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Published on: 31.01.2017

Reisehinweise für Tansania

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Tansania kann als relativ stabil eingeschätzt werden. Trotzdem kann es jederzeit zu Demonstrationen kommen, die häufig von Ausschreitungen und von Zusammenstössen zwischen den Demonstranten und den Sicherheitskräften begleitet sind. Streit um wirtschaftliche Vorteile und religiöse Spannungen können die Ursache von kurzfristigen, lokalen Gewaltausbrüchen sein.

Das Risiko von Anschlägen besteht auf dem Festland und auf den Inseln Sansibar. Zum Beispiel hat es mehrere Anschläge mit ungeklärtem Hintergrund gegeben und es sind vereinzelt Gotteshäuser angezündet und Attentate auf religiöse Führer verübt worden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam. Das Risiko eines Terroranschlages kann nicht ausgeschlossen werden.
Terrorismus und Entführungen

Die Kriminalität ist im ganzen Land relativ hoch und zunehmend gewalttätig.

Informieren Sie sich vor und während einer Reise in den Medien oder über Ihren Reiseveranstalter über die Entwicklung der Lage. Lassen Sie beim Besuch religiöser Stätten Vorsicht walten. Meiden Sie Massenveranstaltungen und Demonstrationen jeder Art, und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden und Ihres Reiseveranstalters.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Sansibar: Sansibar umfasst die beiden Inseln Unguja (oft Sansibar genannt) und Pemba. Die nachstehenden Informationen beziehen sich auf beide Inseln.
Auf Sansibar sind die Wahlen vom 25. Oktober 2015 annulliert und am 20. März 2016 wiederholt worden. Obwohl die Wahlen relativ geordnet verlaufen sind, bleibt die Lage angespannt und könnte sich rasch verschlechtern.
Bei Demonstrationen kommt es immer wieder zu Unruhen und gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften, besonders in Stone Town. Es besteht das Risiko von Anschlägen. In den ersten Monaten 2016 gab es mehrere kleinere Explosionen. Im Februar 2014 wurden kleinere Anschläge auf eine Kirche sowie ein Touristencafé verübt. An abgelegenen Stränden werden oft Entreissdiebstähle verübt.
Informieren Sie sich vor Ausflügen auf den Inseln (insbesondere in die Stone Town) über die aktuelle Sicherheitslage, z.B. in den Medien, bei Ihrem Reiseveranstalter und/oder an der Réception oder dem Sicherheitsbeauftragen Ihres Hotels. Meiden Sie Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen jeder Art und lassen Sie generell grosse Vorsicht walten. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren).

Grenzregion zu Burundi: Die Grenzregion gilt wegen bewaffneter Banden als unsicher. Lassen Sie erhöhte Vorsicht walten.

Grenzgebiet zu Malawi: Offene Grenzgängerfragen können kurzfristig zu lokalen Spannungen und Streitigkeiten führen. Es kommt vor, dass die Grenzübergänge vorübergehend geschlossen werden. Informieren Sie sich vor und während Reisen am Nordende des Niassa-Sees (Malawi-Sees) und bei geplanten Grenzübertritten bei den lokalen Behörden über die aktuelle Lage und lassen Sie Vorsicht walten.

Grenzgebiet zu Kenia: Das Grenzgebiet zu Kenia und besonders die Regionen Tanga und Mara/Viktoriasee ist für gewalttätige Auseinandersetzungen politischer und ethnischer Art bekannt. Ebenfalls besteht ein beträchtliches Spannungspotenzial in den grenzüberschreitenden Stammesfehden im Zusammenhang mit Zugang zu Wasser und Weideland. Im Februar 2015 kam es bei den Amboni Höhlen in der Region Tanga zu einer Schiesserei zwischen Soldaten und einer bewaffneten Gruppe, deren Motive nicht klar sind. Ein Soldat kam ums Leben, mehrere sind verletzt worden. Informieren Sie sich vor und während der Reise ins Grenzgebiet zu Kenia über die aktuelle Lage. Lassen Sie Vorsicht walten und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte.

Kriminalität

Kriminalität ist verbreitet: Es handelt sich vor allem um Entreiss- und andere Diebstähle, bewaffnete Raubüberfälle, Einbrüche und Überfälle auf Wohnhäuser und Hotelanlagen, Autodiebstähle unter Androhung oder gar Anwendung von Gewalt. Bei sogenannten Express-Entführungen wird das Opfer zu Bargeldbezügen mit der Kreditkarte oder zur Veranlassung von Geldüberweisungen via Western Union gezwungen. Selbst wenn die Opfer keinen Widerstand leisten, ist generell eine Zunahme der Brutalität festzustellen (vereinzelt mit Todesfolge). Im ganzen Land sind deshalb nachstehende Vorsichtsmassnahmen zu beachten:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck, etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Lassen Sie Taxi-Fahrten wenn möglich durch Ihr Hotel organisieren, auch die Flughafentransfers. Wiederholt waren Taxifahrer in Express-Entführungen verwickelt.
  • Meiden Sie wenig belebte Stadtquartiere.
  • Unterlassen Sie in den Städten und auf dem Land Spaziergänge nach Einbruch der Dunkelheit.
  • Im touristisch stark frequentierten Gebiet um Arusha/Moshi ist besondere Vorsicht geboten. Die Region wird regelmässig von Strassenräubern heimgesucht. Touristen wurden in Restaurants und in der Stadt überfallen.
  • Allein reisende Frauen sollten einsame Strände meiden; aber auch in Gruppen ist erhöhte Vorsicht geboten.
  • Halten Sie die Autotüren verriegelt und die Fenster geschlossen.
  • Unternehmen Sie Überlandfahrten nur tagsüber.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaftist hoch.

Im Indischen Ozean und in den tansanischen Gewässern ist es wiederholt zu Piratenüberfällen gekommen. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Maritime Piraterie

Verkehr und Infrastruktur

Es herrscht Linksverkehr. Der oft schlechte Strassenzustand und die waghalsige Fahrweise vieler Verkehrsteilnehmer stellen erhebliche Unfallrisiken dar (insbesondere mit Überlandbussen). Von nächtlichen Überlandfahrten wird auch aus diesen Gründen abgeraten. Fahren Sie grundsätzlich defensiv und lassen Sie insbesondere an unübersichtlichen Stellen grosse Vorsicht walten.

Bei Unfällen mit Verletzten müssen Repressalien oder Vergeltungsmassnahmen der Bevölkerung befürchtet werden. Es ist deshalb ratsam, nach Möglichkeit weiterzufahren und sich beim nächsten Polizeiposten zu melden.

Die Sicherheitsvorkehrungen und der Unterhalt von Fähren entsprechen nicht internationalen Standards. Im September 2011 und Juli 2012 wurden bei Fährenunglücken zwischen dem Festland und der Insel Sansibar zahlreiche Personen getötet oder verletzt.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Es ist verboten, militärische Installationen, Flughäfen, Brücken, öffentliche Gebäude usw. zu fotografieren. Gleichgeschlechtliche Handlungen sind strafbar. Das Gesetz sieht Haftstrafen von bis zu 25 Jahren vor. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden hart bestraft. Für schwere Verbrechen (z.B. Mord) kann die Todesstrafe ausgesprochen werden.

Juristische Verfahren und polizeiliche Ermittlungen verlaufen anders als in der Schweiz: Es muss mit langen Wartefristen gerechnet und den lokalen Gegebenheiten Rechnung getragen werden. Die Dienste eines sorgfältig ausgewählten lokalen Anwalts sind unabdingbar. Die Haftbedingungen sind äusserst hart.

Kulturelle Besonderheiten

Die Bevölkerung Sansibars bekennt sich mehrheitlich zum Islam. Passen Sie Ihr Verhalten und Ihre Kleidung (insbesondere in der Stone Town) den lokalen Gepflogenheiten an.

Naturbedingte Risiken

Tansania liegt in einem Erdbebengebiet. Sollte sich während Ihres Aufenthalts ein grösseres Erdbeben ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die schweizerische Botschaft in Dar es Salaam.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb der Grossstädte ist die medizinische Versorgung kaum gewährleistet. Krankenhäuser verlangen eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (Kreditkarte oder Vorschusszahlung). Eigenes Verbandsmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Tragen Sie stets eine Passkopie (einschliesslich Visum) auf sich, um sich bei Kontrollen ausweisen zu können. Beachten Sie jedoch, dass Sie bei der Ankunft in Sansibar den Originalpass vorweisen müssen.

Nützliche Adressen

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Dar es Salaam
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.