Gültig am:
Publiziert am: 31.08.2017

Reisehinweise für Belarus

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Das Land kann als stabil bezeichnet werden. Aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage kann es jedoch zu Demonstrationen kommen. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art, da Zusammenstösse zwischen den Demonstranten und der Polizei nicht ausgeschlossen werden können.

Das Risiko von terroristischen Anschlägen kann auch in Belarus nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Kriminalität

Kleinkriminalität existiert besonders in den Städten und an öffentlichen Orten wie Bahnhöfen, Metrostationen, in Zügen etc. Auch Diebstähle aus Autos kommen vor. Beachten Sie die üblichen Vorsichtsmassnahmen gegen Kleinkriminalität und

  • lassen Sie bei Zufallsbekanntschaften in Diskotheken, Bars und Casinos Vorsicht walten. Es kommt vor, dass mit Betäubungsmitteln versetzte Getränke angeboten werden, um das Opfer zu berauben.
  • Frauen wird empfohlen, nachts wenn möglich nicht alleine unterwegs zu sein.

Verkehr und Infrastruktur

Das Strassennetz ist grösstenteils ausschliesslich auf kyrillisch ausgeschildert. Der Zustand der Hauptstrassen ist gut, die Qualität der Nebenstrassen ist unterschiedlich. Wegen der relativ hohen Unfallgefahr ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten.
Gewisse Hauptstrassen sind gebührenpflichtig. Beachten Sie die Informationen unter
Beltoll

Bei Verkehrsunfällen muss die Polizei verständigt werden.

Öffentlicher Verkehr: Belarus verfügt über ein der Bevölkerungsdichte angepasstes Netz von Bahn- und Busverbindungen.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Belarussische Gesetze können stark von den schweizerischen Rechtsnormen abweichen. Allgemein werden Gesetzesverstösse strenger geahndet als in der Schweiz. Unter anderem droht bei folgenden Delikten eine Gefängnisstrafe:

  • Zuwiderhandlungen gegen die Verkehrsgesetze, z.B. Überschreiten der Geschwindigkeit, Fahren ohne gültige Fahrzeug- und Identitätsdokumente oder unter Alkoholeinfluss. Alkohol am Steuer ist verboten (0 Promille!). (Unter Umständen wird die fehlbare Person in Untersuchungshaft genommen und das Fahrzeug konfisziert
  • Fotografieren des Präsidenten, seines Amtssitzes, seiner Fahrzeuge, der Sicherheitskräfte, militärischer Einrichtungen und anderer öffentlicher Bauten (Flughäfen, Brücken usw.). Fragen Sie im Zweifelsfall die lokalen Sicherheitskräfte oder verzichten Sie auf die Aufnahme.
  • Die öffentliche Beleidigung des Präsidenten. Lassen Sie sich deshalb nicht auf politische Diskussionen ein.
  • Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen.
  • Verstösse gegen die Zollbestimmungen und Meldevorschriften.

Botschaft von Belarus in Bern: Was darf man zollfrei einführen

Für besonders schwere Delikte kann die Todesstrafe verhängt werden, z.B. für Mord oder terroristische Akte. Die Haftbedingungen sind prekär: überfüllte Zellen, unzulängliche hygienische Verhältnisse und schlechte Verpflegung.

Naturbedingte Risiken

Infolge der Tschernobyl-Katastrophe von 1986 sind gewisse Gebiete im Süden und Südosten des Landes immer noch radioaktiv verstrahlt. Kaufen Sie einheimische Produkte wie Pilze, Waldbeeren, Wild, Fisch und Milchprodukte ausschliesslich in Lebensmittelgeschäften, denn sie werden – wie auch die Restaurants – regelmässig kontrolliert.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Grundversorgung ist gewährleistet. Krankenhäuser verlangen in der Regel eine finanzielle Garantie oder Vorschusszahlungen, bevor sie Patienten behandeln. Für die Behandlung ernsthafter Erkrankungen und Verletzungen empfiehlt sich die Rückkehr in die Schweiz.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Erkundigen Sie sich frühzeitig bei den belarussischen Behörden über die Einreise- und Meldebestimmungen für Personen und Fahrzeuge: Visumbestimmungen, Nachweis resp. Abschluss einer Krankenversicherung, Versicherungsnachweis für Fahrzeuge etc.
Botschaft von Belarus in Bern  
Ministry of Foreign Affairs of the Republic of Belarus

Für die Überquerung der Grenze zwischen Belarus und Russland (Landweg) gelten für Angehörige von Drittstaaten besondere Vorschriften. Auskunft über die aktuellen Bestimmungen erteilen die Botschaften von Russland und Belarus in Bern.

Reisende, die sich länger als 5 Tage in Belarus aufhalten werden, müssen sich innert 5 Tagen nach der Einreise bei der lokalen Polizei registrieren lassen. Die Registrierung wird in der Regel durchs Hotel oder die Reiseleitung erledigt. Falls Sie nicht in einem Hotel logieren, vergewissern Sie sich, dass Ihr Gastgeber die Formalitäten erledigt.

Bei der Einreise wird Ihnen eine Immigrationskarte ausgestellt, die bei der Ausreise wieder vorgewiesen werden muss. Ein Verlust muss umgehend der Polizei gemeldet werden. Die Zollformalitäten bei der Ein- und Ausreise auf der Strasse können mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Lehnen Sie Angebote von selbsternannten Helfern ab, die angeblich die Formalitäten gegen Bezahlung beschleunigen können.

Polizeikontrollen auf Strassen sind häufig. Sie sind verpflichtet, sich jederzeit ausweisen zu können, sei es mit dem Pass oder einer Fotokopie des Passes und der Immigrationskarte. Die Fotokopie der Immigrationskarte muss mit einem Stempel Ihres Hotels versehen sein.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 102
Notruf Ambulanz: 103
Notruf allgemein: +375 17 290 54 60 / +375 17 290 54 22 (Emergency-rescue squad)

Die Notrufnummern werden ausschliesslich in belarussischer und russischer Sprache bedient.

Zollvorschriften von Belarus: Customs Regulations

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Regionales Konsularcenter in Moskau, Russland  
Büro der Schweizer Botschaft in Minsk 
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.