernanz und Rechtsstaatlichkeit sowie Friedensförderung. Das Budget für die Strategie beträgt für alle drei Länder insgesamt rund 75 Millionen CHF.

Entwicklungszusammenarbeit

Kooperationsstrategie Südkaukasus 2017–2020 (PDF, Anzahl Seiten 44, 1.6 MB, Englisch)

Kulturaustausch

Die Schweizer Botschaft engagiert sich mit diversen eigenen Projekten und Veranstaltungen bei der Kulturvermittlung und der Landeswerbung, sei es via Teilnahme an Filmfestivals, an der Frankophonie-Woche, der «Settimana della lingua italiana» oder anderen Kulturanlässen. Zudem profitiert Aserbaidschan vom regionalen Kunst- und Kulturprogramm der DEZA im Südkaukasus.

Schweizerinnen und Schweizer in Aserbaidschan

Ende 2018 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 31 Schweizerinnen und Schweizer in Aserbaidschan.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Schweiz anerkannte Aserbaidschan am 23. Dezember 1991 als unabhängigen Staat. Im Oktober 2005 eröffnete Aserbaidschan eine Botschaft in Bern. Die Schweiz etablierte im Jahr 2001 ein Kooperationsbüro in Baku und verfügt seit Ende 2007 auch über eine Botschaft. Die Botschaftsräumlichkeiten wurden im Mai 2008 offiziell eingeweiht.

Aserbaidschan, Historisches Lexikon der Schweiz