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Published on: 13.12.2017

Reisehinweise für Liberia

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Aktuelles

Am 10. Oktober 2017 wurden in Liberia der erste Wahlgang der Präsidentschaftswahlen und die Parlamentswahlen durchgeführt. Der für den 7. November 2017 geplante zweite Wahlgang der Präsidentschaftswahlen ist auf den 26. Dezember 2017 verschoben worden. Vor, während und unmittelbar nach den Wahlen ist in allen Teilen des Landes vermehrt mit politisch bedingten Gewaltausbrüchen zu rechnen. Verfolgen Sie vor und während der Reise die Entwicklung der Lage in den Medien und meiden Sie grössere Menschenansammlungen und Kundgebungen jeder Art.

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.

Grundsätzliche Einschätzung

Liberia war lange von politischer Instabilität und Bürgerkrieg geprägt. Der Wiederaufbau des Landes nach dem Bürgerkrieg schreitet voran. Die soziale und wirtschaftliche Lage ist jedoch schwierig. Seit 2003 ist eine UN-Friedenstruppe (UNMIL) im Land. Die Sicherheitslage hat sich in weiten Teilen des Landes verbessert, bleibt aber fragil. Die Sicherheitslage in Gebieten entlang der Grenze zu Côte d'Ivoire ist schlecht. Die Kriminalitätsrate bleibt allgemein hoch. Infrastruktur und Verwaltung sind im Auf- und Ausbau begriffen. Die Kapazitäten von ziviler Verwaltung, Polizei, Justiz und öffentlichen Diensten sind noch schwach.

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei ortsansässigen Geschäftspartnern und Bekannten über die aktuelle Lage. Meiden Sie grosse Menschenansammlungen und Demonstrationen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden.

Das Risiko von terroristischen Anschlägen kann auch in Liberia nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Reisen ausserhalb der Hauptstadt Monrovia erfordern grosse Vorsicht und sollten nicht ohne vorherige Abklärung der aktuellen Sicherheitslage unternommen werden. Lassen Sie sich wenn möglich von einer lokalen Vertrauensperson begleiten.

Grenzgebiet zu Côte d’Ivoire: Als Folge der kriegerischen Auseinandersetzungen in Côte d’Ivoire hat sich die Sicherheitslage im Grenzgebiet zu Côte d’Ivoire seit Anfang 2011 massiv verschlechtert. Bewaffnete Banden sind in das Grenzgebiet eingedrungen. Betroffen sind vor allem die Provinzen Nimba, Grand Gedeh, River Gee und Maryland. Von Reisen in die Provinzen Nimba, Grande Gedeh, River Gee und Maryland wird abgeraten.

 

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate ist hoch und nimmt vor allem in der Hauptstadt Monrovia noch zu. Bei Einbrüchen, Überfällen, Taschen-, Entreiss- und Autodiebstählen wird immer häufiger auch Waffengewalt angewendet. Auch Vergewaltigungen sind vermehrt gemeldet worden. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Unternehmen Sie Exkursionen, Spaziergänge in Gruppen und verzichten Sie nachts ganz darauf.
  • Frauen wird empfohlen, nur in Begleitung zu reisen und auf keinen Fall alleine an den Strand zu gehen.
  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Halten Sie Autotüren verriegelt und Fenster geschlossen.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch.

In den Gewässern vor Liberia kommt es gelegentlich zu Piratenüberfällen. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Maritime Piraterie

Verkehr und Infrastruktur

Die Strassenverbindungen sind stark beschädigt resp. teilweise zerstört. Während der Regenzeit von Mai bis November verschlechtert sich der Strassenzustand noch mehr. Das unvorhersehbare Verhalten der Verkehrsteilnehmer und streunendes Vieh sind ein zusätziches, erhebliches Unfallrisiko. Verzichten Sie auf nächtliche Überlandfahrten.

Ausserhalb von Monrovia ist die Infrastruktur für Reisende rar und sehr bescheiden (Unterkünfte, Restaurants usw.).

Es kommt vor, dass die Grenzübergänge kurzfristig vorübergehend geschlossen werden, z.B. um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Informieren Sie sich bei den lokalen Behörden oder direkt bei den Grenzposten.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind verboten. Es ist auch verboten Regierungsgebäude oder in der Nähe solcher Gebäude sowie militärische Anlagen zu photographieren. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden hart bestraft. Die Haftbedingungen in Liberia sind äusserst prekär.

Kulturelle Besonderheiten

Traditionelle Werte sind in Liberia von Bedeutung. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist schlecht und ausserhalb der Hauptstadt Monrovia praktisch nicht vorhanden. Krankenhäuser verlangen eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln. Ernsthafte Erkrankungen und Verletzungen müssen im Ausland (Europa) behandelt werden.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Tragen Sie stets Ihren Ausweis auf sich, um sich bei Personenkontrollen ausweisen zu können.

Nützliche Adressen

 United Nation Mission in Liberia

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Abidjan, Côte d'Ivoire
Kooperationsbüro Monrovia
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.