Gültig am:
Publiziert am: 16.10.2017

Reisehinweise für Kanada

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Die politische Lage ist stabil.

Die kanadische Regierung weist auf das Risiko von terroristischen Akten hin.
Ende September 2017 forderte ein Attentat in Edmonton (Alberta) mehrere Verletzte. Der Attentäter verletzte einen Polizisten mit einem Messer und fuhr anschliessend mit einem Personenwagen in Fussgänger.
Ende Januar 2017 sind bei einer Schiesserei in einer Moschee in Quebec mehrere Personen erschossen und verletzt worden. Die kanadischen Behörden gehen von einem terroristischen Hintergrund aus.
Bei zwei Attentaten im Oktober 2014 wurden zwei Soldaten getötet: Einer am 20. Oktober 2014 bei einem Attentat in Saint-Jean-sur-Richelieu in der Provinz Québec, ein weiterer am 22. Oktober 2014 bei einem Attentat im Parlament in Ottawa.
Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen
Public Safety Canada

Kriminalität

Beachten Sie die üblichen Vorsichtsmassnahmen gegen Kleinkriminalität.

Verkehr und Infrastruktur

Die Strassen sind generell in gutem Zustand. Unterschätzen Sie bei der Routenplanung aber die immensen Distanzen nicht. Tragen Sie im Winter den klimatischen Bedingungen Rechnung (Schneestürme, Eisregen) und beachten Sie die Wettervorhersagen, bevor Sie lange Überlandfahrten antreten.

Öffentlicher Verkehr: Kanada verfügt über zahlreiche Flug-, Bahn- und Busverbindungen im Fernverkehr und ein gutes öffentliches Verkehrsnetz in den Grossstädten.

Die Unfallrate mit Schneemobilen ist hoch. Alkoholkonsum und überhöhte Geschwindigkeit sind die Ursache der meisten schweren Unfälle. Unerfahrenen Lenkern wird empfohlen, sich an die Schneemobilpisten zu halten. In Bezug auf Alkohol am Steuer gelten dieselben Gesetze wie für die anderen Motorfahrzeuge.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Die körperliche Bestrafung von Kindern (z.B. Ohrfeigen) kann von Amtes wegen vor den Richter gebracht werden, was meist mit einer Untersuchungshaft von zwei bis drei Tagen verbunden ist. Dasselbe gilt für Aggressionen gegen den/die Ehepartner/in. In öffentlichen Badeanstalten und -orten sind Badeanzüge (auch für Kleinkinder) obligatorisch.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringen Mengen und bei jeder Art von Drogen mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet (bis lebenslänglich).

Alkoholkonsum ist für Personen unter 19 Jahren in den meisten Provinzen und Territorien verboten. Das Trinken von Alkohol auf öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Anlagen ist in Kanada verboten.  Alkoholische Getränke dürfen nur zu Hause oder in lizenzierten Lokalen konsumiert werden.

Naturbedingte Risiken

In Kanada gibt es verschiedene Zonen mit unterschiedlichen geologischen und teils extremen klimatischen Bedingungen. Im Sommer besteht die Gefahr von Waldbränden und im Winter können heftige Schneestürme (Blizzards) auftreten. Sporadisch kommen Tornados und an der Ostküste Hurrikane vor. Auch Überschwemmungen kommen vor.

Die Westküste liegt in einem Erdbebengebiet. Erdbeben können nebst Verwüstungen auf dem Land auch Tsunami auslösen. Die Gefahr von Flutwellen besteht vor allem an der Westküste.

Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden.
The Weather Network
Canadian Wildland Fire Information System (CWFIS)
Natural Hazards of Canada (Public Safety Canada)
Pacific Tsunami Warning Center PTWC

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden und melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie das nächstgelegene schweizerische Generalkonsulat.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist gewährleistet, aber Krankenhausaufenthalte sind wesentlich teurer als in der Schweiz. In den meisten Städten bieten die sogenannten „Walk-in Clinics“ Konsultationen ohne Voranmeldung an. Die Kosten sind hoch und müssen sofort am Behandlungsort beglichen werden.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen kanadischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Einzig die kanadischen Behörden können zuverlässige und verbindliche Informationen über die Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen für Kanada erteilen. Informieren Sie sich in diesem Zusammenhang rechtzeitig bei der kanadischen Migrationsbehörde oder bei der kanadischen Botschaft in Paris, besonders wenn Sie ein Studium, ein Praktikum oder eine bezahlte oder unbezahlte Arbeit aufnehmen möchten. Die kanadischen Immigrationsbehörden prüfen bei der Einreise den Aufenthaltszweck genau. Im Zweifelsfall können sie die Einreise verweigern.
Citizenship and Immigration Canada
Ambassade du Canada

Für Ferien- und Geschäftsreisen von weniger als 90 Tagen müssen schweizerische Staatsangehörige seit dem 15. März 2016 im Besitz einer elektronischen Einreisebewilligung durch das ETA/AVE System sein, bevor sie ihre Flugreise nach Kanada antreten. Das Gesuch kann durch die Reisenden selbst übers Internet gestellt werden. Für weitere Auskünfte:
Government of Canada: ETA/AVE: Electronic travel authorization

Um zu verhindern, dass Krankheitserreger eingeschleppt werden, sind die Einfuhrbestimmungen und -kontrollen für Tiere und Pflanzen sowie tierische und pflanzliche Produkte sehr streng. Wer solche Güter auf der Zolldeklaration nicht aufführt, muss mit Bussen rechnen. In Extremfällen werden gar Gerichtsverfahren eingeleitet. Informieren Sie sich vor der Abreise bei der kanadischen Botschaft in Bern über die genauen Vorschriften oder konsultieren Sie die Internetseite der kanadischen "Food Inspection Agency".
Food Inspection Agency

Nützliche Adressen

Notrufnummer: 911 (in abgelegenen Gebieten: 0911)

Kanadische Zollvorschriften: Canada Border Services Agency

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Vertretungen in Kanada
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.