Bilaterale Beziehungen Schweiz–Niger

Niger ist ein Schwerpunktland der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz. Seit mehr als 35 Jahren engagiert sich die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA im Sahel-Staat für die ländliche Entwicklung, Programme zur Aus- und Berufsbildung und im Jahr 2012 für die Bewältigung der Hungerkrise im Sahel-Land. Seit 2009 engagiert sich ausserdem die Abteilung Menschliche Sicherheit AMS in der Friedenspolitik in Niger. Der Staatssekretär des EDA, Yves Rossier, hat Niger zwischen dem 8. und 11. Dezember 2015 einen offiziellen Besuch abgestattet.

Zusammenarbeit im Bildungsbereich

Forschende und Kulturschaffende aus Niger können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Schweizer Bundesstipendien

Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe

Niger ist ein Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. Die DEZA engagiert sich in Niger seit 1977. Sie will die Ernährungssicherheit und die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessern, engagiert sich in einer inklusiven und nachhaltigen Entwicklung und fördert den Bildungssektor. Zudem setzt sich die DEZA für die Gleichberechtigung von Mann und Frau ein.

Die DEZA ist mit ihren Programmen im ganzen Land präsent, wobei sich ihre Aktivitäten hauptsächlich auf zwei Schwerpunktregionen konzentrieren:

  • Dosso, im Südwesten an der Grenze zu Benin und Nigeria gelegen
  • Maradi, das Zentrum der Landwirtschaft

Die DEZA investiert jährlich 21 bis 25 Millionen CHF in ihre Aktivitäten im Niger. Der Beitrag der humanitären Hilfe (1 bis 5 Millionen CHF) hängt von den Krisen ab, die das Land durchläuft.

Der Niger befindet sich in der Sahelzone und wird daher regelmässig von Nahrungsmittelkrisen heimgesucht. Jedes Jahr sind zwischen 2 bis 5 Millionen Menschen davon betroffen.

Die Humanitäre Hilfe der DEZA trug bereits 2005 und 2010 zur Bewältigung der Hungerkrise bei. Ausbleibende Regenfälle verschlimmerten seit 2010 die Versorgungssituation, und die Auswirkungen sind 2012 noch zu spüren. In weniger als 10 Jahren erlebte diese Region drei Dürreperioden. Hinzu kommen die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Norden Malis und der Konflikt mit Boko Haram, die den Norden Nigerias und die Region Diffa beeinträchtigen. Folgen dieser Konflikte sind die über 200 000 intern Vertriebenen und eine nachhaltige Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und der Sicherheit der Bevölkerung.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Schweizerinnen und Schweizer in Niger

 2015 lebten 39 Schweizerinnen und Schweizer in Niger.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

1960 anerkannte die Schweiz Niger und baute danach diplomatische Beziehungen auf. Trotz der Abkommen zum Handel und zum Investitionsschutz sowie zur technischen Zusammenarbeit von 1962 und 1978 ist der Handel zwischen den beiden Ländern gering.

Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz