Gültig am:
Publiziert am: 07.09.2017

Reisehinweise für Libyen

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Von Reisen nach Libyen und Aufenthalten jeder Art wird abgeraten.

Die Schweizer Botschaft in Tripolis ist am 31. Juli 2014 vorübergehend geschlossen worden.
Die in Libyen wohnhaften Schweizer Bürgerinnen und Bürger werden durch die Schweizer Botschaft in Tunis betreut.
Schweizer Botschaft Tunis:
Tel. +216 71 191 997
EDA-Helpline:
Tel. +41 800 24-7-365

Die Lage im Land ist unübersichtlich und die Sicherheit ist nicht gewährleistet. In grossen Teilen des Landes herrschen bewaffnete Milizen oder sonstige bewaffnete Kräfte. Es kommt regelmässig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Davon können unter anderem auch die Städte Tripolis und Bengasi betroffen sein.

Im ganzen Land besteht ein hohes Entführungsrisiko. Entführungsopfer werden sowohl libysche wie auch ausländische Staatsangehörige. Beispiele:

  • Am 19. September 2016 wurden in Ghat zwei Italiener und ein Kanadier entführt.
  • Im November 2015 wurden zwei serbische Staatsangehörige entführt.
  • Im Juli 2015 wurden vier italienische Staatsangehörige entführt.
  • Im Januar 2015 wurden 21 in Sirte entführte ägyptische Kopten von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ enthauptet.
  • Im Dezember 2014 und im Januar 2015 wurden in Sirte mehrere ägyptische Staatsangehörige entführt.
  • Im Mai 2014 wurde in Bengasi ein britischer Staatsangehöriger entführt.

Auch das Risiko von Anschlägen besteht im ganzen Land. Beispiele:

  • Am 21. Januar 2017 explodierte eine Autobombe in der Nähe der italienischen Botschaft in Tripolis.
  • Am 7. Januar 2016 wurden bei einem Selbstmordattentat auf einen Polizeiposten in Zliten mehr als 50 Personen getötet und über 100 verletzt.
  • Im Januar 2015 forderte ein Anschlag auf ein internationales Hotel in Tripolis mehrere Todesopfer und Verletzte.

Die Kriminalität ist hoch.
Zudem muss davon ausgegangen werden, dass Waffen aus dem Bürgerkrieg von 2011 in die Hände von Kriminellen geraten sind.

Die Schweiz hat nur sehr eingeschränkte oder je nach Situation gar keine Möglichkeit mehr, in Notfällen Dienstleistungen oder sonstige Unterstützung für Schweizer Bürgerinnen und Bürger in Libyen zu erbringen.  

Nützliche Adressen

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Tunis
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.