Gültig am:
Publiziert am: 06.01.2016

Reisehinweise für Argentinien

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

 

Grundsätzliche Einschätzung

Im ganzen Land kann es zu Demonstrationen, Streiks, Strassensperren und Ausschreitungen kommen. In solchen Fällen muss mit örtlichen Verkehrsbehinderungen und Verspätungen gerechnet werden. Die Schweizer Botschaft in Buenos Aires hat bei Blockaden zum Teil nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausreise aus den betroffenen Regionen.

Terroranschläge sind nicht auszuschliessen.
Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien über die Entwicklung der Lage. Meiden Sie Demonstrationen sowie grössere Menschenansammlungen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden.

Kriminalität

Das organisierte Verbrechen nimmt zu. Die Kriminalitätsrate ist besonders in den grösseren Städten relativ hoch, aber auch in der Provinz Buenos Aires sowie speziell in den Städten Córdoba, Mendoza, Rosario und in der Hauptstadt Buenos Aires.

Am häufigsten sind, insbesondere in touristischen Gegenden, Taschen- und Entreissdiebstähle in den Strassen, vor Banken, an Flughäfen und Bahnhöfen.  Trickdiebstähle werden mittels Ablenkungsmanöver in Restaurants, Hotellobbies und Parks vorgetäuscht. Z.B. werden Reisende oft mit „versehentlichen“ Senfspritzern, angeblichen Vogeldreck sowie  Auskünften/Fragen nach dem Weg ausgetrickst. Aber auch bewaffnete Überfälle und Entführungen kommen vor, ebenso wie Überfälle auf Taxipassagiere. Bei so genannten "Express-Entführungen" werden die Opfer ausgeraubt und zu Bargeldbezügen mit der Kreditkarte gezwungen. Wiederholt sind Touristinnen vergewaltigt worden. Beachten Sie unter anderem nachstehende Vorsichtsmassnahmen:

  • Frauen wird empfohlen, nicht alleine zu reisen.
  • Die Kriminalitätsrate kann je nach Ortschaft und Stadtteil erheblich variieren. Erkundigen Sie sich an Ihren jeweiligen Aufenthaltsorten bei Bekannten, Geschäftspartnern oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten, insbesondere ob es Quartiere gibt, die gemieden werden sollten. Verzichten Sie auf alle Fälle auf Besuche der ärmeren Stadtteile ("villas miserias").
  • Meiden Sie in Buenos Aires nachts die Quartiere "Constitución", "Once" und „La Boca“, sowie die Umgebung rund um den Bahnhof des Quartiers „Retiro“.
  • Meiden Sie nach Einbruch der Dunkelheit generell unbeleuchtete Plätze, Parks, Strassen, etc.
  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Schmuck, teure Uhren, teure Kameras usw.) zur Schau, resp. auf sich und führen Sie nur wenig Geld mit.
  • Deponieren Sie Ihre Dokumente im Hotelsafe; tragen Sie jedoch immer eine Fotokopie des Reisepasses auf sich.
  • Wechseln Sie kein Geld auf der Strasse. In Argentinien sind gefälschte Banknoten, vor allem Hunderternoten, im Umlauf. Insbesondere beim Zahlen im Taxi ist die Gefahr gross, dass die Hunderternoten mit falschen Scheinen getauscht werden.
  • Seien Sie bei Einladungen von Kurzbekanntschaften zurückhaltend und lehnen Sie im Zweifelsfall ab.
  • Geben Sie Fremden oder Kurzbekanntschaften keine persönlichen Details bekannte (Hotel, Reiseroute, etc.)
  • Halten Sie die Autofenster geschlossen und die Türen verriegelt.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch.

Verkehr und Infrastruktur

Schwere Verkehrsunfälle sind häufig. Die Überlandstrassen sind mehrheitlich nur zweispurig, und das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer ist unvorhersehbar. Besonders in den Provinzen Buenos Aires, Santa Fe, Córdoba, La Pampa und Entre Ríos bilden die zahlreichen Lastwagen ein zusätzliches Unfallrisiko, vor allem für Radfahrer. Abseits der Autobahnen sind die Fahrzeuge auch bei Dunkelheit oft unbeleuchtet unterwegs. Lassen Sie im Strassenverkehr grosse Vorsicht walten, und verzichten Sie im Landesinnern auf nächtliche Überlandfahrten.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei kleinen Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Gefängnisstrafen geahndet. Die Haftbedingungen sind prekär (mangelhafte hygienische Verhältnisse usw.).

Bergbesteigungen und Trekkings müssen in gewissen Gebieten durch das Ministerium für Tourismus bewilligt werden. Vergewissern Sie sich, dass die Organisatoren einer Expedition alle Vorschriften einhalten.

Naturbedingte Risiken

Erdbeben und Vulkanausbrüche können entlang der Anden vorkommen.
Instituto nacional de prevención sísmica

Argentinien wird immer wieder von Überschwemmungen heimgesucht. Insbesondere die Städte Buenos Aires und La Plata sind davon betroffen, wie auch die Regionen entlang dem Rio Paraná.

In den Bergen können sich die Witterungsverhältnisse sehr rasch ändern. Unternehmen Sie Wanderungen und Bergtouren, auch um das Risiko von Überfällen zu vermindern, in Begleitung eines anerkannten lokalen Führers. In den Anden sollten die Symptome der Höhenkrankheit nicht unterschätzt werden.

Beachten Sie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden. 
Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Buenos Aires.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist gewährleistet. In abgelegenen Regionen wie Patagonien und ausserhalb von grösseren Städten bestehen zum Teil nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten. In den staatlichen Spitälern wird davon ausgegangen, dass die Angehörigen die Patienten versorgen. Die privaten Spitäler verfügen in der Regel über einen umfänglicheren Pflegedienst und sind möglicherweise technisch besser ausgerüstet als die staatlichen Krankenhäuser. Sie verlangen jedoch einen Kostenvorschuss oder eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Notruf allgemein: 911
Notruf Polizei: 101
Notruf Sanität: 107
Notruf Touristenpolizei Buenos Aires: 0800-9995000
Ente Turismo de Buenos Aires: Información útil para el turista

Auf Polizeiposten wird Spanisch gesprochen. Muss ein Übersetzer beigezogen werden, so kann dies stundenlange Verzögerungen nach sich ziehen.

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Buenos Aires
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.