Gültig am:
Publiziert am: 12.08.2016

Reisehinweise für Thailand

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Wiederholt haben die thailändischen Sicherheitskräfte auf das Risiko von Anschlägen und Sabotageakten hingewiesen. Das Risiko besteht im ganzen Land. 
Am 11. und 12. August 2016 haben Bombenanschläge in verschiedenen Badeorten mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert. Am 17. August 2015 hat ein Bombenanschlag beim Erawan-Schrein im Stadtzentrum von Bangkok mehrere Todesopfer und über 100 Verletzte gefordert. Lassen Sie Vorsicht walten. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Am 22. Mai 2014 hat das Militär in einem Putsch die Macht und somit die Kontrolle über das Land übernommen. Dadurch hat sich die Lage vordergründig beruhigt. Zuvor war es während Monaten zu Demonstrationen und Besetzungen öffentlicher Gebäude im Grossraum Bangkok gekommen. Anschläge auf Demonstranten, gewaltsame Zusammenstösse zwischen Anhängern der Regierung und der Opposition sowie zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften hatten wiederholt Todesopfer und Verletzte gefordert.

Am 22. Juli 2014 trat eine Übergangsverfassung in Kraft. Das seit dem Putsch geltende Kriegsrecht („Martial Law“) wurde am 1. April 2015 aufgehoben und durch ein Dekret der Militärregierung ersetzt, das im Wesentlichen landesweit dieselben Einschränkungen vorsieht: Es verbietet unter anderem Demonstrationen, politische Versammlungen von mehr als fünf Personen, Kritik an der Armee und ermöglicht im Fall von Unruhen die Verhängung von nächtlichen Ausgangssperren.

Halten Sie sich über die Medien und über Ihren Reiseveranstalter auf dem Laufenden, und befolgen Sie die Anweisungen der thailändischen Behörden. Meiden Sie Demonstrationen und Menschenansammlungen jeder Art.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Süden des Landes: In den Provinzen Pattani, Yala, Narathiwat und Songkhla werden seit einigen Jahren Anschläge durch radikale malay-muslimische Gruppierungen verübt. Die Anschläge richten sich vor allem gegen öffentliche Einrichtungen (Militär, Polizei, Eisenbahn, Schulen etc.). Auch unbeteiligte Zivilisten können Opfer von Gewalttaten sein. Seit Ende 2007 werden auch Anschläge auf Hotels oder Märkte verübt. Zum Beispiel forderten Bombenanschläge Mitte Mai und Juli 2015 in Yala mehrere Tote und Verletzte. Es ist zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Aufständischen und Sicherheitskräften gekommen. Von Reisen in die Provinzen Pattani, Yala, Narathiwat und Songkhla wird abgeraten.
In der Provinz Satun ist erhöhte Vorsicht geboten.
Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei den lokalen Behörden über die aktuelle Situation.

Alle Grenzzonen: In allen Grenzzonen sind noch einzelne Minenfelder vorhanden. Halten Sie sich an die häufig benutzten Strassen und informieren Sie sich im Zweifelsfall bei den lokalen Behörden und/oder der Bevölkerung.

Grenzgebiet zu Myanmar: In den ländlichen Gebieten sind teilweise bewaffnete Banden aktiv. Informieren Sie sich bei den lokalen Behörden über die aktuelle Lage, und lassen Sie sich bei Ausflügen ausserhalb der Städte von einem erfahrenen, lokalen Reiseführer begleiten.

Grenzgebiet zu Kambodscha: Bei den Tempeln Preah Vihear (in der gleichnamigen kambodschanischen Provinz), Ta Kwai und Ta Muen (in der thailändischen Provinz Surin) kam es zwischen 2008 und 2011 wiederholt zu Schusswechseln und Verhaftungen. Der internationale Gerichtshof hat im November 2013 bestätigt, dass der Tempel Preah Vihear zu Kambodscha gehört. Seither hat sich der Grenzkonflikt etwas entspannt, ist aber noch nicht gelöst. Vereinzelte Schusswechsel sind nach wie vor nicht auszuschliessen. Die Gebiete um die Tempel Preah Vihear, Ta Kwai und Ta Muen sind auf der thailändischen Seite militärisch abgeriegelt und für Besucher nicht zugänglich. Lassen Sie bei Reisen in die gesamte Grenzzone erhöhte Vorsicht walten, und erkundigen Sie sich bei Ihrem Reisebüro oder den lokalen Behörden über die aktuelle Sicherheitslage.

Kriminalität

Vor allem in den Städten sind folgende Delikte relativ häufig: Entreissdiebstähle durch Motorradfahrer, Taschendiebstähle, sowie Delikte, die auf schnelle Bekanntschaften in Bars zurückzuführen sind. Auch Sexual- und andere Gewaltdelikte sind zu verzeichnen, teilweise mit Todesfolge. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck usw.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Benutzen Sie nur lizenzierte Taxis (Hoteltaxis oder sog. "Taxi Meter"). Fahrgäste von inoffiziellen Taxis sind wiederholt bedroht und erpresst worden.
  • Nehmen Sie in Bars von Unbekannten keine Getränke oder Esswaren an, und lassen Sie Ihre Drinks nicht unbeaufsichtigt stehen. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer zu berauben.
  • Lassen Sie auf der Insel Koh Phangan erhöhte Vorsicht walten, besonders während der Vollmondpartys. Wiederholt sind Vergewaltigungen und andere gewaltsame Überfälle (mit Todesfolge) gemeldet worden. Oft sind Getränke im Spiel, die mit Betäubungsmitteln versetzt worden sind.
  • Unternehmen Sie Trekking-Touren in den nördlichen Landesteilen ausschliesslich in Begleitung eines anerkannten, ortskundigen Führers.
  • Frauen wird empfohlen, generell ihrer persönlichen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit zu schenken, sich angemessen zu kleiden und nach Einbruch der Dunkelheit unbeleuchtete Strassen und einsame Gegenden zu meiden.

Verschiedene Betrügereien kommen vor. Die Kriminellen sind einfallsreich und teilweise sogar gewaltbereit. Es wird berichtet, dass manchmal korrupte Polizeibeamte involviert sein sollen. Die folgende Aufzählung ist nicht abschliessend:

  • Setzen Sie Ihre Kreditkarte mit Vorsicht ein, denn Missbrauch ist verbreitet.
  • Vor allem in den Touristenorten werden vermehrt Geldautomaten für Missbräuche manipuliert. Benutzen Sie wenn möglich überwachte Bancomaten im Innern von Bankgebäuden.
  • Misstrauen Sie Kundenfängern, die auf offener Strasse Touristen ansprechen und Edelsteine oder andere Waren anbieten oder Geschäfte mit besonders günstigen Angeboten resp. Rabatten empfehlen. Thais sind von Natur aus eher reserviert und sprechen Fremde in der Regel nicht ohne weiteres an.
  • Es kommt vor, dass Visumagenturen und Reisebüros anbieten, die Verlängerung des thailändischen Visums für ihre Kunden zu erledigen und dabei illegale Praktiken anwenden. Hohe Haftstrafen sind die Folge für den Passinhaber. Beantragen Sie deshalb bei Bedarf die Verlängerung des Visums persönlich bei einem der offiziellen Immigration Offices im Land.
  • Es ist bekannt geworden, dass gewisse Vermieter von Jetski (Wassermotorrädern), Autos und Motorrädern Touristen für Schäden verantwortlich machen, die sie gar nicht verursacht haben. Zur Durchsetzung Ihrer Forderungen schrecken einige Vermieter nicht vor Gewaltanwendung zurück oder verweigern die Rückgabe des Reisepasses, den sie als Depot verlangt haben. Lassen Sie bei der Miete von Fahrzeugen grösste Vorsicht walten und hinterlegen Sie nie den Reisepass sondern lediglich eine Kopie davon. Mieten Sie Autos bei international bekannten Firmen.

Verkehr und Infrastruktur

In Thailand herrscht Linksverkehr. Das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer stellt ein erhebliches Unfallrisiko dar, besonders auch für Motorradfahrer. Am Strand oder auf der Strasse angebotene Mietwagen und Motorfahrräder entsprechen nicht immer dem erwarteten Standard in Bezug auf Wartung und Versicherung. Es ist deshalb ratsam, Fahrzeuge bei einer bekannten Gesellschaft zu mieten.

Siehe auch Kapitel naturbedingte Risiken.

Die Qualität der Sicherheitsvorkehrungen und des Materials für den Wassersport ist sehr unterschiedlich. Berücksichtigen Sie ausschliesslich Firmen mit einer Lizenz der thailändischen Behörden und mit einer Versicherungsdeckung.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Glücksspiele um Geld sind verboten. 
Das thailändische Königshaus geniesst uneingeschränkten Respekt; unbedachte Äusserungen oder Handlungen können mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden. Darunter fallen z.B. das Zerknüllen einer Banknote mit dem Portrait des Königs oder kritische Äusserungen im Internet oder per SMS. Es ist verboten, die Armee und das Kriegsrecht zu kritisieren.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei kleinsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigem Freiheitsentzug (bis lebenslänglich) geahndet, in besonders gravierenden Fällen sogar mit der Todesstrafe.

Die Haftbedingungen sind hart.

Kulturelle Besonderheiten

Der grösste Teil der Bevölkerung Thailands bekennt sich zum Buddhismus. Die malaiisch-stämmige Bevölkerung in den südlichen Provinzen nahe der Grenze zu Malaysia ist mehrheitlich muslimisch. Passen Sie Verhalten und Kleidung den lokalen Gepflogenheiten an. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen.

Naturbedingte Risiken

Thailand liegt in einer Region, in der Erd- und Seebeben vorkommen. Tsunami, die durch Erdbeben im südostasiatischen Raum ausgelöst werden, können auch Thailand erreichen.
Pacific Tsunami Warning Center PTWC.

Von Mai bis Oktober/November muss im ganzen Land, im Süden auch während der übrigen Monate, mit starken Regenfällen gerechnet werden. Sie können Überschwemmungen, Erdrutsche und Infrastrukturschäden verursachen. Auch der Reiseverkehr kann beeinträchtigt werden. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter, beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden.
Thai Meteorological Department

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizerische Botschaft in Bangkok.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist gewährleistet. Krankenhäuser verlangen eine finanzielle Garantie, bevor sie Ausländer behandeln (Nachweis einer Krankenversicherung, Kreditkarte oder Vorschusszahlung in bar). In abgelegenen Gebieten können Personen mit einem negativen Rhesusfaktor unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Tragen Sie stets Ihren Pass auf sich, um sich bei Personenkontrollen ausweisen zu können.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 191
Touristenpolizei: 1155

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Bangkok
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.