Frieden

Foto des Himmelsglobus vor dem Palais des Nations in Genf
Der Himmelsglobus, ein Symbol des Friedens, Palais des Nations, Genf. © EDA, Präsenz Schweiz

Die weltweiten Bedrohungen für Frieden und Sicherheit haben sich verändert und sind nicht mehr ausschliesslich militärischer Art. Innerstaatliche Konflikte, organisierte Kriminalität, internationaler Terrorismus, Armut, Ressourcenmangel oder die Folgen des Klimawandels bedrohen den Frieden. Das friedliche Zusammenleben der Völker ist eines der fünf Ziele der schweizerischen Aussenpolitik. Die Schweiz setzt sich dafür ein, Konflikte zu verhindern und Auseinandersetzungen friedlich zu beenden – dies mittels Friedensprogrammen, Mediationen, Vergangenheitsarbeit, diplomatischer Initiativen, Wahlbeobachtung und Mitarbeit in multilateralen Organisationen.

Die Schweiz arbeitet in der Friedenspolitik mit Schweizer Experten und internationalen Partnern zusammen. Sie verfügt über ein vielfältiges Wissen und hat ihr weltweites Engagement für den Frieden stark ausgebaut. Dabei führt sie folgende Tätigkeiten durch:

  • Friedensprogramme
  • Konfliktparteien und Staaten in Übergangsprozessen mit Mediation und Friedensberatung unterstützen
  • Vergangenheitsarbeit
  • Diplomaten und Fachleute aus dem Expertenpool für internationale Friedensmissionen und Wahlbeobachtungen bereitstellen
  • Diplomatische Initiativen
  • Vorstösse in internationalen Organisationen einreichen zu weltweiten friedenspolitischen Leitlinien

Aussenpolitische Strategie

Für Frieden, Menschenrechte und Sicherheit: Vom Engagement der Schweiz in der Welt 

Friedensprogramme

Die Schweiz ist in Konfliktregionen vor Ort präsent. Sie unterstützt in Myanmar mit Friedensverhandlungen und Projekten den Wechsel von der Militärherrschaft zu einer demokratischen Staatsform. In Nordafrika leistet die Unterstützung bei Wahlen, fördert die Menschenrechte und begleitet so die politische Transition hin zur Demokratie. Ebenfalls bezieht sie politische Akteure, die sich auf islamische Werte berufen, in Dialogprozesse ein. In der Region der Grossen Seen in Afrika unterstützt die Schweiz den Dialog mit Regierungsvertretern und der lokalen Zivilgesellschaft. Sie fördert damit die Demokratie und stärkt fragile staatliche Strukturen.

Mediation

Die Schweiz setzt sich weltweit für die Förderung von Frieden und das friedliche Zusammenleben der Völker ein. Sie tut dies einerseits im Rahmen internationaler Organisationen wie Europarat, OSZE oder UNO und mit diplomatischen Vorstössen. Andererseits bietet sie ihre Guten Dienste an, die neben ihrer traditionellen Fazilitationsrolle auch die Mediation zwischen Konfliktparteien wie auch die Bereiche Verhandlungs- und Mediationsunterstützung beinhalten. Mit Mediationsbemühungen trägt die Schweiz damit direkt zur Entschärfung und friedlichen Lösung von Gewaltkonflikten bei. In über 30 Ländern  ist sie mit Friedensprogrammen präsent. Sie unterstützt internationale Bemühungen, damit neue Konflikte oder Gräueltaten vermieden und Friedensabkommen umgesetzt werden können.

Gute Dienste

Unterstützung bei Konfliktlösung

Fazilitation, Mediation und Dialog 

Vergangenheitsarbeit

Die Kompetenz der Schweiz, Vergangenheitsarbeit zu begleiten, ist international anerkannt. Sie berät Regierungen und zivilgesellschaftliche Akteure. Dazu hat sie eine internationale Taskforce ins Leben gerufen.

Kolumbien, Guatemala, Südosteuropa, das frankophone Afrika, der Kaukasus und die Länder der Region Grosse Seen nehmen die Dienste der Schweiz im Bereich Vergangenheitsarbeit in Anspruch. Die Vergangenheitsarbeit beruht auf den Grundsätzen zur Bekämpfung der Straflosigkeit von Louis Joinet, die die UNO-Menschenrechtskommission 1997 verabschiedet hat. Sie stellen die Rechte der Opfer in den Mittelpunkt. Die Staaten sind aufgefordert, gegen Straflosigkeit nach schweren Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts vorzugehen.

Vergangenheitsarbeit

Expertenpool für zivile Friedensförderung

Der Einsatz von zivilen Experten und Polizeispezialisten im Rahmen der Friedens-, Menschenrechts- und humanitären Politik der Schweiz hat eine lange Tradition. Expertinnen und Experten werden vom Expertenpool für zivile Friedensförderung für befristete Projekte zur Verfügung gestellt, etwa als Wahlbeobachterinnen und Wahlbeobachter, Polizeiberaterinnen und Polizeiberater oder Spezialistinnen und Spezialisten in den Bereichen Verfassungsfragen, Wahlen, Mediation, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht. Dazu organisiert der Expertenpool für zivile Friedensförderung Expertenausbildungen in der Schweiz und unterstützt den Aufbau von Kapazitäten in den Krisengebieten. Die UNO, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und die EU sind die wichtigsten Partnerorganisationen. Die Expertinnen und Experten kommen an deren Zentralen oder in Feldmissionen zum Einsatz.

Expertenpool für zivile Friedensförderung

Diplomatische Initiativen

Die Schweiz beteiligt sich an internationalen Anstrengungen zur Verhütung, Bekämpfung und Beseitigung des unerlaubten Handels mit und des Missbrauchs von Kleinwaffen und leichten Waffen. Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts steht der illegale Waffenhandel weit oben auf der Liste der internationalen Diplomatie.

2006 organisierte die Schweiz mit dem UNO-Entwicklungsprogramm eine Ministerkonferenz über bewaffnete Gewalt und Entwicklung, an der die Genfer Erklärung über bewaffnete Gewalt und Entwicklung («Geneva Declaration») verabschiedet wurde. Die Signaturstaaten einigten sich auf die messbare Reduzierung der Waffengewalt bis 2015.

Diplomatische Initiativen bei Konfliktlösungen

Genfer Erklärung über bewaffnete Gewalt und Entwicklung (en)