Gültig am:
Publiziert am: 08.07.2019

Die grundsätzliche Einschätzung ist ergänzt worden: Drohnenangriffe auf den Flughafen in Abha.


Reisehinweise für Saudi-Arabien

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Reisen nach Saudi-Arabien sind mit gewissen Risiken verbunden.

Wegen der komplexen Verhältnisse im Mittleren Osten kann sich die Sicherheitslage plötzlich ändern.

Der bewaffnete Konflikt in Jemen wirkt sich stark auf die Sicherheitslage in den saudi-arabischen Grenzgebieten zu Jemen aus. Vereinzelt erreichen aber auch Raketen mit einer Reichweite von mehreren hundert Kilometern Saudi-Arabien. Zum Beispiel wurden im Juni 2019 bei Drohnenangriffen auf den internationalen Flughafen in Abha (Südwesten) eine Person getötet und mehrere Personen verletzt. Die saudische Luftabwehr konnte mehrere Raketenangriffe vereiteln, die auf Mekka und Riad zielten. Beachten Sie auch das Kapitel spezifische regionale Risiken.

Am 7. Juni 2019 explodierten in Jeddah an Autos angebrachte Sprengkörper und verletzten zwei Personen. Die Hintergründe der Tat sind unbekannt.

Im ganzen Land besteht die Gefahr von Terrorakten. Sie richten sich primär gegen die Sicherheitskräfte und gegen die schiitische Gemeinschaft. Attentate gegen westliche Ausländer, deren Arbeits- und Wohnorte, sowie allgemein gegen westliche Einrichtungen können nicht ausgeschlossen werden. Bei der Verfolgung der Terroristengruppen durch die Sicherheitskräfte kommt es zu Schusswechseln.
Unter anderem sind folgende Anschläge verübt worden:

  • Am 21. April 2019 wehrten die Sicherheitskräfte einen terroristischen Angriff auf ein Gebäude des Innenministeriums in Zulfi ab. Die vier Angreifer kamen dabei um.
  • Am 8. Juli 2018 wurden durch einen Schusswechsel bei einem Checkpoint in Qassim vier Personen getötet.
  • Am 7. Oktober 2017 wurden bei einem versuchten Attentat in Djeddah zwei Angehörige der Sicherheitskräfte getötet.

Beachten Sie auch die Rubrik
Terrorismus und Entführungen

Informieren Sie sich vor und während der Reise über die aktuelle Lage im Land und schenken Sie Ihrer persönlichen Sicherheit erhöhte Aufmerksamkeit: Halten Sie sich strikte an die Sicherheitsvorschriften der Polizei und der Verantwortlichen für Sicherheit in Flughäfen, öffentlichen Einrichtungen, Hotels und Wohnquartieren. Verhalten Sie sich diskret. Respektieren Sie die lokalen Vorschriften, die auch für Ausländer gelten, unabhängig von der Religionszugehörigkeit. Achten Sie vor allem darauf, dass Ihr Verhalten nicht als Geringschätzung der lokalen Sitten interpretiert werden kann.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Eastern Province: Es bestehen politische und religiöse Spannungen zwischen der sunnitischen Regierung und der mehrheitlich schiitischen Bevölkerung dieser Provinz. Es kommt immer wieder zu politisch-religiös motivierten Kundgebungen und Unruhen, besonders im Bezirk Al Qatif. Ausserdem ereignen sich bewaffnete Angriffe gegen die Sicherheitskräfte. Es besteht das Risiko, unversehens in einen Schusswechsel zu geraten. Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen in den Bezirk al Qatif wird abgeraten. Informieren Sie sich vor Reisen in die übrigen Regionen der Eastern Province bei den lokalen Behörden über die aktuelle Sicherheitslage. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art, da gewalttätige Zusammenstösse mit den Sicherheitskräften möglich sind.

Grenzgebiet zu Jemen: Der bewaffnete Konflikt in Jemen wirkt sich stark auf die Sicherheitslage in den saudi-arabischen Grenzgebieten zu Jemen aus. Es kommt regelmässig zu Beschüssen mit Raketen und Mörsern aus Jemen, die wiederholt Todesopfer und Verletzte in Saudi-Arabien gefordert haben. Von Reisen ins Grenzgebiet zu Jemen wird abgeraten, einschliesslich der Städte Najran und Jizan.

Verkehr und Infrastruktur

Die Grenzen zwischen Saudi-Arabien und Katar sind seit dem 5. Juni 2017 auf dem Land-, See- und Luftweg geschlossen. Für Auskunft über alternative Reiserouten wenden Sie sich an Ihren Reiseveranstalter oder Ihre Fluggesellschaft.

Überhöhte Geschwindigkeit und das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer bilden ein erhöhtes Unfallrisiko. Fahrten in die Wüste sollten ausschliesslich in Gruppen von mehreren Geländefahrzeugen unternommen werden. Ein Navigationsgerät sowie ein ausreichender Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln, Treibstoff und Ersatzteilen sind überlebenswichtig.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Die Gesetzgebung orientiert sich an einer strikten islamischen Rechtsauffassung und an rigiden Moralvorstellungen. Vergehen werden konsequent verfolgt und wesentlich härter bestraft als in der Schweiz. Strafbar sind unter anderem:

  • die Beleidigung des Islams sowie der politischen und religiösen Führung. Verzichten Sie in der Öffentlichkeit und in den sozialen Medien auf kontroverse politische Äusserungen, die das Gastland oder die Region betreffen
  • Kritik des Justizsystems
  • das Fotografieren von Regierungsgebäuden und militärischen Einrichtungen
  • Einfuhr, Besitz, Handel und Konsum von alkoholischen Getränken
  • während des Ramadans tagsüber in der Öffentlichkeit essen, trinken und rauchen
  • die Teilnahme an Demonstrationen
  • gleichgeschlechtliche Handlungen, aussereheliche Beziehungen sowie aussereheliche Schwangerschaften und Geburten. Bei Sexualdelikten muss das Opfer je nach Sachverhalt nachweisen, dass es nicht selbst gegen die Rechtsordnung verstossen hat

Für zahlreiche Produkte bestehen Einfuhrbeschränkungen oder Einfuhrverbote. Beachten Sie die Informationen der saudischen Behörden:
Saudi Customs  

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Gefängnisstrafen geahndet. Es kann selbst die Todesstrafe verhängt werden.

Die Haftbedingungen sind bedeutend härter als in der Schweiz.

Fahrzeuglenker, die in einen Verkehrsunfall mit Verletzten oder Todesfolge verwickelt sind, dürfen im Zweifelsfall während der Untersuchung/Verhandlung das Land nicht verlassen. Auch bei finanziellen Streitigkeiten kann die Polizei unter Umständen Ausländer an der Ausreise hindern, bis die Angelegenheit erledigt ist.

Kulturelle Besonderheiten

Saudi-Arabien ist ein konservatives arabisch/muslimisches Land. Passen Sie Kleidung und Verhalten den lokalen Gepflogenheiten sowie den religiösen und nationalen Empfindungen an. Besonders Frauen sind einem strikten Verhaltenskodex unterworfen, dessen Nichtbefolgung zu Schwierigkeiten führen kann. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen. Denken Sie daran, dass während des Ramadans besondere Regeln und Vorschriften zu beachten sind.

Naturbedingte Risiken

Bei heftigen Regenfällen können sich ausgetrocknete Bachbette (Wadis) in kürzester Zeit in reissende Flüsse verwandeln. Zudem sind Jeddah, Riad und andere Städte wiederholt von schweren Überschwemmungen, die auch Tote und Verletzte forderten, heimgesucht worden.

Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist grundsätzlich gewährleistet. Krankenhäuser verlangen einen Kostenvorschuss oder eine finanzielle Garantie-Erklärung, bevor sie Patienten behandeln.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Pilger- und Touristenreisen sind nur in geführten Gruppen erlaubt und müssen durch ein Reisebüro organisiert werden, das bei den saudi-arabischen Behörden registriert ist. Einzelne Gebiete dürfen nur mit einer Sonderbewilligung bereist werden. Die saudi-arabische Botschaft in Bern erteilt Auskunft.

Sie sind verpflichtet, sich jederzeit mit dem Reisepass ausweisen zu können (oder mit einer Fotokopie davon, die auch das Visum einschliesst).

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 999
Notruf Ambulanz: 937

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Riad
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.