Gültig am:
Publiziert am: 18.11.2015

Reisehinweise für Myanmar

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

 

Grundsätzliche Einschätzung

Die innere Sicherheitslage hat sich mit dem seit März 2011 laufenden Demokratisierungsprozess vordergründig beruhigt. Die Friedensbemühungen der Regierung führten im Jahre 2012 zur Unterzeichnung mehrerer Waffenstillstandsabkommen.

Dennoch bestehen weiterhin Spannungen. Konflikte zwischen Regierungstruppen und bewaffneten Rebellengruppen ethnischer Minderheiten können jederzeit aufflammen, vor allem in den Provinzen Kachin und Shan, weniger häufig in den von bewaffneten ethnischen Gruppierungen kontrollierten Gebieten der Provinzen Kayah, Kayin und Mon.

Zwischen gewissen religiösen beziehungsweise ethnischen Gemeinschaften bestehen ebenfalls latente Spannungen. Diese können sich in gewaltsamen Zusammenstössen entladen. Ende März 2013 ist es in der Stadt Meikhtila und deren Umgebung in Zentral-Myanmar sowie in anderen Landesteilen zu schweren inter-ethnischen Ausschreitungen gekommen, die sich mitunter gegen die muslimische Minderheit gerichtet haben. Diese Unruhen haben zahlreiche Todesopfer gefordert. Im Juni 2014 kam es zudem in Mandalay zu gewaltsamen Ausschreitungen. Weitere Ereignisse dieser Art sind landesweit örtlich begrenzt möglich, sie können geographisch nicht eingegrenzt werden.

Es kann vorkommen, dass die lokalen Behörden über einzelne Gebiete kurzfristig den Ausnahmezustand verhängen und/oder Reisen dorthin untersagen. Dies kann eine kurzfristige Änderung der Reisepläne erforderlich machen.

Es sind wiederholt Sprengsätze explodiert, welche Verletzte und vereinzelt Todesopfer forderten. Zum Beispiel:

  • zwischen dem 11. und 14. Oktober 2013 in einem Motel in Taungoo, einem Hotel und einer Pagoda in Sagaing und in einem Hotel in Yangon
  • im Juli 2013 auf einer religiösen Veranstaltung in Mandalay
  • 2011 auf einem Markt in Mandalay sowie in Einkaufszentren in Yangon

Erneute Anschläge sind möglich.

Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.

Verfolgen Sie die Entwicklung der Lage vor und während der Reise in den Medien und über Ihre Reiseagentur, und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden. Erkundigen Sie sich vor Ort über mögliche Ausgangssperren und halten Sie diese strikt ein.

Meiden Sie Kundgebungen und Massenveranstaltungen jeder Art. Die Teilnahme an Demonstrationen ist strafbar.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Das Risiko von Landminen besteht in früheren und aktuellen Konfliktzonen, vor allem in den Provinzen Chin, Kayah (Karenni), Kayin (Karen), in der östlichen Hälfte von Shan und Tanintharyi Division. Die Minenfelder sind nur selten abgesperrt oder markiert. Halten Sie sich deshalb strikt an die Strassen und häufig benutzten Wege und informieren Sie sich im Zweifelsfall bei den lokalen Behörden und/oder der Bevölkerung.

Provinz Rakhine: Seit 2012 haben Unruhen zwischen buddhistischen und muslimischen Bevölkerungsgruppen in der nördlichen Hälfte der Provinz Rakhine zahlreiche Todesopfer gefordert und viele Menschen aus dem betroffenen Gebiet vertrieben. Die Lage ist weiterhin gespannt. Je nach Entwicklung der Lage erhalten Ausländer keine Reisebewilligung für einzelne Gebiete (siehe auch Kapitel besondere Hinweise).
Von Reisen nach Sittwe und die Gebiete nördlich davon wird abgeraten.
Für Reisen in den Badeort Ngapali Beach erkundigen Sie sich bei Ihrem Reiseveranstalter über die aktuell empfohlene Reiseroute.

Grenzgebiete: Von Reisen in die Grenzgebiete zu Bangladesch, China, Indien, Laos und Thailand wird abgeraten. Informieren Sie sich vor und während der Reise in die übrigen Gebiete der Provinzen Shan und Kachin bei den lokalen Behörden über die aktuelle Sicherheitslage.
Obwohl Waffenstillstandsabkommen abgeschlossen worden sind, kann es jederzeit zu ethnischen Spannungen sowie zu Zusammenstössen zwischen der Armee und Rebellengruppen kommen. Am 17. Februar 2015 brachen zum Beispiel in der self-administered zone von Kokang im Norden der Provinz Shan an der Grenze zu China schwere Kämpfe aus. Viele Bewohner sind geflohen. Die Regierung hat das Kriegsrecht über die Kokang-Region verhängt. Seit Ende Dezember 2012 kommt es in der Provinz Kachin zu teilweise heftigen Gefechten, vor allem im Grenzgebiet zu China, wo der Waffenstillstand gebrochen worden ist. Ausserdem sind diese Gebiete stark vermint.

Kriminalität

Beachten Sie die üblichen Vorsichtsmassnahmen gegen Kleinkriminalität.

Verkehr und Infrastruktur

Der schlechte Strassenzustand und das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer bilden ein erhebliches Unfallrisiko, das bei Dunkelheit noch erhöht wird. Für Reisen mit einem Personenwagen ist es empfehlenswert, einen Wagen mit Chauffeur zu mieten und nur tagsüber zu fahren. Die Wartung der Eisenbahn, der Fähren und der Flugzeuge für Inlandflüge entspricht oft nicht europäischem resp. internationalem Standard.

Telefonverbindungen ins Ausland sind nur von den grösseren Touristenorten aus möglich, in abgelegenen Orten bieten selbst Verbindungen in die Hauptstadt Schwierigkeiten. Die Benützung von Mobiltelefonen ist nur beschränkt möglich.
Für Einzelpersonen (auch Ausländer) ist der Zugang zum Internet von der Region abhängig.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Trotz gewisser Reformen ist das Risiko hoch, sich im Falle von politische Aktivitäten und Äusserungen sowie Kritik an der Regierung strafbar zu machen. Gleichgeschlechtliche Handlungen sind strafbar. Es ist verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Brücken usw.) zu fotografieren.  Bestraft wird auch, wer sich dem Buddhismus oder anderer Religionen gegenüber respektlos verhält. Dies gilt zum Beispiel auch für Tätowierungen, die buddhistische Abbildungen oder Symbole anderer Religionen repräsentieren. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Gefängnisstrafen (bis lebenslänglich) bestraft. In schwerwiegenden Fällen kann auch die Todesstrafe verhängt werden.

Die Haftbedingungen sind sehr prekär.

Kulturelle Besonderheiten

Myanmar ist ein überwiegend buddhistisches Land. Religiöse Rituale und Zeremonien haben einen grossen Einfluss auf das Alltagsleben. Passen Sie Verhalten und Kleidung den lokalen Gepflogenheiten und religiösen Empfindsamkeiten an. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen.

Naturbedingte Risiken

Während der Monsunzeit (Mai bis Oktober) können speziell im Süden des Landes und in den Küstengebieten Überschwemmungen und einzelne Wirbelstürmen vorkommen. Bei solchen Ereignissen kann es zu Unterbrüchen im Strassen- und Eisenbahnverkehr kommen. Auch der Reiseverkehr kann vorübergehend beeinträchtigt werden. Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden.
Weltorganisation für Meteorologie (WMO)

Erdbeben sind möglich. Tsunami, die durch Erdbeben im südostasiatischen Raum ausgelöst werden, können auch Myanmar erreichen.
Pacific Tsunami Warning Center PTWC

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Ihres Reiseveranstalter.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist im Landesinnern nicht gewährleistet; in Yangon können Notfälle betreut werden. Ernsthafte Erkrankungen und Verletzungen werden jedoch mit Vorteil im Ausland (Thailand oder Europa) behandelt. Personen mit einem negativen Rhesusfaktor können unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten. Für planbare stationäre Behandlungen und Operationen verlangen die Krankenhäuser in der Regel eine Kostengarantie. Notfälle müssen unverzüglich in bar (USD) bezahlt werden. Eigenes Verbandsmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Zahlungen und Bargeldbezüge mit Kredit- und Maestrokarten sind in Myanmar zwar möglich, jedoch noch schwierig. Führen Sie genügend Bargeld mit (US-Dollar oder Euros in exzellentem Zustand).

Einige Regionen, insbesondere ethnische Gebiete, sind für Ausländer nicht oder nur mit einer behördlichen Bewilligung zugänglich. Reisen Sie keinesfalls ohne die Zustimmung der Behörden in solche Gebiete. Die Botschaft von Myanmar in Genf erteilt Auskunft über die nicht zugänglichen oder bewilligungspflichtigen Destinationen, sowie über Einreise- und Zollvorschriften (Währungsvorschriften etc.).
Ministry of Hotels and Tourism: Directives for restricted areas
Botschaft von Myanmar

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 199
Notruf Touristenpolizei: (01) 549 209 oder (01) 549 276
Notruf Rotes Kreuz (Sanität): (01) 296 384

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Myanmar
Regionales Konsularcenter in Bangkok, Thailand
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.