Gültig am:
Publiziert am: 22.12.2016

Reisehinweise für Malaysia

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Das Land ist grundsätzlich stabil. Es bestehen aber gewisse politische Spannungen.
Gewalttätige Ausschreitungen und Zusammenstösse mit den Sicherheitskräften sind möglich.

Terroranschläge können nicht ausgeschlossen werden. Ende Juni 2016 wurden bei einem Anschlag auf einen Nachtklub im Stadtteil Puchong im Aussenbezirk von Kuala Lumpur mehrere Personen verletzt. Anfang Oktober 2014 wurden bei einem Anschlag auf einen Nachtklub im Stadtteil Bukit Bintang im Zentrum von Kuala Lumpur eine Person getötet und mehrere verletzt.
Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.
Terrorismus und Entführungen

Von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen an die Küsten im Norden und Osten der Provinz Sabah sowie auf die vorgelagerten Inseln wird aufgrund des hohen Entführungsrisikos abgeraten (siehe Kapitel Spezifische regionale Risiken).

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei Ihrem Reiseveranstalter über die aktuelle Sicherheitslage. Meiden Sie Demonstrationen und grosse Menschenansammlungen jeder Art.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Provinz Sabah:
In der Sulu-See sind terroristische Gruppen aktiv, die ihre Basis auf die Philippinen haben. In den Distrikten mit Meeresanstoss an der Nord- und Ostküste der Provinz Sabah inkl. der vorgelagerten Inseln besteht ein hohesEntführungsrisiko für einheimische und ausländische Personen. Beispiele:

  • Anfang November 2016 überfielen Terroristen das Segelboot eines deutschen Ehepaares in der südlichen Sulu-See. Die Frau ist ermordet und der Mann entführt worden.
  • 2016 hat die Zahl der Entführungen von Besatzungsmitgliedern von Handelsschiffen und Fischerbooten stark zugenommen.
  • Mai 2015: Zwei Personen wurden aus einem Restaurant am Meer ausserhalb von Sandakan entführt.
  • April 2014: Zwei Personen wurden aus einer Hotelanlage in der Nähe von Semporna entführt.
  • November 2013: Auf der Resort-Insel Pom Pom (in der Nähe von Semporna) wurde ein ausländischer Tourist von seinen Entführern ermordet und seine Ehefrau verschleppt.
  • Im August 2013 kam es zu einer versuchten Entführung Nahe der Insel Mabul (Distrikt Semporna).

Im Februar und März 2013 forderte ein gewaltsamer Konflikt zwischen den malaysischen Sicherheitskräften und bewaffneten Gruppen aus dem südlichen Sulu-Archipel mehrere Todesopfer. Die malaysischen Behörden errichteten daraufhin die Sicherheitszone Ost-Sabah (Eastern Sabah Security Zone). Sie umfasst die DistrikteKudat, Kota Marudu, Pitas, Beluran,Sandakan,Kinabatangan,Lahad Datu, Kunak, Semporna,Tawausowie die vor der Küste gelegenen Inseln, einschliesslich Sipadan.
Die Lage hat sich vordergründig beruhigt. Die Sicherheitskräfte suchen aber punktuell noch nach versteckten, bewaffneten Eindringlingen. Mit weiteren Übergriffen aus dem Sulu-Archipel auf Ost-Sabah muss gerechnet werden.

Von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen an die Küsten im Norden und Osten der Provinz Sabah sowie auf die vorgelagerten Inseln wird aufgrund des hohen Entführungsrisikos abgeraten.
Lassen Sie in den übrigen Gebieten der Provinz Sabah grosse Vorsicht walten und informieren Sie sich vor Ort bei Ihrem Reiseveranstalter oder bei den lokalen Behörden über die Entwicklung der Lage. Befolgen Sie die Anweisungen der malaysischen Sicherheitsbehörden und bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter.

Kriminalität

Taschen- und andere Diebstähle sind immer häufiger, vor allem in Stadtgebieten und Touristenzentren. Entreissdiebstähle werden vorwiegend von Motorradfahrern verübt. Unter anderem werden folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck usw.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Deponieren Sie Ihre Wertsachen im hoteleigenen Safe.
  • Setzen Sie Ihre Kreditkarte mit Vorsicht ein, denn Missbrauch ist verbreitet und kommt auch in Hotels, Restaurants und Duty-Free-Shops im Flughafen vor.
  • Nehmen Sie keine Einladungen von Unbekannten an. Immer wieder werden Reisende Opfer von Falschspielerbanden, die Touristen unter irgendeinem Vorwand zu sich nach Hause einladen, um sie dort zu Geldspielen zu nötigen. Verluste von einigen Tausend Franken sind keine Seltenheit.
  • Bei Zufallsbekanntschaften in Bars und Restaurants ist Vorsicht geboten. Nehmen Sie in Bars von Unbekannten keine Getränke oder Esswaren an, und lassen Sie Ihre Drinks nicht unbeaufsichtigt stehen. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer zu berauben.

In den Meerengen und küstennahen Gewässern kommen Piratenüberfälle vor. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Maritime Piraterie

Verkehr und Infrastruktur

In Malaysia herrscht Linksverkehr. Obwohl die Strassen allgemein in gutem Zustand sind, ist das Unfallrisiko beträchtlich (überhöhte Geschwindigkeit, undisziplinierte Fahrweise - besonders von Motorradfahrern). Vorwiegend im Landesinnern sind Fähren und Ausflugsboote oft schlecht gewartet und ungenügend gesichert.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Äusserungen (auch in den sozialen Medien) oder Handlungen, die den Staat, dessen Institutionen, hochrangige Persönlichkeiten oder Symbole (z.B. Nationalflagge) in irgendeiner Form beleidigen oder verunglimpfen, sind verboten.
Besitz und Einfuhr von Waffen und Munition sind verboten und können je nach Menge die Todesstrafe zur Folge haben.
Zu den Sittlichkeitsverbrechen gehören u.a. auch gleichgeschlechtliche Handlungen. Gewisse Gesetzeswiderhandlungen werden in Malaysia mit Stockhieben bestraft.

Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei kleinsten Mengen jeder Art von Drogen äusserst hart, bis hin zur Todesstrafe, geahndet.

Die Haftbedingungen sind wesentlich schlechter als in der Schweiz.

Kulturelle Besonderheiten

Malaysia ist ein mehrheitlich muslimisches Land. Passen Sie Ihr Verhalten und Ihre Kleidung den lokalen Gepflogenheiten an, besonders ausserhalb der grösseren Agglomerationen und Touristenorte. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen. Denken Sie daran, dass während des Ramadans besondere Regeln und Vorschriften zu beachten sind.

Im Falle einer Heirat zwischen Ausländer/in und Malaysier/in muslimischen Glaubens sind die islamischen Verhaltensregeln und Gesetze zu beachten. Der Ehemann hat beispielsweise das Recht, im Extremfall die Ausreise seiner Ehefrau und Kinder - unabhängig von deren Staatsangehörigkeit - zu verhindern.

Naturbedingte Risiken

Malaysia liegt in einer Region, in der Erd- und Seebeben vorkommen. Tsunami, die durch Erdbeben im südostasiatischen Raum ausgelöst werden, können auch Malaysia erreichen.
Indian National Centre for Ocean Information Services (INCOIS)

Während der Monsunzeit wird das Land oft von heftigen Gewittern heimgesucht, die mitunter Erdrutsche und Überschwemmungen auslösen können. (Nordost-Monsun: November bis März; Südwest-Monsun: Juni bis Oktober).

Im Sommer und Herbst können Waldbrände in der Region starke, rauchige Luftverschmutzung verursachen (Haze). Atembeschwerden sind oft die Folge davon.

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Kuala Lumpur.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in den Städten voll umfänglich gewährleistet, in abgelegenen ländlichen Gebieten ist sie weniger umfassend. Allerdings können Personen mit einem negativen Rhesusfaktor unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten. Krankhäuser verlangen von ausländischen Patienten die sofortige Bezahlung der Rechnungen.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Kuala Lumpur
Regionales Konsularcenter in Bangkok, Thailand
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.