Gültig am:
Publiziert am: 07.09.2017

Reisehinweise für Frankreich

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Aktuelles

Der Hurrikan Irma hat auf den Karibikinseln Saint-Barthélémy und Saint-Martin mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert und enorme Sachschäden angerichtet. Auch die Kommunikationsmöglichkeiten sind beeinträchtigt.

Informieren Sie sich vor Reisen in die betroffenen Gebiete bei Ihrem Reisebüro über die Durchführbarkeit der Reise. Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften.

Vor Ort halten Sie sich in den Medien, im Hotel oder durch Bekannte auf dem Laufenden. Beachten Sie die Wettervorhersagen und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden: Sperrzonen, Evakuationsbefehle, allfällige Ausgangssperren etc.
Ministère des Outre-mer  
Préfet de Guadeloupe 

Grundsätzliche Einschätzung

Das Land ist stabil. In Paris und anderen Grossstädten sind Demonstrationen relativ häufig. Dabei kann es zu Ausschreitungen kommen. Bei den gelegentlichen Streiks muss mit Behinderungen und Verspätungen im Reiseverkehr gerechnet werden.

Die französischen Behörden weisen auf das Risiko von Terroranschlägen hin. Wiederholt sind Attentate verübt worden, unter anderem:

  • Im Zentrum von Paris wurde am 20. April 2017 ein Polizist durch Schüsse getötet, drei Personen wurden verletzt. Am 3. Februar 2017 wurde ein Soldat bei einem Messerangriff verletzt.
  • In der Nacht des 14. Juli 2016 fuhr in Nizza ein Attentäter mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge. Über 80 Personen sind getötet und mehr als 300 verletzt worden.
  • In der Nacht des 13. Novembers 2015 wurden in Paris mehrere Attentate verübt worden: im Konzertsaal Bataclan, vor dem Stade de France und anderen Orten. Über 120 Personen sind getötet und mehr als 300 verletzt worden. Der französische Präsident hat daraufhin den Notstand im ganzen Land ausgerufen.
  • Zwischen dem 7. und 9. Januar 2015 sind in Paris Attentate auf die Redaktion einer Satirezeitschrift, auf Polizisten und auf einen Koscher-Supermarkt verübt worden; sie haben mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert.

Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden.
Gouvernement français: Menace terroriste
Secrétariat général de la défense et de la sécurité nationale (SGDSN)

Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Informationen über die Überseegebiete finden Sie beim
Ministère de l’Outre-Mer

Spezifische regionale Risiken

Korsika: Auf Korsika verursachen Anschläge gegen staatliche Einrichtungen und Zweitwohnungen immer wieder Sachschaden.

Mayotte und La Réunion: Auf Mayotte und La Réunion kommt es zeitweise zu Demonstrationen und Streiks; sie können von Ausschreitungen, Strassenblockaden und Plünderungen begleitet sein. Bei länger andauernden Streiks können Versorgungsengpässe und Behinderungen des Reiseverkehrs nicht ausgeschlossen werden. Die Kriminalitätsrate ist hoch.
Im Indischen Ozean ist es wiederholt zu Piratenüberfällen gekommen. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Maritime Piraterie

Französisch Guyana: Soziale Spannungen führen zeitweise zu Demonstrationen und Streiks; sie können von Ausschreitungen und Strassenblockaden begleitet sein. Bei länger andauernden Streiks können Versorgungsengpässe und Behinderungen des Reiseverkehrs nicht ausgeschlossen werden. Die Kriminalitätsrate ist hoch. Der Besitz und Einsatz von Waffen ist verbreitet. Lassen Sie erhöhte Vorsicht walten.

Kriminalität

Kleinkriminalität ist verbreitet und in der Region Marseille, an der Côte d’Azur und in der Region Paris besonders hoch: Entreissdiebstahl, Diebstahl von Autos, Aufbruch von Autos. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Deponieren Sie Ihre Wertgegenstände im Hotelsafe. Tragen Sie jedoch immer den Pass oder die Identitätskarte auf sich, um sich ausweisen zu können.
  • In den Grossstädten kann die Kriminalität je nach Stadtteil erheblich variieren. Erkundigen Sie sich bei Bekannten, Geschäftspartnern oder im Hotel, ob es Quartiere gibt, die gemieden werden sollten oder besondere Vorsicht erfordern.
  • Lassen Sie auf nächtlichen Zugfahrten besondere Vorsicht walten. Es sind Fälle bekannt geworden, in denen Reisende im Schlafwagen betäubt und ausgeraubt worden sind.
  • Auf den Autobahnen und auf Autobahnraststätten wenden Diebe verschieden Tricks an, um Autos auszurauben oder zu stehlen. Sie täuschen z.B. Pannen oder Hilfsbereitschaft vor (z.B. Anzeige eines Schadens am Fahrzeug). Steigen Sie in einem solchen Fall nicht aus, sondern fahren Sie weiter. Übernachten Sie nicht im Auto.

Ministère de l’intérieur: Ma sécurité
Sécurité des usagers des transports en commun

Verkehr und Infrastruktur

Die Strassen sind allgemein in gutem Zustand. Die meisten Autobahnen sind gebührenpflichtig. Ab 2017 werden in mehreren Städten Umweltzonen eingerichtet (zones à circulation restreinte), in denen Motorfahrzeuge nur mit einem Zertifikat über die Luftqualität zugelassen sind. Die Zertifikate können im Internet bestellt werden.
Le Bison futé (Informationen über den Strassenverkehr)
Certificats qualité de l’air
Les Sociétés d‘autoroutes

Öffentlicher Verkehr: Die grösseren Städte haben in der Regel ein gutes öffentliches Verkehrsnetz. Auf dem Land ist es hingegen weniger weit verzweigt als in der Schweiz.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Für Fahrzeuglenker gilt eine Grenze von 0,5 Promille Blutalkoholgehalt.
Les dangers de la route

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringen Mengen und bei jeder Art von Drogen mit Haftstrafen geahndet.

Naturbedingte Risiken

Im Sommer besteht in Südfrankreich und auf Korsika Waldbrandgefahr. Schwere Regenfälle können auch in scheinbar harmlosen Flüssen Flutwellen auslösen, z.B. im Département Ardèche.
Risques naturels
Vigilance météo: Wetterwarnungen

In den Überseegebieten in der Karibik muss von Juni bis November mit Hurrikanen gerechnet werden. Ausserdem liegen die Karibik-Inseln in einem Erdbebengebiet und auf Guadeloupe und auf Martinique gibt es je einen aktiven Vulkan
Auch die Inseln Mayotte und La Réunion im Indischen Ozean liegen in einem Erdbebengebiet, und auf La Réunion liegt ein aktiver Vulkan. Im Indischen Ozean dauert die Zyklonsaison von Dezember bis April.

Auf den Inseln Neukaledoniens und von Französisch Polynesien im Pazifik besteht das Risiko von tropischen Wirbelstürmen hauptsächlich von November bis April. Schwere Regenfälle verursachen regelmässig Erdrutsche und Überschwemmungen. In Neukaledonien besteht ausserdem während der niederschlagsarmen Zeit von August bis November das Risiko von Waldbränden.

Erdbeben und Vulkanausbrüche können neben Verwüstungen auf dem Land auch Tsunami auslösen. Tsunami, die durch Erdbeben im südostasiatischen oder südamerikanischen Raum ausgelöst werden, können auch die Überseegebiete im Indischen Ozean und im Pazifik erreichen. Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden, z.B. Absperrungen um aktive Vulkane, Evakuationsbefehle.
Météo-France en Outre-mer
Risques naturels en Martinique
Risques naturels en Guadeloupe
Risques naturels à la Réunion
Guyane française: Risques naturels
Mayotte: Prévention des risques
Nouvelle Calédonie: Sécurité civile
Polynésie française: Gouvernements > sécurité > alertes

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist gewährleistet. Bei Arzt- und Krankenhausbehandlungen muss die Europäische Krankenversicherungskarte vorgewiesen werden.
Merkblatt Gemeinsame Einrichtung KVG

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Sie sind verpflichtet, sich jederzeit mit dem Pass oder der Identitätskarte ausweisen zu können.

Nützliche Adressen

Allgemeine Notrufnummer: 112
Notruf Polizei: 17
Notruf Ambulanz (SAMU): 15
Notruf Feuerwehr: 18
Ministère de l’intérieur: App SAIP zur Verbreitung von Warnungen und Verhaltensregeln (Französisch und Englisch)

Douane française (Die Überseegebiete haben eigene Zoll- und Einfuhrbestimmungen)
Service public

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Vertretungen in Frankreich
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.