Gültig am:
Publiziert am: 09.10.2015

Reisehinweise für Nepal

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

 

Aktuelles

Am 25. April 2015 hat ein starkes Erdbeben in Nepal massive Schäden angerichtet und tausende von Todesopfer und Verletzte gefordert. Unter anderem kam es am 12. Mai 2015 zu einem starken Nachbeben. Die Instandstellung der Infrastruktur wird längere Zeit in Anspruch nehmen. Als Folge des Bebens sind während der Monsunzeit (Mai – September) zusätzliche Erdrutsche, Schlamm- und Gerölllawinen zu erwarten.

Seit der Veröffentlichung des Verfassungsentwurfs am 7. Juli 2015 und den Vorschlägen zur Neudefinition der Provinzgrenzen haben sich die politischen Spannungen erhöht. Es gibt zahlreiche Proteste und Generalstreiks auf nationaler, regionaler und Distrikt-Ebene. Diese führen zu Versorgungsengpässen. Vor allem die Versorgung mit Treibstoffen ist stark eingeschränkt.

Seit Mitte August 2015 haben Unruhen im Terai mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert und es sind Ausgangssperren verhängt worden.

Informieren Sie sich vor Reisen nach Nepal bei Ihrem Reisebüro oder der örtlichen Reiseleitung über die Durchführbarkeit der Reise. Beachten Sie die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.

Grundsätzliche Einschätzung

Nach der Durchführung von Wahlen für eine neue verfassungsgebende Versammlung am 19. November 2013 hat sich die politische Lage etwas stabilisiert. Politisch ist Nepal aber weiterhin in einer Übergangsphase. Der Verfassungsentwurf vom 7. Juli 2015 ist umstritten, was die Spannungen zwischen den politischen Parteien und verschiedenen Gesellschaftsgruppen erneut stark erhöht. Es muss deswegen weiterhin mit folgenden Situationen gerechnet werden:

  • Demonstrationen in Kathmandu und anderen Landesteilen. Sie sind oft von Ausschreitungen begleitet.
  • Strassenblockaden (Chaka Jam) und Generalstreiks (Bandh) werden meist kurzfristig auf Distriktebene, regional oder landesweit angekündigt. Blockaden und Streiks sind oft von zusätzlichen Spannungen, Unruhen, Behinderungen und Verspätungen im Strassen- und Flugverkehr begleitet. Mitunter vermögen sie das ganze Land lahmzulegen. Bei längerer Dauer kann es zu Versorgungsengpässen kommen.
  • Ausgangssperren / Ausnahmezustand: Bei Unruhen muss in den betroffenen Gebieten mit Ausgangssperren oder dem Ausnahmezustand gerechnet werden. Ausgangssperren werden meistens kurzfristig verhängt und aufgehoben. Die Sicherheitskräfte haben in gewissen Situationen die Erlaubnis, auf Personen zu schiessen, die die Ausgangssperren nicht beachten.

In den geschilderten Fällen hat die Schweiz unter Umständen nur begrenzte oder gar keine Möglichkeiten zur Hilfe in Notfällen oder zur Unterstützung der Ausreise.

Im ganzen Land, einschliesslich Kathmandu, werden sporadisch Anschläge mit kleineren Sprengsätzen verübt. Sie haben vereinzelte Todesopfer und Verletzte sowie Sachschaden verursacht. Weitere Anschläge dieser Art können nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.

Berücksichtigen Sie diese Faktoren bei der Reiseplanung, und verfolgen Sie die Entwicklung der Lage vor und während der Reise in den Medien und über Ihre Reiseagentur. Halten Sie sich strikt an die Anweisungen der Behörden (Ausgangssperren etc.). Meiden Sie grössere Menschenansammlungen und Demonstrationen jeder Art. Planen Sie auch genügend Zeit und finanzielle Mittel ein.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Die Sicherheitslage ist regional unterschiedlich und kann sich rasch ändern.

Die nepalesische Armee hat das Land für minenfrei erklärt. Es muss aber davon ausgegangen werden, dass noch Blindgänger vorhanden sind. Halten Sie sich an die häufig benutzten Strassen und Wege und informieren Sie sich bei den lokalen Behörden und/oder der Bevölkerung.

Lassen Sie sich bei allen Reisen, Ausflügen und Trekking-Touren von einem erfahrenen, lokalen Reiseleiter begleiten und trekken Sie ausschliesslich in Gruppen.

Terai: Politische und ethnische Spannungen sind im Terai und in den östlichen Hügelgebieten ausgeprägter als in anderen Teilen des Landes. Es besteht deshalb ein höheres Risiko von lokalen Unruhen, Blockaden und Streiks (Bandhs), besonders in Siraha, Sarlahi, Dhanusha, Bara, Kailali, Dang und Kapilbastu, sowie in den östlichen Hügeldistrikten inklusive Jhapa. Ende August 2015 haben Unruhen im westlichen Terai mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert und es ist eine Ausgangssperre verhängt worden. Informieren Sie sich vor Reisen in den Terai bei den lokalen Behörden über die aktuelle Sicherheitslage.

Kriminalität

Die Kleinkriminalität hat zugenommen. Bei Überfällen wird zunehmend Gewalt eingesetzt. In Kathmandu und im Nagarjun-Wald im Kathmandu-Tal sind wiederholt Touristen überfallen worden. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Erkundigen Sie sich bei den lokalen Polizeiposten oder "Chief District Officers" über die Sicherheitslage.
  • Lehnen Sie Angebote von selbsternannten Reiseführern ab, die ihre Dienste auf der Strasse anbieten.
  • Während der Dunkelheit sollten Sie generell weder mit dem Auto, in Bussen noch zu Fuss unterwegs sein. Auch in Kathmandu nehmen bewaffnete Raubüberfälle auf Busse und Autos zwischen dem Einbruch der Dunkelheit und dem Tagesanbruch zu.

Verkehr und Infrastruktur

Der oft schlechte Strassenzustand und das unvorhersehbare Verhalten der Verkehrsteilnehmer stellen ein erhebliches Risiko dar. Verkehrsunfälle sind zahlreich und werden häufig durch Überlandbusse verursacht. Verzichten Sie auf nächtliche Überlandfahrten. Während der Monsunzeit (Juni bis September) können Erdrutsche und Überschwemmungen den Strassenverkehr behindern.

Im Flugverkehr muss mit Verspätungen und Annullierungen wegen schlechten Wetters,  Streiks etc. gerechnet werden. Extreme Witterungsverhältnisse und die Höhenlage der Flughäfen in Nepal sind eine grosse Herausforderung für den Flugverkehr und die Hauptursache von Flugunfällen. Zwischen 2011 und 2013 kamen 96 Menschen bei sechs Flugzeugunglücken in Nepal ums Leben. Die Wartung der Flugzeuge entspricht nicht europäischem resp. internationalem Standard.

Engpässe der Treibstoffversorgung kommen vor. Während der Wintermonate und bis zum Anfang der Monsunzeit im Sommer muss mit Stromunterbrüchen von mehreren Stunden gerechnet werden, in Extremfällen bis zu 16 Stunden täglich. Längere Stromunterbrüche können die gesamte Infrastruktur behindern, einschliesslich der Dienstleistungen für Reisende.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Verboten sind unter anderem Glücksspiele ausserhalb der bewilligten Kasinos und die Ausfuhr von Edel- und Halbedelsteinen (Ausnahme: als Schmuckstücke verarbeitete Steine für den persönlichen Gebrauch unter Vorweisung von Quittungen und Nachweis des Währungswechsels).
Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei kleinsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Haftstrafen geahndet.

Die Haftbedingungen sind prekär: überfüllte Zellen, unzulängliche hygienische Verhältnisse etc. Die Gerichtsverfahren können sehr langwierig sein. Die lokalen Gesetze verbieten für Ausländer eine Haftentlassung auf Kaution.

Bergbesteigungen müssen generell, Trekkings in gewissen Gebieten, bewilligt werden. Vergewissern Sie sich, dass die Organisatoren einer Expedition alle Vorschriften einhalten, auch jene für die Registrierung bei einer Rettungsgesellschaft. Wer an Trekkings teilnimmt, muss sich im Trekker’s Information Management System registrieren.
Trekker’s Information Management System TIMS
Nepal Mountaineering Association

 

Kulturelle Besonderheiten

Der Hinduismus ist die am weitesten verbreitete Religion und hat auch Einfluss auf das Rechtssystem. So ist z.B. das Töten von Kühen (auch bei Unfällen) strafbar. Passen Sie Kleidung und Verhalten den lokalen Gepflogenheiten und religiösen Empfindungen an. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen.

Naturbedingte Risiken

Nepal liegt in einem Erdbebengebiet.
Sollte sich während Ihres Aufenthalts ein Erdbeben ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und bei der Schweizer Botschaft in Kathmandu. Befolgen Sie die Anweisungen der Behörden.

Die klimatischen Bedingungen sind je nach Höhenlage sehr unterschiedlich. Im Winter und Frühjahr besteht wie überall in den Bergen akute Lawinengefahr. Vergewissern Sie sich, dass Ihre Reiseführer die aktuellen Witterungsverhältnisse im Trekking-Gebiet abgeklärt haben. Die Symptome der Höhenkrankheit sollten nicht unterschätzt werden.

Während der Monsunzeit (Mai bis September) muss mit teils sehr starken Regenfällen gerechnet werden. Sie können Überschwemmungen, Erdrutsche, Schlamm- und Gerölllawinen und Infrastrukturschäden verursachen. Diese Gefahren haben sich mit dem Erdbeben vom 25. April 2015 sowie dem Nachbeben vom 12. Mai 2015 zusätzlich erhöht.  Am stärksten betroffen sind die Regionen Langtang (Rasuwa) und Manasalu (Gorkha).
Besonders in der Nähe von Flüssen kann sich die Situation sehr rasch ändern.
Meteorological Forecasting Division

 

Medizinische Versorgung

Ausserhalb von Kathmandu ist die medizinische Versorgung nicht gewährleistet. Krankenhäuser verlangen eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (Kreditkarte oder Vorschusszahlung). Personen mit einem negativen Rhesusfaktor können unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Reisenden, die sich für Freiwilligenarbeit in Nepal interessieren, wird empfohlen, den entsprechenden Hinweis in der Rubrik Tipps während der Reise zu beachten.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 100 (nur im Kathmandutal verfügbar)
Tourist Police
Nepal Tourism Board: Crisis & Emergency

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Kathmandu
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.