Bilaterale Beziehungen Schweiz–Chile

Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Chile sind gut und haben sich kontinuierlich intensiviert und weiterentwickelt. Auf multilateraler Ebene arbeiten die Länder auf der Grundlage von gemeinsamen Werten gut zusammen.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Chile sind in den letzten Jahren intensiver geworden. Wichtige Themen der Zusammenarbeit sind der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen schweizerischen und chilenischen Institutionen sowie die Zusammenarbeit in den Bereichen Klimawandel und Wasser. Die beiden Länder arbeiten auch im Energiebereich zusammen, um den Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung zu erhöhen.

Die Schweiz und Chile haben Abkommen in den Bereichen Freihandel (EFTA – Chile), Investitionsschutz, Doppelbesteuerung, Rechtshilfe, Luftverkehr und soziale Sicherheit abgeschlossen.

Datenbank Staatsverträge

Chilenische Regierung (es, en)

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

2018 importierte die Schweiz Güter im Wert von mehr als 540 Millionen CHF aus Chile, mehrheitlich Edelsteine und Edelmetalle. Die Exporte nach Chile beliefen sich auf 320 Millionen CHF und betrafen hauptsächlich Pharmazeutika, Maschinen und Präzisionsinstrumente. Ende 2017 bezifferte sich der Bestand der Schweizer Direktinvestitionen in Chile auf –1.9 Milliarden CHF, was bedeutet, dass die Passiven von Muttergesellschaften in der Schweiz gegenüber ihren verbundenen Unternehmen in Chile grösser sind, als die Aktiven. Schweizer Firmen beschäftigten 2018 rund 18’500 Angestellte.

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE

Chilenisch-schweizerische Handelskammer (es) 

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Forschende aus Chile können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Die Universität St. Gallen ist für die Periode 2017-20 als «Leading House für Latein Amerika» ernannt worden, und bietet Instrumente zur Unterstützung der Forschung an. Im Bereich der Innovation unterstützt das Programm «EUREKA» Projekte für die angewandte Wissenschaft.

Junge Berufsleute aus Chile können dank des sogenannten Stagiaireabkommens ihre Berufs- und Sprachkenntnisse in der Schweiz erweitern. Das Swiss Polar Institute, ein Forschungszentrum der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL), führte 2017 mit der Unterstützung von Chile die Antarctic Circumnavigation Expedition (ACE) sowie weitere Forschungsprojekte durch.

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI

Leading House Lateinamerika (en)

EUREKA (en)

Swiss Polar Institute (en) 

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Die Globalprogramme der DEZA in der Andenregion (Klimawandel, Schutz der Ressourcen und Wasser) operieren auch in Chile. Um die chilenischen Fachkenntnisse einzubeziehen, nutzt die Schweiz auf regionaler Ebene einen Ansatz der Süd-Süd-Zusammenarbeit, Schadensminderungsszenarien um Themen wie die Luftqualität in den Städten (CALAC+), Nachhaltige Nutzung der andinen Wälder (Bosques Andinos) sowie die private Wassernutzung (Suizagua) zu bearbeiten. Die humanitäre Hilfe der Schweiz unterstützt von Lima aus auch Chile, vor allem im Bereich der Risikoreduktion für Naturkatastrophen und rasche Intervention im Falle einer Krise.

Programm « Aktionsplan und Schadensminderungszenarien» (en)

Projekt Klima und saubere Luft in Lateinamerikanischen Städten, CALAC+  

Programm «Bosques Andinos» (en)

Programm Suizagua 2 (es)

Schweizerinnen und Schweizer in Chile

Ende 2018 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik fast 5400 Schweizerinnen und Schweizer in Chile. In der Hauptstadt Santiago besteht seit 1939 eine Schweizerschule mit rund 600 Schülern, die einen hervorragenden Ruf geniesst.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Ein Nachkomme von Schweizer Einwanderern, der Christdemokrat Eduardo Frei, wurde 1964 zum Präsidenten gewählt; sein gleichnamiger Sohn versah dieses Amt von 1994 bis 2000.
1851 eröffnete die Schweiz ein Honorarkonsulat in Valparaiso, 1918 eines in der Hauptstadt Santiago. Dieses wurde 1923 in ein Generalkonsulat, 1944 in eine Gesandtschaft und 1957 in eine Botschaft umgewandelt.
Chile war im 19. Jahrhundert ein Ziel für Schweizer Auswanderer. Kaufleute liessen sich in der Hafenstadt Valparaíso nieder, Bauern und Handwerker eher im Süden des Landes.

Chile, Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz: Mexiko

Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis