Gültig am:
Publiziert am: 01.10.2018

Kapitel Aktuelles: redaktionelle Änderungen


Reisehinweise für Indonesien

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Aktuelles

Am 28. September 2018 haben sich in Zentral-Sulawesi mehrere Erdbeben unterschiedlicher Stärke und ein Tsunami ereignet. Sie haben über 1'500 Todesopfer gefordert und massive Schäden angerichtet. Am schwersten betroffen sind Palu und Umgebung. Die Instandstellung der Infrastrukturschäden dürfte mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Im Juli und August 2018 haben sich auf der Insel Lombok und auf den Gili-Inseln mehrere Erdbeben unterschiedlicher Stärke ereignet. Sie haben über 500 Todesopfer gefordert und massive Schäden angerichtet. Die Instandstellung der Infrastrukturschäden dürfte mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Informieren Sie sich vor Reisen in die betroffenen Regionen bei Ihrem Reiseveranstalter oder der örtlichen Reiseleitung über die Durchführbarkeit der Reise. Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften.

Vor Ort halten Sie sich in den Medien, im Hotel, durch Ihren Reiseveranstalter oder durch Bekannte auf dem Laufenden. Beachten Sie die Warnungen und Instruktionen der lokalen Behörden, z.B. Sperrzonen, Evakuationsbefehle. Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften.

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen sowie das Merkblatt des Schweizerischen Erdbebendienstes
Erdbeben

Grundsätzliche Einschätzung

Die politische Lage im Land ist grundsätzlich ruhig und stabil. Jedoch können separatistische Bewegungen und ethnisch-religiös motivierte Spannungen die Sicherheit in einzelnen Regionen gefährden. Bei Demonstrationen sind Ausschreitungen möglich.

Trotz erhöhter Sicherheitsmassnahmen besteht das Risiko von terroristischen Akten jederzeit im ganzen Land. Als Anschlagsziele gelten staatliche und religiöse Einrichtungen, sowie von Ausländern frequentierte Orte wie Vergnügungsstätten, Einkaufszentren, Hotels und Restaurants. Beispiele:

  • In Surabaya wurde am 13. Mai 2018 Anschläge auf drei Kirchen verübt, und am 14. Mai 2018 war das Polizeihauptquartier Ziel von Selbstmordattentätern. Die Anschläge forderten zahlreiche Todesopfer und Verletzte.
  • Am 24. Mai 2017 wurden in Jakarta zwei Bombenanschläge auf eine Busstation verübt; sie forderten drei Todesopfer und mehrere Verletzte.
  • Am 14. Januar 2016 sind im Zentrum Jakartas mehrere Anschläge verübt worden; sie haben mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert.

Die indonesischen Behörden haben die Sicherheitsmassnahmen bei strategischen Einrichtungen und besonders auch in den Flughäfen und Touristenorten verschärft. Bei der Aushebung von Terrorzellen durch die Sicherheitskräfte haben Schusswechsel wiederholt Todesopfer und Verletzte gefordert. Die muslimischen Massenorganisationen Indonesiens unterstützen die Regierung in ihrem Kampf gegen den Terrorismus. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden und bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter. Meiden Sie Massenveranstaltungen und Demonstrationen jeder Art. Lassen Sie besonders während Feiertagen und Perioden von religiöser Bedeutung (z.B. Ramadan) erhöhte Vorsicht walten. 

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Aceh (Insel Sumatra): Während mehr als 20 Jahren bestand ein blutiger Konflikt zwischen der Unabhängigkeitsbewegung GAM (Free Aceh Movement) und der indonesischen Regierung. Am 15.08.2005 ist er durch ein Friedensabkommen beendet worden. Seither hat sich die Lage in der Provinz beruhigt. Ethnisch-religiös motivierte Spannungen können sich vereinzelt in gewaltsamen Konfrontationen entladen. Lassen Sie erhöhte Vorsicht walten.
In Aceh wird islamisches Recht (Scharia) angewandt. Beispielsweise können aussereheliche Beziehungen und gleichgeschlechtliche Handlungen mit bis zu 100 Stockhieben bestraft werden.

Papua und West Papua: Stammeskonflikte und politische Spannungen zwischen der Unabhängigkeitsbewegung und der Zentralregierung entladen sich vereinzelt in gewaltsamen Konfrontationen, die sich teilweise gegen Bergbaufirmen richten. Diese Konflikte fordern immer wieder Todesopfer und Verletzte.
Zeitweise und je nach der aktuellen Sicherheitslage benötigen Reisende eine Sondergenehmigung des Polizeihauptquartiers in Jakarta oder Jayapura. Erkundigen Sie sich direkt bei diesen Stellen, ob Sie für Ihre Reise eine Genehmigung benötigen.
Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien über die aktuelle Sicherheitslage und lassen Sie besondere Vorsicht walten.

Zentral-Sulawesi: In der Region um Poso bestehen ethnisch-religiöse Spannungen. Vereinzelt sind gewalttätige Konfrontationen zu verzeichnen. Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien über die aktuelle Sicherheitslage. Lassen Sie besondere Vorsicht walten und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Sicherheitsbehörden.

Kriminalität

Kleinkriminalität ist verbreitet und nimmt mitunter auch gewalttätige Züge an. Auch Sexualdelikte sind zu verzeichnen. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck usw.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Benutzen Sie nur Taxis von Taxiständen bei Hotels, Einkaufszentren und Flughäfen, oder die Sie telefonisch bestellt haben. Diese Empfehlung gilt besonders für alleine reisende Frauen.
  • Frauen wird empfohlen, generell ihrer persönlichen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit zu schenken und sich angemessen zu kleiden.
  • Benützen Sie Geldautomaten (ATM) in Banken und Einkaufszentren ausschliesslich tagsüber.
  • Setzen Sie Ihre Kreditkarte mit Vorsicht ein, denn Missbrauch ist verbreitet.
  • Nehmen Sie von Unbekannten keine Getränke an. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer zu berauben oder sexuell zu missbrauchen.
  • Es sind Fälle gemeldet geworden, in denen illegaler, gepanschter Alkohol (meist Reis- oder Palmwein) bei Touristen und Indonesiern schwere Gesundheitsschäden oder den Tod verursacht hat. Sie haben sich vorwiegend auf Java, Bali und Lombok ereignet. Halten Sie sich im Zweifelsfall an die grossen internationalen Hotels oder grösseren Geschäfte, die importierte Spirituosen verkaufen, oder fragen Sie Ihren Reiseleiter oder eine lokale Vertrauensperson, wo legal hergestellte Getränke erworben werden können.
  • Hüten Sie sich vor Falschspielern, die versuchen, Touristen zu erpressen und um ihr Geld zu bringen. Da Glücksspiele verboten sind (auch in Privatwohnungen), machen sich auch die Geschädigten strafbar.
  • Auf Bali ist bei Time-Sharing-Verträgen grösste Vorsicht geboten. Mehrere Interessenten wurden um ihre Anzahlungen betrogen und konnten ihre Ferienwohnungen nie beziehen.

In den indonesischen Häfen und Gewässern ist es wiederholt zu Piratenüberfällen gekommen. Die Gefahr besteht vor allem in den Strassen von Malakka und von Makassar sowie in der Celebessee. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Maritime Piraterie

Verkehr und Infrastruktur

Flug-, Bahn- und Schiffsverkehr: Immer wieder fordern Flug-, Bahn- und Schiffsunfälle zahlreiche Opfer. Grund dafür ist die veraltete und mangelhaft gewartete Infrastruktur. Die Sicherheitsausrüstungen der Fähren zwischen den Inseln sind oft unvollständig.
Bei Inlandreisen ist es ratsam, sich beim Reisebüro über den Sicherheitsstandard der gewählten Fluggesellschaft oder Schiffsverbindung zu erkundigen.

Strassenverkehr: In Indonesien herrscht Linksverkehr. Das unberechenbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer sowie die teilweise vernachlässigte Strasseninfrastruktur stellen ein erhebliches Unfallrisiko dar, dies ganz besonders auch für Motorradfahrer. Es kann vorkommen, dass vor allem Lastwagen nachts oft unbeleuchtet unterwegs sind. Ferner ist es ratsam, Fahrzeuge/Motorräder bei einem bekannten/seriösen Unternehmen zu mieten. Für Reisen mit einem Personenwagen ist es empfehlenswert, nicht selbst zu fahren, sondern ein Auto mit Chauffeur zu mieten. Die Verkehrs- und Strassenverhältnisse sind für Velotouren ungeeignet. Von nächtlichen Überlandfahrten wird abgeraten. An Feiertagen wie z.B. Idul Fitri (Ende des Fastenmonats Ramadan) ist die Unfallgefahr aufgrund der stark erhöhten Reisetätigkeit der Indonesier besonders hoch.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei kleinsten Mengen und jeder Art von Drogen mit langjährigen Gefängnisstrafen (bis lebenslänglich) geahndet. Selbst die Todesstrafe ist möglich. Die Haftbedingungen sind prekär (überfüllte Zellen, unzulängliche hygienische Verhältnisse etc.).

Juristische Verfahren und polizeiliche Ermittlungen verlaufen anders als in der Schweiz: Es muss mit langen Wartefristen gerechnet und den lokalen Gegebenheiten Rechnung getragen werden. Die Dienste eines sorgfältig ausgewählten lokalen Anwalts sind unabdingbar.

Kulturelle Besonderheiten

Die grosse Mehrheit der Bevölkerung ist muslimisch. Passen Sie Kleidung und Verhalten den lokalen Gepflogenheiten sowie den religiösen und nationalen Empfindungen an. In der Provinz Aceh (Insel Sumatra) wird die Scharia (islamisches Recht) angewendet. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen. Denken Sie daran, dass während des Ramadans besondere Regeln und Vorschriften zu beachten sind.

Naturbedingte Risiken

Indonesien liegt in einem Erdbebengebiet. Erdbeben und Vulkanausbrüche können neben Verwüstungen auf dem Land auch Tsunami auslösen.

Die Vulkane Agung auf Bali, Sinabung auf Sumatra und Merapi auf Java verzeichnen erhöhte seismische Aktivitäten. Informieren Sie sich vor Reisen in diese Regionen bei Ihrem Reiseveranstalter über die Durchführbarkeit der Reise. Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften. Vor Ort halten Sie sich in den Medien, im Hotel oder durch Bekannte auf dem Laufenden. Beachten Sie die Warnungen und Instruktionen der lokalen Behörden, z.B. Sperrzonen, Evakuationsbefehle.
Indonesia Tsunami Early Warning System

Disaster Preparedness BNPB

Disaster Preparedness BNPB > Volcano

Im Sommer und Herbst können Waldbrände in der Region starke, rauchige Luftverschmutzung verursachen (haze). Atembeschwerden sind oft die Folge davon. Der Rauch von aktiven Vulkanen und Waldbränden können den Flugbetrieb beeinträchtigen.

Von November bis April muss im ganzen Land mit starken Regenfällen gerechnet werden. Sie können Überschwemmungen, Erdrutsche und Infrastrukturschäden verursachen. Auch der Reiseverkehr kann beeinträchtigt werden.

Unternehmen Sie Ausflüge, Wanderungen, oder Bergtouren in den Dschungel und auf Vulkane nur mit ortskundigen Führern und guter Ausrüstung. Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie Warnungen und Instruktionen der lokalen Behörden (Absperrungen um Gefahrenzonen, Evakuationsbefehle etc.) und bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter.
Meteorological, Climatological, and Geophysical Agency BMKG

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, so melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Jakarta.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb der Grossstädte ist die medizinische Versorgung nur beschränkt gewährleistet. Ernsthafte Krankheiten und Verletzungen sollten wenn möglich im Ausland (zum Beispiel Singapur oder Europa) behandelt werden. Mit Ausnahme von Bali können Personen mit einem negativen Rhesusfaktor unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten. Krankenhäuser verlangen eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (Kreditkarte oder Vorschusszahlung).

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Mehrmals wurde Schweizerinnen und Schweizern die Einreise verweigert, weil sie im Besitz eines provisorischen Passes waren. Benutzen Sie deshalb für Reisen nach Indonesien ausschliesslich einen ordentlichen Schweizer Pass.
Botschaft der Republik Indonesien: Visa-Informationen

Nützliche Adressen

Zollvorschriften: Indonesian Customs and Excises

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Jakarta
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.