Gültig am:
Publiziert am: 23.08.2018

Anpassungen in folgenden Kapiteln: Grundsätzliche Einschätzung (gewaltsame Ausschreitungen in Kampala), sowie Kriminalität (Entführungen zwecks Lösegelderpressung)

 


Reisehinweise für Uganda

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Die politische Lage in Uganda kann als relativ stabil bezeichnet werden. Bei Demonstrationen kann es aber zu gewalttätigen Ausschreitungen und Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften kommen. Zum Beispiel haben im August 2018 gewaltsame Ausschreitungen in Kampala Todesopfer und Verletzt gefordert.
Aufgrund der ugandischen Militärpräsenz in Somalia (AMISOM-Truppenkontingente) besteht in Uganda das Risiko von Anschlägen durch die somalische Terrororganisation Al-Shabaab. Lassen Sie Vorsicht walten, besonders auf öffentlichen Plätzen wie Märkten, Busbahnhöfen, Kirchen, in der Umgebung von diplomatischen Vertretungen und Regierungsgebäuden, an Veranstaltungen und an von Ausländern besuchten Orten wie modernen Einkaufszentren und Hotels, insbesondere in Kampala. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Informieren Sie sich vor und während einer Reise in den Medien und über Ihren Reiseveranstalter über die aktuelle Sicherheitslage. Meiden Sie grosse Menschenansammlungen und Demonstrationen jeder Art, denn es besteht die Gefahr von gewaltsamen Auseinandersetzungen, bei denen auch der Einsatz von Schusswaffen nicht ausgeschlossen werden kann.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Norden und Nordosten: Die Sicherheitslage ist prekär. In den nördlichen und nordöstlichen Gebieten bedrohen Stammesfehden und kriminelle Banden die Sicherheit. Der Konflikt im Südsudan hat Auswirkungen auf die Sicherheitslage in den angrenzenden Gebieten Ugandas. Ausserdem besteht Minengefahr. 
Von Reisen in folgende Landesteile wird abgeraten: Karamoja (Distrikte Kaabong, Nakapiripirit, Moroto, Katakwi, Kotido). Lassen Sie in den folgenden Provinzen grösste Vorsicht walten: Lira, Pader, Kitgum, Apac, Gulu (inklusive Murchinson Falls Nationalpark), Adjumani, Moyo und Yumbe. Für den Kidepo-Nationalpark wird eine Anreise per Flugzeug empfohlen.

Grenzgebiete zur Demokratischen Republik Kongo (Kinshasa): Sie werden gelegentlich von verschiedenen Rebellengruppen aus dem Nachbarland heimgesucht, und es besteht die Gefahr von Landminen. Eine zuverlässige Bewachung der Nationalparks durch offizielle Sicherheitskräfte ist in diesen Gegenden nicht immer gewährleistet. Seit Mai 2012 führen Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und Milizen in der Demokratischen Republik Kongo nahe der Grenze zu Uganda zu Flüchtlingsströmen in den Raum Kisoro, in der südwestlichsten Ecke von Uganda. Von Reisen in die Grenzgebiete zur Demokratischen Republik Kongo sowie in den Distrikt Kisoro wird abgeraten.

Provinz Kasese: Ende November 2016 kam es in Kasese zu schweren bewaffneten Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern des lokalen Königreichs Rwenzururu, die über 120 Todesopfer und mehrere Verletzte gefordert haben. Die Präsenz von Sicherheitskräften ist vor Ort verstärkt worden. Weitere Ausschreitungen und das Risiko, unversehens in eine gewaltsame Auseinandersetzung zu geraten, sind nicht auszuschliessen. Erkundigen Sie sich vor Reisen in die Provinz Kasese bei den lokalen Behörden und Ihrem Reiseveranstalter über die aktuelle Sicherheitslage und über die Durchführbarkeit der geplanten Reise. Lassen Sie sich von einer ortskundigen lokalen Vertrauensperson begleiten, und lassen Sie grösste Vorsicht walten. Meiden Sie Kundgebungen und Massenveranstaltungen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden.

Lassen Sie bei Reisen in die übrigen Regionen des Landes Vorsicht walten und klären Sie die Sicherheitslage mit den lokalen Behörden ab. Besuchen Sie die Nationalparks in organisierten Touren und in Begleitung von vertrauenswürdigen lokalen Reiseführern. Befolgen Sie die Anweisungen der Parkverwaltungen.

Kriminalität

Im ganzen Land sind auf Überlandstrecken Überfälle (teilweise mit Todesfolge) durch bewaffnete Strassenräuber möglich, besonders nach Einbruch der Dunkelheit. Kleinkriminalität kommt vor allem in den Städten vor. Entführungen zwecks Lösegelderpressung nehmen zu.
Beachten Sie unter anderem nachstehende Vorsichtsmassnahmen:

  • Wenn Sie mit dem Land nicht vertraut sind, schliessen Sie sich mit Vorteil einer organisierten Gruppenreise an.
  • Halten Sie die Autotüren verriegelt und die Fenster geschlossen.
  • Unternehmen Sie Überlandfahrten vorzugsweise in Gruppen von mehreren Fahrzeugen und ausschliesslich tagsüber, um das Risiko von Überfällen und Unfällen zu verringern.
  • Verzichten Sie nachts generell auf Spaziergänge.
  • Nehmen Sie von Unbekannten keine Getränke oder Esswaren an. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt werden, mit dem Ziel, das Opfer nachher zu berauben.
  • Übergriffe auf Personen, die sich in der Öffentlichkeit als homosexuell zu erkennen geben, sind möglich.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft nimmt zu.
  • Setzen Sie Ihre Kreditkarte mit Vorsicht ein, denn Missbrauch kommt vor.

Verkehr und Infrastruktur

Abseits der Hauptachsen ist der Strassenzustand oft schlecht. Das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer und mangelhaft gewartete Fahrzeuge bilden ein erhebliches Unfallrisiko (auch bei Fahrten mit Überlandbussen). Verzichten Sie deshalb möglichst auf nächtliche Überlandfahrten.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Gleichgeschlechtliche Handlungen sind verboten und werden mit langjährigen Haftstrafen geahndet. Es ist verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Brücken usw.) zu fotografieren. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringen Mengen und bei jeder Art von Drogen sehr hart bestraft. Die Haftbedingungen sind äusserst prekär.

Für schwere Delikte, z.B. Mord oder Vergewaltigung, kann die Todesstrafe ausgesprochen werden.

Naturbedingte Risiken

Uganda liegt in einem Erdbebengebiet. Während der Regenzeit können Unwetter Erdrutsche verursachen.

Sollte sich während Ihres Aufenthalts ein grösseres Erdbeben ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist beschränkt. Krankenhäuser verlangen eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (Kreditkarte oder Vorschusszahlung). Eigenes Verbandsmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen. Ernsthafte Erkrankungen und Verletzungen müssen im Ausland (Europa oder Südafrika) behandelt werden.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Notruf-Nummer: 999

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung (Nairobi/Kenia) oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Nairobi
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.