Bilaterale Beziehungen Schweiz–China

Seit 2010 ist China der wichtigste Handelspartner der Schweiz in Asien. Die beiden Länder führen zudem Dialoge in über 30 Bereichen wie z.B. Umwelt und nachhaltige Entwicklung, Entwicklungszusammenarbeit, Menschenrechte und Migration, Bildung und Wissenschaft sowie Finanzen. Die Schweiz und die Volksrepublik China pflegen seit 1950 bilaterale Beziehungen. 

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Schweiz und China unterzeichneten 2007 ein Memorandum of Understanding (MoU), um die hochrangigen politischen Konsultationen zu intensivieren und die bilateralen Beziehungen in verschiedenen Bereichen zu vertiefen. Es bestehen Partnerschaftsprojekte zwischen Kantonen und Städten. Zudem findet ein reger Austausch statt unter Expertinnen und Experten, akademischen Einrichtungen und Künstlervereinigungen.

Die Schweiz und China arbeiten im Umwelt- und Klimabereich zusammen. Sie haben ihre Zusammenarbeit mit einer Reihe von MoU institutionalisiert und durch Projekte gestärkt.

2016 wurde die «Sino-Swiss innovative strategic partnership» gegründet. Im April 2018 führten die beiden Länder den ersten strategischen Dialog durch und lancierten eine hochrangige innovative und strategische Plattform.

Datenbank Staatsverträge

China, offiziell

Chinesische Regierung

Wirtschaftsbeziehungen

Seit 2010 ist China der wichtigste Handelspartner der Schweiz in Asien und und drittwichtigster Handelspartner hinter der EU und den USA überhaupt. Im Juli 2013 wurde das chinesisch-schweizerische Freihandelsabkommen unterzeichnet, das ein Jahr später in Kraft trat.

Das Abkommen enthält Bestimmungen zum Warenhandel, zu nicht-tarifären Handelshemmnissen, zum Dienstleistungsverkehr, zum Schutz des geistigen Eigentums sowie zu Handel und nachhaltiger Entwicklung. Ebenfalls wurde ein paralleles Abkommen zu Arbeits- und Beschäftigungsfragen abgeschlossen.

Im Mai 2013 wurde in Bern mit der Unterzeichnung eines MoU ein bilateraler Finanzdialog zwischen der People’s Bank of China und dem Staatssekretariat für internationale Finanzfragen geschaffen.

Freihandelsabkommen Schweiz-China, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

China gehört zu jenen aussereuropäischen Staaten, die in der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) 2008–2011 und in der Internationalen BFI-Strategie des Bundes von 2010 als Schwerpunktländer der Schweiz für die Forschungszusammenarbeit definiert wurden.

Mit diesen Ländern wurden bilaterale Forschungsprogramme eingerichtet und und der Austausch im Bereich Innovation und Bildung intensiviert. Die internationale Vernetzung von Forschenden wird durch die Bundes-Exzellenz-Stipendien unterstützt. Die chinesischen Studierenden bilden die grösste Gruppe der aussereuropäischen Studierenden in der Schweiz.

Seit 2008 ist die Schweiz in Schanghai mit einem Swissnex vertreten, einer Plattform, die die internationalen Aktivitäten in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation fördert. 

Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2017–2020 (de, fr, it)

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende SBFI

Swissnex China (en, 中文)

Menschliche Sicherheit

Neben spezifischen Konsultationen im Bereich des Arbeitsrechts und der Rechtsstaatlichkeit führen China und die Schweiz bereits seit 1991 einen jährlichen Menschenrechtsdialog. Die letzte Gesprächsrunde fand im März 2017 in China statt. Es laufen zurzeit verschiedene Projekte, und im Rahmen des Dialogs werden Einzelfälle diskutiert. Der Menschenrechtsdialog konzentriert sich inhaltlich auf folgende Schwerpunkte:

  • Strafrecht, Strafprozess, Strafvollzug
  • Minderheiten und Religionsfreiheit
  • Wirtschaft und Menschenrechte
  • Internationale Menschenrechtsfragen

Menschenrechtspolitik der Schweiz

Humanitäre Hilfe

Die Schweiz hat neben der laufenden Nothilfebereitschaft ihre Zusammenarbeit mit der Naturkatastrophen-Koordinationsstelle Chinas institutionalisiert und vertieft.  Zuletzt hat die Schweiz nach den Erdbeben in den Provinzen Sichuan (2008, 2013) und Qinghai (2010) ihre Hilfe angeboten.

Kulturaustausch

Die Schweiz und China haben ihre kulturellen Beziehungen in den letzten Jahren intensiviert.  Die Eröffnung eines Verbindungsbüros der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia 2010 in Schanghai ist Teil dieser Bestrebungen.

Das bilaterale Abkommen zwischen der Schweiz und China über die rechtswidrige Ein- und Ausfuhr sowie die Rückführung von Kulturgut (unterzeichnet 2013) stellt ebenfalls einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung des Kulturaustauschs dar.  

2015 wurden zahlreiche Projekte durchgeführt, um 65 Jahre bilaterale Beziehungen zwischen der Schweiz und China zu feiern.  Im Januar 2017 wurde ein bilaterales Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit unterzeichnet. 2017 wurde zudem zum «Tourismusjahr Schweiz-China» erklärt.

Vereinbarung über die rechtswidrige Einfuhr und Ausfuhr sowie die Rückführung von Kulturgut

Pro Helvetia Schanghai ( en, 中文)

Schweizerinnen und Schweizer in China

Ende 2017 lebten 3882 Schweizerinnen und Schweizer in China (inklusive Hongkong).

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Mitte des 17. Jahrhunderts nahmen Handelsleute und Missionare aus der Schweiz Beziehungen mit dem Kaiserreich China auf.  Der Handel zwischen den beiden Ländern entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebhaft und führte 1912 zur Eröffnung einer schweizerischen Handelsagentur in Schanghai.

Die ersten offiziellen Kontakte zwischen den beiden Ländern kamen 1906 zustande. In einem Freundschaftsvertrag wurden 1918 die Beziehungen zwischen der Schweiz und der Republik China festgehalten.

Als einer der ersten westlichen Staaten anerkannte die Schweiz 1950 die Volksrepublik China an. Mit der Teilnahme an der Indochina-Konferenz in Genf betrat die Volksrepublik 1954 erstmals die internationale Bühne. Seit der Öffnung Chinas im Jahr 1979 wurden die bilateralen Beziehungen sehr rasch ausgebaut.

China, Historisches Lexikon der Schweiz (de, fr, it)

Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis

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