Gültig am:
Publiziert am: 01.07.2016

Reisehinweise für Vietnam

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

 

Grundsätzliche Einschätzung

Vietnam kann als stabil bezeichnet werden.

Dennoch ist in der Umgebung von Demonstrationen Vorsicht geboten, da einzelne gewalttätige Ausschreitungen möglich sind.

Meiden Sie Kundgebungen jeder Art. Verfolgen Sie das aktuelle Geschehen in den lokalen Medien und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (Absperrungen, Ausgangssperren, etc.).

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Nicht explodierte Bomben und Minen aus dem Vietnamkrieg stellen noch immer eine ernst zu nehmende Gefahr dar. Sie sind vor allem in Zentralvietnam und entlang der laotischen Grenzen weit verbreitet. Gebiete mit nicht explodierten Bomben sind im Gegensatz zu den Minenfeldern, in der Regel nicht gekennzeichnet. Bei individuellen Ausflügen in abgelegene Gebiete ist es ratsam, sich bei den lokalen Sicherheitsbehörden und/oder der Bevölkerung zu informieren.

Kriminalität

Die schwierige Wirtschaftslage auf dem Land bewirkt eine bedeutende Migrationsbewegung in die beiden grössten Städte (Hanoi und Ho Chi Minh-Stadt) und eine Zunahme von Taschen- und Entreissdiebstählen. Gewaltkriminalität ist hingegen eher selten. Am höchsten ist die Kriminalitätsrate in Ho Chi Minh-Stadt. Geschäftsleute sind wiederholt Opfer von Betrügereien geworden. Kriminelle Entführungen mit Lösegeldforderungen kommen vor.  Die Entführungsopfer sind primär Vietnamesen, doch sind vereinzelt auch in Vietnam wohnhafte ausländische Staatsangehörige entführt worden. Unter anderem werden folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Setzen Sie Ihre Kreditkarte mit Vorsicht ein, denn Missbrauch kommt vor.
  • Vorsicht mit Geldautomaten - diese werden teilweise für Missbräuche manipuliert. Benutzen Sie wenn möglich überwachte Geldautomaten im Innern von Bankgebäuden.
  • Nehmen Sie nach Einbruch der Dunkelheit keine Velo- oder Motorradtaxis.
  • Benutzen Sie in den Flughäfen den vorgebuchten Flughafentransfer Ihres Hotels oder ein offizielles Taxi.
  • Meiden Sie in Hanoi, Ho Chi Minh-Stadt und den grösseren Städten die ärmeren Quartiere.
  • Beim Verlassen von Diskotheken und Nachtklubs sind wiederholt Touristinnen Opfer von Sexualverbrechern geworden. Frauen wird deshalb empfohlen, nachts nicht alleine auszugehen und wenn immer möglich telefonisch bestellte Taxis zu benutzen.
  • Nehmen Sie keine Einladungen von Unbekannten an. Immer wieder werden Reisende Opfer von Falschspielerbanden, die Touristen unter irgendeinem Vorwand zu sich nach Hause einladen, um sie dort zu Geldspielen zu nötigen. Da Glücksspiele ausserhalb der wenigen staatlich bewilligten Kasinos verboten sind, machen sich die Geschädigten sogar noch strafbar.

In den vietnamesischen Gewässern ist es wiederholt zu Piratenüberfällen gekommen, die sich gegen Handelsschiffe, Jachten und Ausflugsboote richten. Die südlichen Küstenabschnitte sind davon besonders betroffen. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Maritime Piraterie

Verkehr und Infrastruktur

Das Unfallrisiko auf Vietnams Strassen ist hoch, insbesondere auch für Motorradfahrer: schlechter Strassenzustand, unvorhersehbare Fahrweise, Missachtung der Verkehrsregeln, streunendes Vieh usw. Die Überlandbusse sind oft mangelhaft gewartet und deren Fahrer übermüdet, sodass sie ein besonders hohes Risiko darstellen. Der Strassenverkehr erfordert höchste Konzentration von allen Verkehrsteilnehmern (Auto-, Motorrad-, Velofahrer und Fussgänger). Verzichten Sie generell auf nächtliche Überlandfahrten.

Lassen Sie bei der Wahl von Touristenbooten Vorsicht walten. Besonders die billigsten Angebote erfüllen nicht einmal elementare Sicherheitsanforderungen. Es kommt immer wieder zu Bootsunglücken, z.B. in der Ha Long Bucht, im Mekong-Delta oder auf dem Han-Fluss. Wiederholt sind dabei Touristen ums Leben gekommen.

Es kommt vor, dass fahrende Züge von Jugendlichen mit Steinen beworfen werden. Dadurch sind wiederholt Passagiere verletzt worden.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Politische Aktivitäten jeder Art sowie das Fotografieren militärischer Einrichtungen und öffentlicher Bauten (Flughäfen, Brücken usw.) sind verboten.
Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei kleinsten Mengen und jeder Art von Drogen mit langjährigen Gefängnisstrafen (bis lebenslänglich) geahndet. Für gewisse Delikte kann die Todesstrafe verhängt werden, zum Beispiel für den Schmuggel von Falschgeld.
Die Haftbedingungen sind äusserst prekär.

Naturbedingte Risiken

Von Juli bis November muss vor allem in den Küstenregionen und im Mekong-Delta mit Wirbelstürmen und schweren Regenfällen gerechnet werden. Sie können Überschwemmungen, Erdrutsche und Infrastrukturschäden verursachen. Tsunamis, die durch Erdbeben im südostasiatischen Raum ausgelöst werden, können auch Vietnam erreichen. Beachten Sie die Warnungen und Anweisungen der Behörden.
Mekong River Commission
Weltorganisation für Meteorologie (WMO)
Pacific Tsunami Warning Center PTWC

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist nur beschränkt gewährleistet. Ernsthafte Erkrankungen und Verletzungen werden mit Vorteil im Ausland (Singapur, Thailand oder Europa) behandelt. Krankenhäuser verlangen eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (Kreditkarte oder Vorschusszahlung). Personen mit einem negativen Rhesusfaktor können unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Einige abgelegene Regionen sind für Reisende nicht zugänglich. Die Vertretungen Vietnams in der Schweiz erteilen nähere Auskunft.

Nach einem Passverlust muss für die Ausreise ausser einem Ersatzpass zwingend auch ein Ersatzvisum beantragt werden. Die Ausstellung des Ersatzvisums durch die vietnamesische Immigrationsbehörde nimmt ca. fünf Arbeitstage in Anspruch. Inlandflüge können in Einzelfällen mit der Identitätskarte und einem Polizeirapport angetreten werden. Kontaktieren Sie bei einem Passverlust umgehend das Schweizer Generalkonsulat in Ho-Chi-Minh City, um das aktuell gültige Vorgehen zu erfahren.

Nützliche Adressen

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Vertretungen in Vietnam
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.