Bilaterale Beziehungen Schweiz–Iran

Die Schweiz und Iran pflegen gute diplomatische Beziehungen und treffen sich regelmässig zu politischen Konsultationen. Die Schweiz vertritt als Schutzmacht die konsularischen und diplomatischen Interessen der USA im Iran.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Politische Konsultationen finden regelmässig in Bern und Teheran statt. Seit 1980 nimmt die Schweiz die konsularischen und diplomatischen Interessen der USA in Iran wahr, seit 1979 jene Irans in Ägypten.

Es bestehen Abkommen zum Luftverkehr (1954, 1972 und 2004), zum Landverkehr (1977), zur Exportrisikogarantie (1966), zum Investitionsschutz (1998) und zur Doppelbesteuerung (2002).

Bilaterale Abkommen

Sanktionsmassnahmen der Schweiz gegenüber Iran

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und Iran sind traditionell gut. Bis 2008 stieg das Handelsvolumen kontinuierlich an. Seither erschweren die internationalen Sanktionen gegen den Iran die wirtschaftlichen Beziehungen, und das Handelsvolumen hat abgenommen.

Die Schweiz setzt die völkerrechtlich bindenden Sanktionen der UNO um und zieht fallweise unilaterale Sanktionen der wichtigsten Handelspartner der Schweiz, namentlich der EU, autonom nach.

Staatssekretariat für Wirtschaft SECO / Länderinformationen

Zusammenarbeit im Bildungsbereich

Schweizer Universitäten und die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen Lausanne und Zürich besitzen bei Studierenden aus dem Iran einen guten Ruf.

Forschende und Kulturschaffende aus Iran können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Schweizer Bundesstipendien

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Nach den schweren Erdbeben von 1997, 2003 und 2012 leistete die Schweiz Nothilfe und half beim Wiederaufbau der Infrastruktur.

Kulturaustausch

Die beiden Länder pflegen einen regelmässigen kulturellen Austausch. Mehrere Schweizer Museen erhielten bedeutende Leihgaben aus Iran.

Schweizerinnen und Schweizer in Iran

Anfang 2014 lebten 185 Schweizer Staatsangehörige in Iran.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Im 17. Jahrhundert liessen sich Schweizer Uhrmacher im Persischen Reich nieder. Die wirtschaftlichen Beziehungen verstärkten sich im 19. Jahrhundert, vor allem im Transport- und Bankensektor. Schweizer Archäologen beteiligten sich an Ausgrabungen in Persien.

Ab dem 20. Jahrhundert kamen Iraner in die Schweiz: als Touristen, als Flüchtlinge oder als Studierende, wie der frühere Ministerpräsident Mossadegh und der Schah Muhammad Riza Pahlavi.

Aufgrund ihrer Neutralität vertrat die Schweiz in Iran die Interessen Italiens (1946), Australiens, Kanadas, Grossbritanniens, Irlands und Neuseelands (1952), Südafrikas (1952, 1979–1995) und des Libanon (1984). Zudem übernahm sie die Interessenvertretung von Iran bei den Achsenmächten (1941–1946), in Israel (1958–87), im Irak (1971–1973) und in Südafrika (1979–1994).

1873 unterzeichneten die beiden Länder einen Freundschafts- und Handelsvertrag. Seit 1934 bestehen ein Freundschaftsvertrag und ein Niederlassungsabkommen. 1919 eröffnete die Schweiz in Teheran ein Konsulat, seit 1936 unterhält sie in dort eine Botschaft.

Eintrag im historischen Lexikon der Schweiz