Gültig am:
Publiziert am: 07.09.2018

Die Lagebeschreibung ist aktualisiert worden.


Reisehinweise für Afghanistan

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Von Reisen nach Afghanistan und von Aufenthalten jeder Art wird abgeraten.

Schweizer Bürger, die im Land bleiben oder entgegen der Empfehlung des EDA nach Afghanistan reisen, müssen sich bewusst sein, dass die Schweiz praktisch keine Möglichkeiten zur Erbringung von Dienstleistungen oder Hilfeleistungen in Notfällen hat.

Die Sicherheit ist nicht gewährleistet: Es besteht das Risiko von schweren Gefechten, Raketeneinschlägen, Minen, Terroranschlägen, Entführungen und gewalttätigen kriminellen Angriffen einschliesslich Vergewaltigungen und bewaffneter Raubüberfälle.

In verschiedenen Landesteilen bekämpfen die afghanischen Sicherheitskräfte Verbände der Taliban und anderer bewaffneter Gruppierungen. Im Osten des Landes sind Kämpfer aktiv, die sich zum «Islamischen Staat» bekennen. Die Kämpfe fordern zahlreiche Opfer. Allein im Jahr 2017 sind laut der UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA) 3438 Zivilisten getötet und 7015 verletzt worden.

Die internationalen Truppen haben Ende 2014 ihre Präsenz in Afghanistan stark reduziert.

Die zahlreichen Bomben- und Selbstmordanschläge richten sich hauptsächlich gegen die afghanischen Behörden sowie gegen in- und ausländische Sicherheitskräfte. Auch zivile Ziele wie Märkte, Sportveranstaltungen, Kundgebungen, Hilfsorganisationen und religiöse Minderheiten werden immer wieder angegriffen. Nach wie vor werden zudem gezielt Anschläge gegen Ausländer verübt und gegen Einrichtungen, in denen sich Ausländer häufig aufhalten (z.B. Restaurants, Hotels) und die Umgebung der Flughäfen. Beispiele von Anschlägen:

  • Wiederholt: Anschläge auf schiitische und andere religiöse Minderheiten sowie auf deren Kultstätten und Wohnorte.
  • August 2018: Zahlreiche Todesopfer und Verletzte bei einem Anschlag auf eine Privatschule in Kabul
  • Juli 2018: mehrere Todesopfer und zahlreiche Verletzte bei einem Anschlag in der Nähe des internationalen Flughafens von Kabul
  • Mai 2018: mehrere Todesopfer und zahlreiche Verletzte bei einem Anschlag auf ein Sportstadion in Jalalabad und bei einem Anschlag auf einen Strassen-Checkpoint in Kabul
  • April 2018: Zahlreiche Todesopfer und Verletzte bei einem Anschlag auf ein Wählerregistrierungszentrum in Kabul.
  • Januar 2018: Zahlreiche Todesopfer und Verletzte in Kabul bei Anschlägen unter anderem auf ein Hotel, eine Einkaufsstrasse und eine Militärakademie
  • Januar 2018: Todesopfer und Verletzte bei einem bewaffneten Angriff auf ein Kinderhilfswerk in Jalalabad
  • Dezember 2017: Zahlreiche Todesopfer und Verletzte bei Anschlägen in Kabul
  • Juli 2017: Zahlreiche Todesopfer und Verletzte bei Anschlag auf einen Bus mit Regierungsangestellten in Kabul
  • Juni 2017: Zahlreiche Todesopfer und Verletzte bei Anschlag vor einer Bank in Lashkar Gah
  • Mai 2017: rund 160 Todesopfer und 450 Verletzte bei Anschlag im Diplomatenviertel von Kabul
  • März 2017: Zahlreiche Todesopfer und Verletzte bei Angriff auf ein Krankenhaus in Kabul

Es besteht ein hohes Entführungsrisiko. Entführungsopfer werden sowohl Afghanen wie Ausländer (Touristen wie Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und ausländischen Firmen), zum Beispiel:

  • Wiederholt: Massenentführungen von Busreisenden, zum Beispiel im Juli 2018 in der Provinz Paktia (rund 20 Personen) und im August 2018 in der Provinz Kunduz (über 150 Personen)
  • Juli 2018: Ein Ambulanzfahrzeug und das mitfahrende Personal in der Provinz Ghor.
  • Mai 2018: Sechs ausländische Mitarbeiter eines lokalen Elektrizitätswerks und ihr afghanischer Fahrer
  • Januar 2018: Eine afghanische UNO-Mitarbeiterin in Kabul. Eine weitere Person wurde beim Überfall getötet.
  • August 2017: Zwei ausländische Ingenieure in der Provinz Nangarhar resp. Maidan Wardak
  • Juni 2017: Ein ausländischer Mitarbeiter des Ministeriums für Agrikultur in Kabul
  • Juni 2017: Zwei ausländische Diplomaten in der Nähe von Jalalabad
  • Mai 2017: Eine ausländische Mitarbeiterin eines Hilfswerks in Kabul. Eine ausländische Kollegin und ein afghanischer Wachmann wurden beim Überfall getötet.
  • Februar 2017: Zwei afghanische Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in der Provinz Jowzjan. Sechs weitere Mitarbeiter wurden beim Überfall getötet.

Beachten Sie auch die Rubrik
Terrorismus und Entführungen

Nützliche Adressen

Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Islamabad, Pakistan
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.