Gültig am:
Publiziert am: 17.11.2021

Diese Reisehinweise sind vollständig überarbeitet worden.
Weiterhin gültig: Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen nach Haiti wird abgeraten, einschliesslich individueller humanitärer Reisen ohne lokale Verbindungspersonen.


Reisehinweise für Haiti

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Sonderinformation: Coronavirus (Covid-19)

In allen Regionen der Welt besteht das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

Der Bundesrat empfiehlt, auf Reisen in Staaten und Gebiete mit einer besorgniserregenden Virusvariante zu verzichten. Auf der Liste der Länder und Gebiete mit besorgniserregender Virusvariante des Bundesamtes für Gesundheit BAG ist ersichtlich, ob und welche Staaten/Gebiete zurzeit in diese Kategorie fallen.
BAG: Liste der Länder und Gebiete mit besorgniserregender Virusvariante

Auslandreisen erfordern eine sorgfältige Vorbereitung und ein hohes Mass an Flexibilität. Bedenken Sie namentlich folgende Punkte:

  1. Schweiz– Empfehlungen und Informationen des Bundesamtes für Gesundheit BAG: Das BAG bestimmt die grenzsanitarischen Massnahmen für die Einreise in die Schweiz, z.B. Einreiseformular, Covid-Zertifikat, Testpflicht, Quarantäne.
  2. Ausland – Ein- und Ausreisevorschriften: In zahlreichen Ländern bestehen weiterhin Einreiserestriktionen und/oder besondere Bestimmungen für die Ausreise.
  3. Ausland – Massnahmen innerhalb eines Landes: In vielen Ländern sind weiterhin diverse Massnahmen zur Eindämmung des Virus in Kraft.
  4. Ausland – medizinische Versorgung: Das Coronavirus strapaziert das Gesundheitswesen weltweit.
  5. Ausland – Unterstützung seitens EDA: Das EDA unterstützt im Rahmen des konsularischen Schutzes.
  6. Internationale Verkehrsverbindungen: Flug- und andere Verkehrsverbindungen sind teilweise noch eingeschränkt.

Beachten Sie den Fokus «Coronavirus (COVID-19).

Aktuelles

Coronavirus (COVID-19)

Beachten Sie die Informationen und Empfehlungen im Fokus «Coronavirus (COVID-19)» und des Bundesamtes für Gesundheit BAG.
Fokus Coronavirus (COVID-19)

BAG: Coronavirus

Um die Verbreitung des Coronavirus (Covid-19) einzudämmen, verfügen zahlreiche Staaten Einreise- und Ausreiserestriktionen sowie Reisebeschränkungen innerhalb des Landes. Die Vorschriften ändern laufend.

Für die aktuell gültigen Vorschriften in Haiti, beachten Sie die Informationen der zuständigen Behörden in Haiti und wenden Sie sich bei Fragen an die
Botschaft von Haiti in Paris

Ministère de la Santé Publique et de la Population

Auskunft über die Verkehrsverbindungen erteilen die zuständigen Gesellschaften und Reisebüros.

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.

Grundsätzliche Einschätzung

Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen nach Haiti wird abgeraten, einschliesslich individueller humanitärer Reisen ohne lokale Verbindungspersonen.

Es bestehen hohe politische, soziale und wirtschaftliche Spannungen. Die weitere Entwicklung der Lage ist ungewiss. Am 7. Juli 2021 ist Präsident Moïse ermordet worden; seither ist ein Übergangspräsident im Amt.

Die Sicherheitslage ist prekär und unberechenbar; die Zahl von kriminellen Entführungen und anderen Gewaltverbrechen ist hoch. Es kann kaum mit der Unterstützung durch die Polizei gerechnet werden.

Demonstrationen und selbst geringfügige Spannungen können ohne Vorwarnung in Akte der Gewalt eskalieren.

Generell muss vor, während und nach Wahlen landesweit mit Demonstrationen und anderen Zwischenfällen gerechnet werden, welche auch den Verkehr beeinträchtigen könnten. Gewalttätige Zusammenstösse mit den Sicherheitskräften können dabei nicht ausgeschlossen werden.

Es kann zu gewaltsamen Unruhen, Streiks, Strassenblockaden und gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstrierenden und den Sicherheitskräften kommen. Sachbeschädigungen und Plünderungen kommen vor, auch von Hotels und Privathäusern.

Im Falle von Unruhen, Strassenblockaden und Streiks bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die Schweizer Botschaft in Port-au-Prince hat bei Blockaden nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausreise aus den betroffenen Regionen.

Frustrationen der Bevölkerung können sich in verbalen und tätlichen Übergriffen auf ausländische Staatsangehörige und internationale Organisationen äussern.

Es kommt vermehrt zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung, oft auch über längere Zeiträume. Auch Engpässe bei der Versorgung mit medizinischen Gütern und Gütern des täglichen Bedarfs können nicht ausgeschlossen werden.

Praktisch täglich kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden sowie zwischen den Banden und den Sicherheitskräften. Dabei kommen regelmässig auch unbeteiligte Personen zu Schaden. Es besteht ein sehr hohes Risiko von Entführungen durch kriminelle Banden (siehe Kapitel Kriminalität).

Falls Sie aus zwingenden Gründen nach Haiti reisen müssen, lassen Sie sich von einer lokalen Vertrauensperson begleiten. Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien über die Entwicklung der Lage. Meiden Sie grosse Menschenansammlungen und Kundgebungen jeder Art. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren).

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate ist sehr hoch. Bewaffnete Überfälle (auch mit Todesfolge), Auto- und andere Diebstähle sowie Einbrüche kommen im ganzen Land und zu jeder Tageszeit vor.
Es kommt vor, dass Überfälle durch Personen in Polizeiuniformen verübt werden. Die Zahl der Mordfälle in den Elends- und Armenvierteln von Port-au-Prince nimmt zu.

Entführungen zwecks Lösegelderpressung kommen regelmässig vor, oft mit Gewaltanwendung. Sie richten sich gegen einheimische und ausländische Staatsangehörige. Beispiele:

  • Sechzehn amerikanische Staatsangehörige und ein kanadischer Staatsangehöriger wurden im Oktober 2021 in Port-au-Prince entführt.
  • Im Juni 2021 ist in Croix-des-Bouquets ein italienischer Staatsangehöriger entführt worden.
  • Im April 2021 wurden zwei französische Staatsangehörige und fünf einheimische Personen in Croix-des-Bouquets entführt.
  • Im Februar 2021 sind zwei Staatsangehörige der Dominikanischen Republik und eine einheimische Person in der Nähe von Port-au-Prince entführt worden.

In der Gegend um den internationalen Flughafen von Port-au-Prince ist eine Zunahme von Überfällen zu verzeichnen.

Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Lassen Sie Ihren Aufenthalt von einer ortskundigen Vertrauensperson organisieren. Lassen Sie sich von dieser Person begleiten und halten Sie sich strikt an deren Ratschläge und Anweisungen.
  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren Schmuck, teure Kameras etc.) auf sich.
  • Reisen Sie wenn möglich in Gruppen und ausschliesslich tagsüber. Selbst in den Städten ist es nicht ratsam, alleine unterwegs zu sein.
  • Verzichten Sie auf Besuche der Stadt Croix-des-Bouquets, die von kriminellen Banden kontrolliert wird.
  • Verzichten Sie auf Besuche der zahlreichen Bidonvilles, insbesondere folgende Viertel von Port-au-Prince, die weitgehend von kriminellen Banden kontrolliert werden: Cité Soleil, Martissant, Carrefour, Bel Air, Village de Dieu (Bicentennaire), Cité Militaire und Jean-Marie Vincent.
  • Halten Sie die Autotüren verriegelt und die Fenster geschlossen.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist sehr hoch. Die Verbrecher schrecken auch vor Morden nicht zurück.

In den Gewässern vor Haiti, insbesondere Hafenregion von Port-au-Prince, kommt es gelegentlich zu Piratenüberfällen. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Maritime Piraterie

Verkehr und Infrastruktur

Am 14. August 2021 hat ein schweres Erdbeben bei Saint-Louis-du-Sud auf der Tiburon-Halbinsel im Südwesten des Landes zahlreiche Todesopfer und Verletzte gefordert und grosse Schäden angerichtet. Die am schwersten betroffenen Departemente sind Nippes, Sud und Grand'Anse.
Die Instandstellung der Infrastrukturschäden wird längere Zeit in Anspruch nehmen. Falls Sie aus zwingenden Gründen nach Haiti reisen müssen, informieren Sie sich vor der Reise in die betroffenen Regionen bei Ihrer lokalen Kontaktperson über die Durchführbarkeit der Reise.

Der Strassenverkehr fordert jedes Jahr zahlreiche Todesopfer. Der schlechte Strassenzustand, die unvorhersehbare Fahrweise und die ungenügende technische Wartung vieler Autos erfordern höchste Konzentration von allen Verkehrsteilnehmenden. Wegen der hohen Unfall- und Überfallgefahr wird von nächtlichen Überlandfahrten abgeraten.

Es kommt vor, dass die Grenzübergänge kurzfristig vorübergehend geschlossen werden. Informieren Sie sich bei den lokalen Behörden oder direkt bei den Grenzposten.

Die Wasser-, Treibstoff- und Energieversorgung sowie das Mobiltelefonnetz funktionieren nur beschränkt, das Festnetz und Internet sind in hohem Masse funktionsgestört.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Die Justiz- und Sicherheitsbehörden sind in vielen Fällen überfordert. Aufgrund des fehlenden Vertrauens in das Rechtssystem führt die Bevölkerung deshalb manchmal Lynchjustiz als Form von Volksjustiz aus.

Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit Gefängnisstrafen zwischen 3 und 25 Jahren (oder mehr) geahndet. Die Untersuchungshaft kann sich über Monate hinziehen.

Die Haftbedingungen sind äusserst prekär: mangelhafte Ernährung und hygienische Verhältnisse etc.

Naturbedingte Risiken

Haiti liegt in einem Erdbebengebiet. Tsunami, die durch Erd- und Seebeben in der Karibik ausgelöst werden, können auch Haiti erreichen.

In der Zeit vom Juni bis November muss mit Hurrikanen gerechnet werden. Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der Behörden.
Weltorganisation für Meteorologie (WMO)

National weather service - Caribbean Tsunami Warning Program (CTWP)
National Oceanic and Atmosphere Administration (NOAA) – U.S. Tsunami Warning System

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Port-au-Prince. 

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in Port-au-Prince nur beschränkt und ausserhalb der Hauptstadt nicht gewährleistet. Ernsthafte Krankheiten und Verletzungen müssen im Ausland (USA oder Europa) behandelt werden. Krankenhäuser verlangen vor Behandlungen eine Vorschusszahlung (Bargeld).

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren medizinische Fachpersonen und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Regionales Konsularcenter in Santo Domingo, Dominikanische Republik
Schweizer Botschaft in Port-au-Prince
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
 Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
 Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.