Gültig am:
Publiziert am: 16.09.2016

Reisehinweise für Ägypten

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Trotz erhöhter Sicherheitsmassnahmen besteht das Risiko von Terroranschlägen jederzeit im ganzen Land, dies schliesst auch die Badeorte mit ein. In den vergangenen Jahren wurden in Kairo und in verschiedenen Feriendestinationen mehrere Anschläge verübt, bei denen Touristen starben oder verletzt wurden.

  • Am 8. Januar 2016 sind in einem Hotel in Hurgada drei Touristen mit einem Messer angegriffen und verletzt worden.
  • Am 7. Januar 2016 wurde in der Nähe der Pyramiden von Gizeh in Kairo ein Touristenbus vor einem Hotel angegriffen.
  • Am 31. Oktober 2015 ist ein russisches Passagierflugzeug auf dem Flug von Sharm-el-Sheik nach St. Petersburg über der Sinai-Halbinsel abgestürzt; alle Insassen sind ums Leben gekommen. Verschiedene Informationsquellen weisen darauf hin, dass mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit eine Bombe an Bord die Absturzursache war.
  • Am 11. Juli 2015 wurde ein Bombenanschlag gegen das italienische Konsulat in Kairo verübt, der ein Todesopfer und mehrere Verletzte forderte.
  • Am 10. Juni 2015 wurden bei einem Anschlagsversuch vor dem Karnak-Tempel in Luxor mehrere Personen verletzt.
  • Am 22. Juli 2015 wurde ein kroatischer Staatsbürger ausserhalb von Kairo entführt und nach unbestätigten Angaben drei Wochen später ermordet. Die Hintergründe der Tat sind nicht klar.
  • Bombenanschläge gegen Einrichtungen und Personen der Sicherheitskräfte und der Justiz fordern immer wieder Todesopfer und Verletzte, zum Beispiel in Assuan und Kairo (unter anderem bei den Giza-Pyramiden).
  • Im Nordsinai werden praktisch täglich Anschläge verübt.

Lassen Sie Vorsicht walten, besonders an öffentlichen Plätzen wie Busbahnhöfen, Metrostationen und Märkten sowie in der Nähe von Regierungsgebäuden, Polizeistationen, Militäreinrichtungen und Museen oder anderen touristischen Sehenswürdigkeiten.

Beachten Sie auch die Rubrik
Terrorismus und Entführungen

Trotz einer oberflächlichen Stabilisierung bleibt die politische Situation gespannt. Grosse wirtschaftliche und soziale Probleme sind ungelöst, z.B. die hohe Arbeitslosigkeit, steigende Inflation und Versorgungsengpässe. Es kommt vor allem in den grossen Städten immer wieder zu kleineren Demonstrationen und Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften, die Verletzte und Todesopfer fordern. Auch Streiks sind möglich. An Gedenktagen muss mit einer Zunahme von Demonstrationen und einem erhöhten Anschlagsrisiko gerechnet werden, zum Beispiel um den 25. Januar und zwischen dem 30. Juni und 3. Juli. Als Folge von lokalen Unruhen können sich auch Verkehrsbehinderungen ergeben oder kurzfristige Programmänderungen notwendig werden. Auch sind Gewaltausbrüche im ganzen Land weiterhin möglich.

Zusätzliches Spannungspotenzial bieten die komplizierten Verhältnisse im Nahen Osten sowie die prekäre Sicherheitslage in Libyen. Ereignisse im Gazastreifen oder in Libyen können sich auf die Grenzgebiete zu Ägypten auswirken. Zudem bestehen latente Spannungen zwischen verschiedenen Glaubensgruppen, die immer wieder zu Gewaltakten führen.

Meiden Sie Demonstrationen und grosse Menschenansammlungen jeder Art und befolgen Sie die Empfehlungen Ihrer Reiseleitung sowie die Anweisungen der ägyptischen Sicherheitsbehörden (Absperrungen, Ausgangssperren etc.).

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Westliche Wüste: In der westlichen Wüste sind Schmuggler und terroristische Gruppierungen aktiv, die von den Sicherheitskräften verfolgt und bekämpft werden. Am 13. September 2015 fiel eine Touristengruppe einem irrtümlichen Angriff der Armee zum Opfer. Am Tag davor wurde ein Ägypter von Terroristen umgebracht. Es besteht weiterhin das Risiko, dass unbeteiligte Personen durch Konfrontationen zwischen den Sicherheitskräften und kriminellen/ terroristischen Gruppierungen in Mitleidenschaft gezogen werden. Ausserdem besteht das Risiko von terroristischen Akten; auch Entführungen können nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Der Zugang zu den Wüstengebieten ist bewilligungspflichtig und wird durch die ägyptischen Sicherheitskräfte kontrolliert. Zeitweise verbieten sie Ausländern Fahrten in die Wüste. Erkundigen Sie sich bei den lokalen Behörden über die Durchführbarkeit von Reisen.
Trotz Begleitung durch einen erfahrenen lokalen Reiseführer und vorgängige Erkundigungen bei den lokalen Behörden, kann eine stark erhöhte Gefährdung nicht ausgeschlossen werden.

Sinai: Auf der Sinai-Halbinsel sind in den vergangenen Jahren mehrere Anschläge verübt worden. Die Sicherheitslage im Norden und Inneren der Sinai-Halbinsel und im Grenzgebiet zum Gazastreifen ist äusserst instabil. Im Nordsinai werden praktisch täglich Anschläge verübt und es finden regelmässig Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und bewaffneten Banden statt. Im Inneren des Sinai besteht auch das Risiko von Entführungen. Von Reisen in den Norden und das Innere der Sinai-Halbinsel sowie ins Grenzgebiet zum Gazastreifen wird abgeraten. Reisende müssen sich bewusst sein, dass das Risiko von terroristischen Akten auch in den Badeorten im südlichen Sinai und auf den Zufahrtstrassen zu den Badeorten weiterhin besteht; dies gilt insbesondere auch für die Strassenverbindung von Kairo nach Sharm-el-Sheik. Am 16. Februar 2014 wurden bei einem Anschlag auf einen Ausflugsbus bei Taba der Fahrer und mehrere Touristen getötet. Von Ausflügen ausserhalb der Badeorte wird abgeraten,dies schliesst auch das Katharinenkloster mit ein.

Südwesten des Landes und Grenzgebiet zu Sudan und Libyen: Im Grenzgebiet zum Sudan und Libyen sind Banditen und Schmuggler aktiv. In der Sahara und den angrenzenden Gebieten besteht ein hohes Risiko von Entführungen. Von Reisen ins Dreiländereck Ägypten-Libyen-Sudan, einschliesslich Gilf el-Kebir und Gabal Uwainat, wird abgeraten. Beachten Sie auch den Fokus
Entführungsrisiko in der Sahara und den angrenzenden Gebieten

Minenfelder: Es gibt in mehreren Landesteilen noch immer unzureichend markierte Minenfelder, besonders in folgenden Gebieten: Sinaï, nicht entwickelte Küstenbereiche entlang des Roten Meeres, Wüste westlich von El Alamein, südliche und westliche Grenzgebiete zum Sudan und zu Libyen (Gilf Kebir, Uweinat). Informieren Sie sich im Zweifelsfall bei den lokalen Behörden und/oder bei der Bevölkerung und lassen Sie grösste Vorsicht walten.

Kriminalität

Wegen der sozialen und wirtschaftlichen Probleme hat die Kriminalität - ausgehend von einer tiefen Basis - zugenommen, insbesondere in Kairo und anderen grossen Städten. Auch wenn die Gefahr von Gewaltverbrechen gegen Ausländer relativ gering ist, kann dieses Risiko für Touristen nicht ausgeschlossen werden. Im Zusammenhang mit vermehrten Meldungen über Vergewaltigungen und andere Sexualdelikte wird speziell Frauen zu besonderer Vorsicht und Zurückhaltung geraten.

Seien Sie nachts und in den Grossstädten besonders vorsichtig und erkundigen Sie sich bei Geschäftspartnern, bei der lokalen Reiseleitung oder im Hotel ob es Quartiere gibt, die gemieden werden sollten.

Verkehr und Infrastruktur

Obwohl der Zustand der Strassen verhältnismässig gut ist, ist der Strassenverkehr gefährlich. Insbesondere auf langen Überlandstrecken sowie auf der Autobahn zwischen Kairo und Alexandria kommt es infolge Fahrens mit überhöhter Geschwindigkeit und Missachtung der Verkehrsregeln oft zu tödlichen Unfällen. Nach Möglichkeit sollten lange Überlandfahrten in Minibussen oder Taxis vermieden werden. Von nächtlichen Überlandfahrten wird generell abgeraten.
Auf bestimmten Strecken wird der Privatverkehr von Ausländern systematisch von Polizeieskorten begleitet. Insbesondere auf den Strecken entlang des Nils nach und durch Mittel- bis Oberägypten ist die Reise im Fahrzeugverband vorgeschrieben.

Das Eisenbahnnetz ist veraltet und die Schieneninfrastruktur  teilweise in schlechtem Zustand. Es kommt deshalb immer wieder zu Eisenbahnunglücken.

Tauchunfälle sind relativ häufig. Die Qualität der Sicherheitsvorkehrungen und des Materials für den Wassersport generell ist sehr unterschiedlich. Berücksichtigen Sie ausschliesslich Firmen mit einer Lizenz der ägyptischen Behörden und mit einer Versicherungsdeckung. Es ist ratsam, sich an behördlich kontrollierte Tauchschulen zu halten.

Fahrten in die Wüste abseits der asphaltierten Strassen sollten ausschliesslich in Gruppen von mehreren Geländefahrzeugen und mit einem lokalen Führer unternommen werden. Ein Navigationsgerät sowie ein ausreichender Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln, Treibstoff und Ersatzteilen sind überlebenswichtig.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Beschimpfungen gegen den Staat oder die Religion können strafrechtliche Folgen nach sich ziehen. Es ist verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Bahnhöfe, Brücken, Antennenanlagen, ausländische Botschaftsgebäude, usw.) zu fotografieren oder zu filmen.

Das aussereheliche Zusammenleben (Ausländer/in mit Ägypter/in) ist verboten. Gleichgeschlechtliche Kontakte wurden in letzter Zeit deutlich strenger verfolgt.

Zuwiderhandlungen gegen das Verbot der Ausfuhr von Kulturgütern können mit Haftstrafen geahndet werden (Antiquitäten, alte Gegenstände, Fossilien, Korallen, etc.). Solche Artikel werden teilweise auf lokalen Märkten angeboten. Artikel, die unter dieses Verbot fallen, können nicht exportiert werden, auch wenn sie eingeführt oder legal erworben wurden.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit äusserster Härte bestraft (Haftstrafen ab zehn Jahren bis hin zur Todesstrafe). Die Haftbedingungen entsprechen in keiner Weise schweizerischem Standard.

Kulturelle Besonderheiten

Ägypten ist ein vorwiegend muslimisches Land. Verhalten und Kleidung sind insbesondere beim Verlassen von Hotelanlagen den lokalen Gepflogenheiten anzupassen. Achten Sie besonders im Umfeld von Moscheen auf bedeckende Kleidung und verzichten Sie vor allem freitags während der Gebetszeit auf die Besichtigungen von Moscheen. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen. Denken Sie daran, dass während des Ramadans besondere Regeln und Vorschriften zu beachten sind.

Im Falle einer Heirat zwischen Ausländer/in und Ägypter/in muslimischen Glaubens ist den islamischen Verhaltensregeln und den ägyptischen Gesetzen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Naturbedingte Risiken

Ägypten liegt in einem Erdbebengebiet. Sollte sich während Ihres Aufenthalts ein grösseres Erdbeben ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Kairo.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb von Kairo, Alexandria und den bekannten Touristenorten ist die medizinische Versorgung unzureichend. Krankenhäuser verlangen eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (Kreditkarte oder Vorschusszahlung). Eigenes Verbandsmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Touren in gewisse Gebiete dürfen nur mit einer Bewilligung des ägyptischen Innenministeriums und mit lokalen Führern unternommen werden. Die ägyptische Botschaft in Bern erteilt Auskunft.

Der Zugang zu Wüstengebieten wird durch die ägyptischen Sicherheitskräfte zeitweise eingeschränkt. Erkundigen Sie sich bei den lokalen Behörden über die Durchführbarkeit von Reisen in diese Gebiete.

Nützliche Adressen

Notrufnummer der Touristenpolizei: 126

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Kairo
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.