Gültig am:
Publiziert am: 01.09.2017

Reisehinweise für Sri Lanka

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Der Bürgerkrieg ging Ende Mai 2009 zu Ende. Militär und Polizei sind weiterhin präsent.

Aufgrund sozialer und politischer Spannungen sind Streiks (Hartals), Demonstrationen und Unruhen jederzeit im ganzen Land möglich. Zwischen religiösen beziehungsweise ethnischen Gemeinschaften bestehen latente Spannungen, die sich teilweise ohne grosse Vorwarnung in lokalen, gewaltsamen Zusammenstössen entladen und auch auf andere Ortschaften überspringen können. Bei Unruhen kann die Regierung in den betroffenen Orten Ausgangssperren verhängen.

Das Risiko von Anschlägen kann nicht ausgeschlossen werden. Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.
Terrorismus und Entführungen

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei Ihrer Reiseleitung über die Entwicklung der Lage. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art, denn Ausschreitungen sind möglich. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (Sicherheitskontrollen, eventuelle Ausgangssperren etc.).

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Norden: Die Lage stabilisiert sich langsam, doch bleiben Spannungen bestehen. Es ist mit Militärpräsenz sowie vereinzelten Kontrollen entlang der Strassen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zu rechnen. Die Infrastruktur ist noch im Auf- und Ausbau begriffen. Es besteht ein erhebliches Risiko von Minen und Blindgängern. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden und der Sicherheitskräfte. Fahren Sie ausschliesslich auf häufig befahrenen Strassen, und lassen Sie sich wenn möglich von einer lokalen Vertrauensperson begleiten.

Osten und Südosten: Die Lage stabilisiert sich langsam, doch bestehen weiterhin Spannungen. Es ist mit Militärpräsenz sowie vereinzelten Kontrollen entlang der Strassen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zu rechnen. Die Infrastruktur ist noch im Auf- und Ausbau begriffen. Reisen in das Hinterland im Osten sind teils erschwert. Hier besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko von Minen und Blindgängern. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden und der Sicherheitskräfte. Fahren Sie ausschliesslich auf häufig befahrenen Strassen, und lassen Sie sich wenn möglich von einer lokalen Vertrauensperson begleiten.
Yala Nationalpark: Unternehmen Sie Touren in den Yala Nationalpark ausschliesslich mit offiziell anerkannten, lokalen Reiseveranstaltern.

Kriminalität

Kleinkriminalität ist vorhanden (Taschen- und andere Diebstähle). Es kommen Entführungen mit Lösegeldforderungen vor, die sich gegen Personen sri-lankischen Ursprungs richten. Sexuelle Belästigungen kommen häufig vor. Auch werden vermehrt Vergewaltigungen und andere Sexualdelikte gemeldet. Unter anderem werden folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:

  • Informieren Sie sich bei Bekannten, Geschäftspartnern oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten, und erkundigen Sie sich, welche Quartiere als sicher gelten.
  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Setzen Sie Ihre Kreditkarte mit Vorsicht ein, denn Missbrauch kommt vor.
  • Schliessen Sie sich für Überlandreisen wenn möglich organisierten Gruppenreisen an oder lassen Sie sich von einem vertrauenswürdigen, lokalen Reiseführer begleiten.
  • Frauen wird empfohlen, weder alleine zu reisen noch alleine abgelegene Strände zu besuchen und generell erhöhte Vorsicht walten zu lassen.
  • Bei Zufallsbekanntschaften in Bars, Diskotheken, Nachtklubs  und Restaurants ist Vorsicht geboten. Es kommt vor, dass mit Betäubungsmitteln versetzte Getränke angeboten werden, um das Opfer zu berauben oder sexuell zu missbrauchen.

Verkehr und Infrastruktur

Der Strassenzustand ist teilweise schlecht, doch wird das Strassennetz laufend ausgebaut. Es gibt  zwei gut ausgebaute Autobahnen von Colombo zum Flughafen und von Kottawa /Colombo nach Matare, Richtung Süden. Die riskante Fahrweise vieler Verkehrsteilnehmer (auch Busse und Dreiradtaxis) stellen ein hohes Unfallrisiko dar. Für Reisen mit einem Personenwagen ist es empfehlenswert, einen Wagen mit Chauffeur zu mieten.
Die teils veraltete respektive fehlende Infrastruktur des Eisenbahnnetzes  wird laufend ausgebaut und erneuert.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Gleichgeschlechtliche Handlungen sind strafbar. Es ist unter anderem verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Regierungsgebäude, Flughäfen, Brücken usw.) zu fotografieren. Bestraft wird auch, wer sich dem Buddhismus gegenüber respektlos verhält. Es sind z.B. Touristen verhaftet worden, die für eine Fotoaufnahme eine Buddha Statue umarmt und geküsst haben oder Tätowierungen buddhistischer Abbildungen zur Schau getragen haben.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringen Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigem Freiheitsentzug geahndet. Bei Drogenhandel, Mord und Vergewaltigung kann die Todesstrafe verhängt werden.

Die Haftbedingungen sind prekär: überfüllte Gefängnisse, mangelhafte hygienische Verhältnisse und Verpflegung usw.

Kulturelle Besonderheiten

Über zwei Drittel der Bevölkerung bekennen sich zum Buddhismus. Religiöse Rituale und Zeremonien haben einen grossen Einfluss auf das Alltagsleben. Zeigen Sie in religiösen Stätten oder gegenüber religiösen Statuen und Bildern den gebührenden Respekt. Nehmen Sie Rücksicht auf die religiösen Empfindsamkeiten der Bevölkerung und passen Sie Verhalten und Kleidung auch an den Stränden den lokalen Gepflogenheiten an. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen.

Naturbedingte Risiken

Die Monsunzeit dauert im Südwesten des Landes hauptsächlich von Mai bis September, in den übrigen Gebieten von November bis Februar. Während dieser Perioden muss mit starken Regenfällen gerechnet werden. Sie können Überschwemmungen, Erdrutsche und Infrastrukturschäden verursachen. Auch der Reiseverkehr kann beeinträchtigt werden. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter, beachten Sie die Wettervorhersagen.
Tsunami, die durch Erdbeben im südostasiatischen Raum ausgelöst werden, können auch Sri Lanka erreichen.
Sri Lanka Disaster Management Center
Pacific Tsunami Warning Center PTWC

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Colombo.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb von Colombo ist die medizinische Versorgung nicht immer gewährleistet.Krankenhäuser verlangen eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (Kreditkarte oder Vorschusszahlung). Personen mit einem negativen Rhesusfaktor können unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Für Ferien- und Geschäftsreisen von weniger als 30 Tagen können schweizerische Staatsangehörige das Visum durch das Electronic Travel Authority System (ETA) beantragen. Ausserdem können Visa jeder Art beim Generalkonsulat Sri Lankas in Genf beantragt werden. Weitere Auskünfte erteilt das Generalkonsulat.
Electronic Travel Authority System

Mit Personenkontrollen muss zuweilen gerechnet werden; sie sind im Norden und Osten häufiger als in den anderen Landesteilen. Tragen Sie stets Ihren Pass auf sich oder eine Fotokopie davon, einschliesslich der Seite mit dem Einreisevisum.

Nützliche Adressen

Notruf: 119
Sri Lanka Customs

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Colombo
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

 

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.