Bilaterale Beziehungen Schweiz–Indonesien

Die Schweiz ist seit 1952 offiziell in Indonesien vertreten und die beiden Länder pflegen seither vielfältige bilaterale Beziehungen. Indonesien ist ein Schwerpunktland der wirtschaftlichen Zusammenarbeit des SECO. Heute ist Indonesien nach Japan, Singapur und China die wichtigste Destination für Schweizer Direktinvestitionen in Asien und die Schweiz ist einer der grössten europäischen Investoren in Indonesien.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Schweiz und Indonesien pflegen sehr gute bilaterale Beziehungen seit 1952. Seit 2011 führen die Aussenministerien der beiden Länder regelmässige politische Konsultationen zu Politik, Wirtschaft und Menschenrechten.

Seit 2008 ist Indonesien eines der acht Prioritätsländer der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).

In der multilateralen Umweltpolitik (Wald, Biodiversität, Chemikalien und Umweltgouvernanz) arbeitet die Schweiz seit Jahren eng mit Indonesien zusammen.

Die beiden Länder arbeiten auch im Rahmen der Vereinigung südostasiatischer Staaten (ASEAN) zusammen, bei der die Schweiz seit Juli 2016 den Status als sektorielle Dialogpartnerin innehat. Indonesien ist eines der fünf Gründungsstaaten der ASEAN in 1967, und der Hauptsitz des Generalsekretariats (ASEC) befindet sich in Jakarta.

Die Botschaft in Jakarta ist auch für Osttimor zuständig.

Datenbank Staatsverträge

Regierung von Indonesien (en)

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Indonesien ist für die Schweiz ein Zukunftsmarkt. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern ist im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 50 % auf 2.8 Milliarden CHF  angestiegen.

Gegenwärtig sind mehr als 150 Schweizer Unternehmen in Indonesien tätig. Per Ende 2016 betrugen die Schweizer Direktinvestitionen laut der Schweizerischen Nationalbank (SNB) insgesamt 6,9 Milliarden CHF. Diese Direktinvestitionen haben in Indonesien gemäss SNB über 20’000 Arbeitsplätze geschaffen. Die Schweiz war laut indonesischen Zahlen 2016 der drittgrösste europäische Investor in Indonesien.

Im Rahmen der wirtschaftspolitischen Strategie für Indonesien wurde Ende November 2009 eine gemeinsame Wirtschafts- und Handelskommission ins Leben gerufen.

Verhandlungen für ein umfassendes wirtschaftliches Partnerschaftsabkommen (IE-CEPA) der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) mit Indonesien sind seit 2011 im Gange.

2017 wurde der Swiss Business Hub Indonesia eröffnet, um die Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen den beiden Ländern zu fördern.

Schweiz Tourismus ist in Indonesien mit einem Mitarbeiter in der Botschaft in Jakarta vertreten. Reisen von indonesischen Touristen in die Schweiz haben in den letzten Jahren stetig zugenommen.

Länderinformation, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE

Link zum Swiss Business Hub

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Eine wichtige Basis der bilateralen Beziehungen waren die technische Unterstützung durch die DEZA sowie die Errichtung von Polytechnika während rund 20 Jahren (1976-1996, Gesamtvolumen der unterstützten Projekte: 277 Millionen CHF), welche bis heute zum guten Ruf der Schweiz in Indonesien beitragen.

Seit 2008 ist Indonesien eines der acht Prioritätsländer der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Im Rahmen der Länderstrategie 2017-2020 fördert das SECO wirtschafts- und finanzpolitische Reformen, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und unterstützt die nachhaltige Tourismusentwicklung. Ein Schwerpunkt der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit mit Indonesien liegt zudem auf dem Bereich der Berufsbildung namentlich dem Aufbau von Polytechnika und Tourismusfachschulen.

Für die Bewältigung der Folgen des Tsunami von 2004 sprach die Schweiz Mittel in der Höhe von 12,5 Millionen CHF, die in entsprechenden DEZA-Programmen eingesetzt wurden. Die Hilfeleistungen der Schweiz für die Aktivierung der Rettungskette nach dem schweren Erdbeben in Sumatra vom Oktober 2009 beliefen sich auf rund 2 Millionen CHF. Seither unterstützt die Schweiz Indonesien im Falle von Naturkatastrophen, insbesondere bei Überschwemmungen.

Seit 2013 sind zwei regionale Experten für Risikoreduktion und Katastrophenhilfe in Bangkok, um in Südostasien und im Pazifik DRR-Projekte zu unterstützen und im Falle von Naturkatastrophen rasch vor Ort zu sein. Diese Experten unterstützen auch ASEAN bei ihrem Katastrophenrisikomanagement und ihre Reaktionsfähigkeit.

Schweiz und Indonesien: Internationale Zusammenarbeit

Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Indonesien, SECO

Schweizerinnen und Schweizer in Indonesien

Ende 2017 lebten 1112 Schweizerinnen und Schweizer in Indonesien.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Schweiz eröffnete 1952 eine Vertretung in Jakarta. Sie anerkannte Indonesien im Jahr 1949, nachdem es 1945 von den Niederlanden unabhängig wurde. 1863 wurde in Batavia (heute Jakarta) ein Schweizer Konsulat eröffnet. 1916 folgte ein zweites in Medan (Nordsumatra). Bereits im 17. Jahrhundert liessen sich zahlreiche Schweizer in Indonesien nieder.

Seit den 1990er-Jahren entwickelte sich Indonesien – vor allem Bali – zu einer beliebten Feriendestination für Schweizer Reisende.

Der Ausbau des Programms der Entwicklungszusammenarbeit 1971 führte zu einer Intensivierung der Beziehungen. Bis 1997 war Indonesien ein Schwerpunktland der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit. Seit 2008 ist Indonesien eines der acht Prioritätsländer der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit des SECO. 

Im Jahr 2017 feierten die Schweiz und Indonesien das 65-jährige Bestehen ihrer bilateralen diplomatischen Beziehungen.

Historisches Lexikon der Schweiz: Indonesien

Dodis, Diplomatische Dokumente der Schweiz