Gültig am:
Publiziert am: 07.08.2018

Das Kapitel Spezifische regionale Risiken ist vollständig überarbeitet worden.
Kapitel Besondere rechtliche Bestimmungen: Politische Aktivitäten sind für ausländische Staatsangehörige verboten. Ebenfalls strafbar sind Kritik an den staatlichen Institutionen und deren Vertretern.


Reisehinweise für Myanmar

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Die innere Sicherheitslage hat sich mit dem laufenden Demokratisierungsprozess überwiegend beruhigt. In gewissen Grenzprovinzen bestehen weiterhin Spannungen, insbesondere in Rakhine sowie im Nordosten des Landes. Siehe Kapitel Spezifische regionale Risiken. Die Friedensbemühungen der Regierung führten im Oktober 2015 zur Unterzeichnung mehrerer Waffenstillstandsabkommen mit rund der Hälfte der bewaffneten Gruppierungen.

Konflikte zwischen Regierungstruppen und bewaffneten Rebellengruppen ethnischer Minderheiten können jederzeit aufflammen, vor allem in den Provinzen Kachin, Rakhine, Chin und Shan, sporadisch auch in den von bewaffneten ethnischen Gruppierungen kontrollierten Gebieten der Provinzen Kayah, Kayin und Mon.

Zwischen gewissen religiösen beziehungsweise ethnischen Gemeinschaften bestehen ebenfalls latente Spannungen. Diese können sich in gewaltsamen Zusammenstössen entladen und sich mitunter gezielt gegen die muslimische Minderheit richten. Solche Gewaltakte fordern immer wieder Todesopfer und Verletzte. Ereignisse dieser Art sind landesweit örtlich begrenzt möglich, sie können geographisch nicht eingegrenzt werden.

Sporadisch haben Sprengsätze Sachschäden verursacht und/oder Verletzte und vereinzelt Todesopfer gefordert. Zum Beispiel:

  • im November 2016 neben Regierungsgebäuden und zwei lokalen Supermärkten in Yangon
  • zwischen dem 11. und 14. Oktober 2013 in einem Motel in Taungoo, einem Hotel und einer Pagoda in Sagaing und in einem Hotel in Yangon
  • im Juli 2013 auf einer religiösen Veranstaltung in Mandalay

Erneute Anschläge sind möglich. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Es kann vorkommen, dass die lokalen Behörden über einzelne Gebiete kurzfristig den Ausnahmezustand verhängen und/oder Reisen dorthin untersagen. Dies kann eine kurzfristige Änderung der Reisepläne erforderlich machen.

Verfolgen Sie die Entwicklung der Lage vor und während der Reise in den Medien und über Ihren Reiseveranstalter, und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden. Erkundigen Sie sich vor Ort über mögliche Ausgangssperren und halten Sie diese strikt ein.

Meiden Sie Kundgebungen und Massenveranstaltungen jeder Art. Für ausländische Staatsangehörige ist die Teilnahme an Demonstrationen verboten.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Das Risiko von Landminen besteht in früheren und aktuellen Konfliktzonen, vor allem in den Provinzen Kachin, Chin, Kayah (Karenni), Mon, Kayin (Karen), in der östlichen und nördlichen Hälfte von Shan und Tanintharyi. Die Minenfelder sind nur selten abgesperrt oder markiert. Halten Sie sich deshalb strikt an die Strassen und häufig benutzten Wege und informieren Sie sich im Zweifelsfall bei den lokalen Behörden und/oder der Bevölkerung.

Provinz Kachin: Seit 2011 kommt es in der Provinz Kachin immer wieder zu teilweise heftigen Gefechten zwischen der Armee und bewaffneten Rebellengruppen, vor allem im Grenzgebiet zu China, wo der Waffenstillstand entweder nicht vereinbart oder gebrochen worden ist. Die Gefechte haben immer wieder zahlreiche Todesopfer gefordert und viele Menschen aus dem betroffenen Gebiet vertrieben. Seit Ende Dezember 2017 haben die Gewaltakte wieder zugenommen. Die Lage ist gespannt. Von Reisen in die Provinz Kachin wird abgeraten.

Provinz Shan (Nord): Im Februar 2015 brachen in Kokang an der Grenze zu China schwere Kämpfe zwischen der Armee und Rebellengruppen aus. Die Regierung hat das Kriegsrecht über die Kokang-Region verhängt. Im März 2017 haben Rebellen die Stadt Laukkai in der Region Kokang angegriffen und zahlreiche Menschen getötet. Bei einer Bombenexplosion in Lashio im Februar 2018 sind zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Die Lage ist gespannt. Von Reisen in die Provinz Shan (Nord) wird abgeraten.

Provinz Rakhine: Seit 2012 haben Unruhen zwischen buddhistischen und muslimischen Bevölkerungsgruppen in der nördlichen Hälfte der Provinz Rakhine immer wieder zahlreiche Todesopfer gefordert und viele Menschen aus dem betroffenen Gebiet vertrieben. Seit Anfang Oktober 2016 haben die Gewaltakte und Unruhen wieder zugenommen. Ende August 2017 sind bei gewaltsamen Unruhen zahlreiche Zivilisten, Sicherheitskräfte und Rebellen getötet und hunderttausende Menschen vertrieben worden. Die Lage ist gespannt.
Von Reisen nach Sittwe und die Gebiete nördlich davon wird abgeraten.

Für Reisen in den Badeort Ngapali Beach erkundigen Sie sich bei Ihrem Reiseveranstalter über die aktuell empfohlene Reiseroute.

Grenzgebiete: Von Reisen in die Grenzgebiete zu Bangladesch, Indien, China, Laos und Thailand wird abgeraten. Obwohl teilweise Waffenstillstandsabkommen abgeschlossen worden sind, kann es jederzeit zu ethnischen Spannungen, Gewaltakten sowie zu Zusammenstössen zwischen der Armee und Rebellengruppen kommen. Informieren Sie sich vor und während der Reise in die übrigen Gebiete der Grenzprovinzen bei den lokalen Behörden über die aktuelle Sicherheitslage. Beachten Sie jedoch, dass von Reisen in die Provinzen Kachin, Shan (Nord) und von Teilen der Provinz Rakhine abgeraten wird (siehe oben).

Je nach Entwicklung der Lage erhalten Ausländer keine Reisebewilligung für einzelne Gebiete (siehe auch Kapitel besondere Hinweise).

Kriminalität

Beachten Sie die üblichen Vorsichtsmassnahmen gegen Kleinkriminalität.

Verkehr und Infrastruktur

Der schlechte Strassenzustand und das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer bilden ein erhebliches Unfallrisiko, das bei Dunkelheit noch erhöht wird. Für Reisen mit einem Personenwagen ist es empfehlenswert, einen Wagen mit Chauffeur zu mieten und nur tagsüber zu fahren.

Die Wartung der Eisenbahn, der Fähren und der Flugzeuge für Inlandflüge entspricht nicht immer europäischem resp. internationalem Standard.

Ausserhalb der Touristengebiete sind internationale und mobile Telefonverbindungen sowie der Zugang zum Internet nicht immer und überall gewährleistet.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Es ist verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Brücken usw.) zu fotografieren.

Politische Aktivitäten sind für ausländische Staatsangehörige verboten. Ebenfalls strafbar sind Kritik an den staatlichen Institutionen und deren Vertretern, wie zum Beispiel Kritik an Vertretern der Armee. Dies gilt auch für Äusserungen in den sozialen Medien. Bestraft wird auch, wer sich dem Buddhismus oder anderer Religionen gegenüber respektlos verhält. Dies gilt zum Beispiel auch für Tätowierungen, die buddhistische Abbildungen oder Symbole anderer Religionen repräsentieren.

Gleichgeschlechtliche Handlungen sind strafbar.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Gefängnisstrafen (bis lebenslänglich) bestraft. In schwerwiegenden Fällen kann auch die Todesstrafe verhängt werden.

Die Haftbedingungen sind sehr prekär.

Kulturelle Besonderheiten

Myanmar ist ein überwiegend buddhistisches Land. Religiöse Rituale und Zeremonien haben einen grossen Einfluss auf das Alltagsleben. Passen Sie Verhalten und Kleidung den lokalen Gepflogenheiten und religiösen Empfindsamkeiten an. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen.

Naturbedingte Risiken

Während der Monsunzeit (Mai bis Oktober) können speziell im Süden des Landes und in den Küstengebieten Überschwemmungen und einzelne Wirbelstürmen vorkommen. Bei solchen Ereignissen kann es zu Unterbrüchen im Strassen- und Eisenbahnverkehr sowie den Telefonverbindungen kommen. Auch der Reiseverkehr kann vorübergehend beeinträchtigt werden. Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden.
Weltorganisation für Meteorologie (WMO)

Erdbeben sind möglich. Tsunami, die durch Erdbeben im südostasiatischen Raum ausgelöst werden, können auch Myanmar erreichen.
Indian National Centre for Ocean Information Services (INCOIS)

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Ihres Reiseveranstalters.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist im Landesinnern nicht gewährleistet; in Yangon können Notfälle betreut werden. Ernsthafte Erkrankungen und Verletzungen werden jedoch mit Vorteil im Ausland (Thailand, Singapur oder Europa) behandelt. Personen mit einem negativen Rhesusfaktor können unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten. Für planbare stationäre Behandlungen und Operationen verlangen die Krankenhäuser in der Regel eine Kostengarantie. Notfälle müssen unverzüglich in bar (USD) bezahlt werden. Eigenes Verbandsmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Zahlungen und Bargeldbezüge mit Kredit- und Maestrokarten sind in Myanmar zunehmend möglich, ausserhalb der Touristenregionen jedoch noch schwierig. Führen Sie genügend Bargeld mit (US-Dollar oder Euros in exzellentem Zustand); Schweizer Franken werden nicht angenommen.

Einige Regionen, insbesondere ethnische Gebiete, sind für Ausländer nicht oder nur mit einer behördlichen Bewilligung zugänglich. Reisen Sie keinesfalls ohne die Zustimmung der Behörden in solche Gebiete. Die Botschaft von Myanmar in Genf erteilt Auskunft über die nicht zugänglichen oder bewilligungspflichtigen Destinationen, sowie über Einreise- und Zollvorschriften (Währungsvorschriften etc.).
Ministry of Hotels and Tourism: Directives for restricted areas
Botschaft von Myanmar

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 199
Notruf Touristenpolizei: 01378479 / 01379701
Notruf Sanität (Yangon): 019000716 / 098612421
Notruf Sanität (Nay Pyi Taw): 095363181 / 0931471550 / 0931471850 / 09428152844
Notruf Sanität (Mandalay Region): 0943100961 / 0274365
Notruf Sanität (Kachin State): 09491552925 / 07423501

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Yangon
Regionales Konsularcenter in Bangkok, Thailand
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.