Gültig am:
Publiziert am: 16.01.2019

Das Kapitel Aktuelles ist ergänzt worden (Plünderungen, Internetverbindungen,Flugverbindungen).


Reisehinweise für Simbabwe

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Aktuelles

Aufgrund der Wirtschaftskrise und der massiven Erhöhung der Treibstoffpreise werden seit dem 14. Januar 2019 Protestaktionen durchgeführt. Sie sind von Ausschreitungen, Plünderungen, gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften sowie von lokalen Strassenblockaden begleitet. Am 14. Januar 2019 wurden bei Zusammenstössen in Harare und Bulawayo mehrere Personen getötet oder verletzt. Mit weiteren Ereignissen dieser Art und Streiks muss im ganzen Land gerechnet werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Internetverbindungen zeitweise eingeschränkt werden.

Eine Verschlechterung der Lage kann nicht ausgeschlossen werden.

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei Ihrem Reiseveranstalter über die Entwicklung der Lage. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden, und meiden Sie Massenveranstaltungen und Demonstrationen jeder Art grossräumig.

Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften.

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.

Grundsätzliche Einschätzung

Die politische und wirtschaftliche Lage ist gespannt. Es werden immer wieder örtliche Demonstrationen und Streiks durchgeführt; dabei kann es zu Ausschreitungen kommen sowie zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.

Die schwierige Wirtschaftslage verursacht häufig Engpässe bei der Versorgung mit Treibstoffen, zeitweise auch mit anderen Gütern.

Es besteht eine Knappheit an Bargeld. Bezüge an Bancomaten sind nicht mehr möglich. Nehmen Sie deshalb genügend Bargeld (US Dollar) mit. Erkundigen Sie sich jedoch bei der Botschaft von Simbabwe in Berlin über den Höchstbetrag, der zum Zeitpunkt Ihrer Reise ein- und ausgeführt werden darf.

Das Risiko von terroristischen Anschlägen kann auch in Simbabwe nicht ausgeschlossen werden.
Terrorismus und Entführungen

Reisenden wird zu Vorsicht und Zurückhaltung geraten. Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei Ihrem Reiseveranstalter über die Entwicklung der Lage. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden, und meiden Sie Massenveranstaltungen und Demonstrationen jeder Art grossräumig.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

In Teilen der Grenzgebiete zu Mosambik sind noch Minenfelder aus dem Unabhängigkeitskrieg vorhanden. Halten Sie sich in diesen Gebieten strikt an die häufig befahrenen Strassen und informieren Sie sich im Zweifelsfall bei den lokalen Behörden und/oder der Bevölkerung.

Kriminalität

Infolge der schwierigen Wirtschaftslage und der grossen Armut ist die Kriminalität im ganzen Land relativ hoch: Taschen- und Entreissdiebstähle, Raubüberfälle, Autoaufbrüche etc. Harare und die Touristenorte sind davon am stärksten betroffen. Diebstähle von Autos unter Androhung oder gar Anwendung von Gewalt kommen ebenfalls vor. Beachten Sie unter anderem nachstehende Vorsichtsmassnahmen:

  • Unternehmen Sie Reisen ausschliesslich mit vertrauenswürdigen und ortskundigen Reiseführern.
  • Die Kriminalitätsrate kann je nach Ortschaft und Stadtteil erheblich variieren.Informieren Sie sich an Ihren Aufenthaltsorten bei Bekannten, Geschäftspartnern oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten und erkundigen Sie sich, welche Quartiere gemieden werden sollten.
  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Deponieren Sie Wertsachen und Ausweispapiere im Hotelsafe. Tragen Sie jedoch immer eine Fotokopie des Passes auf sich (einschliesslich der Seite mit dem Visum), um sich bei Polizeikontrollen ausweisen zu können.
  • Verzichten Sie auf Besuche von ärmeren Stadtquartieren.
  • Überprüfen Sie Ihre unmittelbare Umgebung vor Verlassen des Fahrzeuges auf verdächtige Personen, insbesondere ausserhalb von bewachten Parkplätzen oder in entlegenen Gebieten.
  • Halten Sie die Autofenster geschlossen und die Türen verriegelt
  • Führen Sie immer ein Mobiltelefon mit sich und informieren Sie sich über die Notfallnummern.
  • Seien Sie nachts nicht zu Fuss und möglichst nicht alleine unterwegs.
  • Verriegeln Sie die Autotüren und halten Sie die Fenster geschlossen.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn es besteht die Gefahr von Gewaltanwendung.

Verkehr und Infrastruktur

In Simbabwe herrscht Linksverkehr. Mangel an Treibstoff ist häufig.

Die meisten Strassen sind nachts nicht beleuchtet – auch in den Städten (einschliesslich Harare).

Das Unfallrisiko ist hoch, bedingt durch den teilweise schlechten Strassenzustand (Schlaglöcher), nicht funktionierende Verkehrsampeln, Tiere auf Überlandstrassen, überhöhte Geschwindigkeit, unbeleuchtete Fahrzeuge auf der Strasse etc. Während der Regenzeit (Oktober bis April) werden manche Strassen unpassierbar. Das hohe Unfallrisiko besteht auch bei Reisen mit Überlandbussen.
Unterschätzen Sie die langen Distanzen nicht, und verzichten Sie auf nächtliche Überlandfahrten.

Bei Verkehrsunfällen muss die Polizei informiert und die Position der Fahrzeuge sollte bis zum Eintreffen der Polizei nicht geändert werden, denn dies kann als Eingeständnis der Schuld gewertet werden.

Die Wartung der Eisenbahn und der Flugzeuge entspricht nicht europäischem resp. internationalem Standard.

Stromausfälle sind im ganzen Land möglich.
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Internetverbindungen zeitweise eingeschränkt werden.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Strafbar sind unter anderem gleichgeschlechtliche Handlungen und das Tragen von militärähnlicher Bekleidung (Camouflage).

Es ist verboten, den Präsidenten zu beleidigen, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Staatsgebäude, Brücken usw.) zu fotografieren. Das Fotografieren von Demonstrationen und Protestaktionen wird als illegale journalistische Tätigkeit ausgelegt und kann mit Gefängnis bestraft werden.

Diamanten und andere Edelsteine dürfen nur bei autorisierten Verkäufern erworben werden, und die Kaufquittungen müssen jederzeit vorgewiesen werden können.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden hart bestraft: bis zu 20 Jahren Gefängnis mit zusätzlichen hohen Bussen oder bis zu 30 Jahren Gefängnis.

Kapitalverbrechen wie Landesverrat und Mord können mit dem Tod bestraft werden.

Die Haftbedingungen sind prekär.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Grundversorgung in Harare ist in der Regel angemessen gewährleistet, vor alle in Privatspitälern. Zeitweise Engpässen bei der Versorgung mit Medikamenten sind jedoch möglich. Ausserhalb der Hauptstadt ist die medizinische Grundversorgung nur beschränkt gewährleistet. Krankenhäuser verlangen normalerweise eine Vorauszahlung (Bargeld oder Kreditkarte) bevor sie Patienten behandeln. Eigenes Verbandsmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen. Ernsthafte Krankheiten und Verletzungen sollten im Ausland behandelt werden (z. B. in Südafrika oder in der Schweiz).

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Die Region um Marange, wo sich Diamantenminen befinden, darf nur mit einer Bewilligung der lokalen Behörden bereist werden. Die Botschaft von Simbabwe in Berlin erteilt Auskunft.

Nützliche Adressen

Notruf allgemein: 0800 3222 911
Notruf Polizei: +263 24 2703 631
Notruf Feuerwehr: +263 24 783 980

Zollvorschriften: Zimbabwe Revenue Authority

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Regionales Konsularcenter in Pretoria, Südafrika

Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.