Bilaterale Beziehungen Schweiz–Mauritius

Die Republik Mauritius ist nach Südafrika der zweitwichtigste Handelspartner der Schweiz in Afrika südlich des Äquators. Zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer leben in Mauritius oder verbringen dort Ferien.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Der Inselstaat Mauritius übernahm 2012 von der Schweiz den Vorsitz des Globalen Forums über Migration und Entwicklung, woraus sich eine enge Zusammenarbeit der Behörden der beiden Länder in diesem Bereich ergab.

Nach ihrem Beitritt zum Schengenraum im Dezember 2008 hob die Schweiz die Visumspflicht für mauritische Staatsangehörige am 1.6.2009 auf, als das Abkommen zwischen den Schengenstaaten und Mauritius in Kraft trat. Für Schweizer Staatsangehörige garantiert ein im Oktober 2010 in Kraft getretenes Abkommen das Recht auf Gegenseitigkeit.

Der Botschafter der Schweiz in Pretoria ist beim Präsidenten der Republik akkreditiert, der mauritische Botschafter in Paris ist für die Schweiz zuständig.

Bilaterale Abkommen

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Laut mauritischen Statistiken war die Schweiz 2011 mit einem Handelsvolumen von 213 Mio. CHF der viertwichtigste Handelspartner ausserhalb der EU, nach den USA, China und Russland. Die Schweizer Zollstatistik weist lediglich einen Gesamtbetrag von 72 Mio. CHF aus, doch die Position von Mauritius widerspiegelt die wirtschaftliche Dynamik des Inselstaats, das günstige Geschäftsklima und die Präsenz substanzieller Schweizer Investitionen – in Industrie, Handel und Tourismus, aber auch in Unternehmen, die im Ausland reinvestieren, insbesondere in Indien. Präzisionsinstrumente, Uhren und Schmuck im Export sowie Edelmetalle, Edelsteine und Halbedelsteine im Import sind gemäss Schweizer Statistik die dominierenden Handelswaren.

Handelsförderung (Switzerland Global Enterprise)

Zusammenarbeit im Bildungsbereich

Das Universitätsspital Genf (HUG) und der Gesundheitsminister von Mauritius haben eine Zusammenarbeitsvereinbarung zur Ausbildung von Medizintechnikern abgeschlossen. Das HUG und die Insel Mauritius haben bereits mehrere Verträge über eine humanitäre Zusammenarbeit unterzeichnet.

Forschende und Kulturschaffende aus Mauritius können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Schweizer Bundesstipendien

Schweizerinnen und Schweizer in Mauritius

Ende 2015 lebten 737 Schweizerinnen und Schweizer auf der Insel Mauritius. Durchschnittlich verbringen jährlich 17’000 Schweizer Staatsangehörige Ferien in Mauritius.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Schweiz ernannte 1862 einen Honorarkonsul in Port Louis. Er und sein Nachfolger blieben bis 1910 im Amt. Nach der Unabhängigkeit 1966 wurde wieder ein Honorarkonsulat eingerichtet, 1992 ein Generalkonsulat. Vor der Unabhängigkeit fiel das Gebiet von Mauritius auf diplomatischer Ebene ins Zuständigkeitsgebiet der Schweizer Botschaft in London. Von 1968 bis 1976 war die Botschaft in Addis Abeba für die diplomatischen Beziehungen mit Mauritius verantwortlich, von 1976 bis 2000 die Botschaft in Dar es Salaam, seither ist es die Botschaft in Pretoria.

Mauritius ist Mitglied der Internationalen Organisation der Frankophonie und war 1993 Gastgeber des Gipfels. Damals nahm erstmals ein Schweizer Bundespräsident teil (Adolf Ogi).

Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz