Gültig am:
Publiziert am: 22.09.2016

Reisehinweise für Chile

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Das Land ist grundsätzlich stabil. Verschiedene Gruppen geben ihrer Unzufriedenheit mit der Regierung auf der Strasse Ausdruck.

In der Hauptstadt werden gelegentlich Anschläge gegen Banken, Verwaltungsgebäude und ausländische Firmensitze verübt, welche Sachschaden und Verletzte verursacht haben. Anschläge auf ein Restaurant in einer U-Bahn Station im Stadtzentrum Santiagos sowie auf einen Supermarkt in Viña del Mar forderten Anfang September 2014 zahlreiche Verletzte. Weitere Ereignisse dieser Art können nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Demonstrationen, Streiks und Strassenblockaden sind häufig und können örtliche Verkehrsbehinderungen und Verspätungen zur Folge haben. In diesem Falle müssen die Reisende sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten erkundigen oder gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abwarten. Planen Sie daher genügend Zeit während Ihrer Reise ein. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art, da Ausschreitungen nicht ausgeschlossen werden können.

Die schweizerische Botschaft in Santiago hat bei Blockaden nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausreise aus den betroffenen Regionen.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Santiago und Valparaíso: Regelmässig demonstrieren Studenten im Zentrum von Santiago und Valparaíso. Am 14. Mai 2015 wurden während Ausschreitungen zwischen demonstrierenden Studenten und Sicherheitskräften in Valparaíso zwei Studenten erschossen. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art, da Ausschreitungen nicht ausgeschlossen werden können.

Die Grenzgebiete zu Peru, Bolivien und Argentinien sind noch teilweise vermint - selbst in der Nähe von Touristenorten und in einigen Naturreservaten. Die Minenfelder sind in der Regel markiert. Halten Sie sich in diesen Regionen dennoch an die häufig benutzten Strassen, beachten Sie die Warnschilder und unternehmen Sie Wanderungen nur in Begleitung eines ortskundigen Führers. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei der lokalen Polizei und/oder der Bevölkerung.

In der IX Region (Araucanía) leisten Aktivistengruppen der indigenen Bevölkerung Widerstand gegen die Holzindustrie und gegen Grundbesitzer. Dieser Konflikt führt gelegentlich zu Strassensperren und zu vereinzelten gewalttätigen Übergriffen extremistischer Elemente, u.a. auf Busse. Ohne selbst Ziel davon zu sein, könnten Reisende unversehens davon betroffen sein. Lassen Sie Vorsicht walten.

Kriminalität

Entreiss- und andere Diebstähle kommen vor. Zunehmend wird Gewalt angewendet. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • In den Stadtzentren von Santiago und Valparaiso sowie nachts ist besondere Vorsicht geboten. Diebstähle sowie gewaltsame Überfälle auf Touristen sind in Valparaiso zunehmend, namentlich im unteren Stadtteil sowie in den von vielen Touristen besuchten Strassen entlang der Hügel der Stadt.
  • Verzichten Sie vor allem nachts auf Besuche der ärmeren Wohnviertel.
  • Wechseln Sie kein Geld auf der Strasse.
  • Tragen Sie keinen auffälligen oder wertvollen Schmuck.

Verkehr und Infrastruktur

Der Strassenzustand der Hauptverkehrsachsen kann als gut bezeichnet werden. Abseits der Hauptachsen sind jedoch viele Strassen nicht asphaltiert oder in schlechtem Zustand. Unterschätzen Sie bei der Routenplanung die grossen Distanzen nicht. Führen Sie vor allem in den Wüstengebieten einen ausreichenden Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln und Treibstoff mit.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Die Beleidigung höherer Staatsbehörden gilt als Verstoss gegen das Gesetz über innere Sicherheit. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit Haftstrafen bis zu 20 Jahren geahndet (die Strafverfahren sind langwierig).

Naturbedingte Risiken

Chile liegt in einem Erdbebengebiet und zählt etwa 80 aktive Vulkane. Erdbeben können neben Verwüstungen auf dem Land auch Tsunami auslösen.

Die teils extremen Witterungsbedingungen erfordern bei Outdoor-Aktivitäten eine gute Vorbereitung und Ausrüstung.

Im Sommer besteht vielerorts Waldbrandgefahr. Bei heftigen Regenfällen können sich in der Wüste ausgetrocknete Bachbette in kürzester Zeit in reissende Flüsse oder Schlammlawinen verwandeln.

Unternehmen Sie Wanderungen, Berg- und Vulkanbesteigungen nur mit ortskundigen, qualifizierten Führern.
Nationalparks: Informieren Sie die Nationalparkbehörde CONAF (Corporación Nacional Florestal) über Ihre geplanten Touren, wenn Sie am Parkeingang die Zugangsgebühr bezahlen.

Beachten Sie die Wettervorhersagen, sowie die Warnungen und Instruktionen der lokalen Behörden, z.B. Absperrungen um aktive Vulkane und Evakuationsbefehle.
Dirección Meteorológica de Chile
Oficina Nacional de Emergencia del Ministerio del Interior ONEMI

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Santiago.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb der Hauptstadt ist die medizinische Versorgung wegen der grossen Distanzen und geringen Bevölkerungsdichte nicht überall gewährleistet. Viele Krankenhäuser verlangen eine Kostengarantie, bevor sie Patienten behandeln. Erste Hilfe sollte im Prinzip jedoch ohne finanzielle Garantie geleistet werden.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Im Altiplano sollten die Symptome der Höhenkrankheit nicht unterschätzt werden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 133
Notruf Ambulanz: 131

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Santiago

Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.