Gültig am:
Publiziert am: 08.03.2016

Reisehinweise für Tunesien

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

 

Aktuelles

Seit Mitte Januar 2016 kommt es in verschiedenen Landesteilen zu Unruhen. Bei Unruhen muss in den betroffenen Gebieten mit Ausgangssperren gerechnet werden.

Erkundigen Sie sich lokal (Medien, Hotel, etc.) über allfällige Ausgangssperren, denn sie werden meistens kurzfristig verhängt und aufgehoben. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden und bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter.

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.

Grundsätzliche Einschätzung

Im ganzen Land besteht jederzeit das Risiko von terroristischen Akten, dies schliesst auch die Badeorte mit ein. Aufgrund regionaler Ereignisse hat die Gefahr von Anschlägen auch auf Ausländer zugenommen.
Am 24.November 2015 wurde ein Anschlag auf einen Bus der tunesischen Präsidentengarde im Zentrum von Tunis verübt. Er hat mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert. Der tunesische Präsident hat daraufhin den Notstand im ganzen Land ausgerufen. Am 26. Juni 2015 wurde in Sousse / Port Kantaoui ein Attentat auf ein Hotel verübt; dieses hat zahlreiche Todesopfer und Verletzte unter den ausländischen Hotelgästen gefordert. Am 18. März 2015 wurde in Tunis ein Attentat auf das Bardo Museum verübt. Es hat zahlreiche Todesopfer und Verletzte gefordert. Am 30. Oktober 2013 hat sich ein Selbstmordattentäter am Strand von Sousse in die Luft gesprengt; der Anschlag hat keine weiteren Opfer gefordert.

Lassen Sie erhöhte Wachsamkeit walten, besonders an öffentlichen Plätzen wie Busbahnhöfen, Einkaufszentren und Märkten sowie in der Nähe von Regierungsgebäuden, religiösen Kultstätten, Polizeistationen, Militäreinrichtungen, Museen oder anderen touristischen Sehenswürdigkeiten sowie an religiösen Feiertagen.

Seit dem Sturz von Präsident Ben Ali im Januar 2011 befindet sich Tunesien in einer politischen Übergangsphase. Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Herbst 2014 sind geordnet verlaufen. Viele soziale Probleme sind weiterhin ungelöst und politische Spannungen bleiben bestehen. Vor allem in grösseren Städten und in den Grenzgebieten sind Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften sowie Streiks häufig. Während Unruhen kann die Regierung eine Ausgangssperre verhängen.

Sicherheitsoperationen gegen terroristische Organisationen finden vor allem in den Gouvernoraten Kasserine, Le Kef, Jendouba, Béja und Sidi Bouzid statt. Sie sind aber auch in anderen Landesteilen möglich.

Im Süden besteht ein hohes Risiko von Entführungen (siehe Kapitel spezifisch regionale Risiken). Das Risiko von Entführungen kann aber auch in den anderen Landesteilen nicht ausgeschlossen werden.

Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.

Informieren Sie sich vor und während einer Reise in den Medien über die Entwicklung der Lage. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art und treten Sie generell mit Zurückhaltung auf. Beachten Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (zum Beispiel Ausgangssperren) und der Reiseveranstalter.

Erkundigen Sie sich bei den lokalen Behörden insbesondere für Reisen auf dem Landweg, ob auf der geplanten Strecke Sicherheitsrisiken wie illegale Strassenblockaden, Demonstrationen oder Protestaktionen (z.B. Steine werfen gegen unbekannte Fahrzeuge) zu befürchten sind. Achten Sie darauf, dass das Fahrziel vor Einbruch der Dunkelheit erreicht werden kann.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Grenzgebiet zu Algerien: Im Grenzgebiet zu Algerien sind terroristische Gruppierungen aktiv. Sie sind gut organisiert, gewaltbereit und operieren grenzüberschreitend. Im Gebiet des Berges Jebel Chaambi, kommt es seit April 2013 zu Auseinandersetzungen zwischen der tunesischen Armee und bewaffneten dschihadistischen Gruppierungen. Die Spannungen und sicherheitsrelevanten Zwischenfälle haben auch in den Gouvernaten Jendouba und Le Kef zugenommen. Die tunesischen Sicherheitskräfte richten bei Bedarf militärische Sperrzonen ein. In einzelnen Teilen des Grenzgebietes besteht auch das Risiko von Minen. Von Reisen ins Grenzgebiet zu Algerien wird abgeraten, einschliesslich in die gesamten Gouvernate Jendouba und Kassserine, wo sich der Jebel Chaambi befindet.

Südliche Landeshälfte: Exkursionen in die Wüste müssen in jedem Fall durch anerkannte Führer (agences de voyages agréés) organisiert und begleitet werden. Kämpfe in Libyen beeinträchtigen die Sicherheitslage im Grenzgebiet zu diesem Land. Es kommt zu bewaffneten Zusammenstössen zwischen der Armee und Terroristen, die aus Libyen kommen. Im südlichen Grenzgebiet zu Algerien und Libyen besteht eine hohe Entführungsgefahr.
Von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen in das Gebiet südlich der Linie, die von der Grenze zu Algerien über Tozeur - Douz - Medenine führt, wird abgeraten. Von Reisen ins Grenzgebiet zu Libyen wird generell abgeraten. Die genannten Städte können unter Beachtung der in diesen Reisehinweisen genannten Vorsichtsmassnahmen besucht werden. Im Süden Tunesiens besteht ausserdem eine militärische Sperrzone. Die tunesische Botschaft in Bern erteilt nähere Auskünfte.

Kriminalität

Die Kleinkriminalität nimmt auch in den Touristenzentren zu (z.B. Taschendiebstahl, Diebstahl aus parkierten Autos, Einbrüche in Wohnungen und Hotelzimmer etc.). Vereinzelt werden auch illegale Strassensperren zur Erpressung von Wegzöllen gemeldet. Beachten Sie folgende Vorsichtsmassnahmen

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck usw.) und nur wenig Geld auf sich
  • Deponieren Sie Ihre Dokumente im Hotelsafe; tragen Sie jedoch immer eine Fotokopie des Reisepasses oder der Identitätskarte auf sich (einschliesslich der Seite mit dem Einreisestempel)
  • Verzichten Sie auf nächtliche Spaziergänge. Frauen bewegen sich mit Vorteil in Gruppen. Meiden Sie wenig besuchte und isoliert gelegene Strände.
  • Setzen Sie Ihre Kreditkarte mit Vorsicht ein, denn Missbrauch kommt vor. Deponieren Sie die Karte auch im Hotelzimmer an einem sicheren Ort.
  • Vorsicht mit Geldautomaten - diese werden teilweise für Missbräuche manipuliert.

Verkehr und Infrastruktur

Der Zustand der wichtigen Verbindungsstrassen ist gut. Das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer stellt jedoch ein beachtliches Unfallrisiko dar. Bei nächtlichen Fahrten ist erhöhte Vorsicht geboten (unbeleuchtete Fahrzeuge, Fussgänger, streunende Tiere etc.).

Besondere rechtliche Bestimmungen

Verboten sind u.a. die Ein- und Ausfuhr von tunesischen Dinars, das Fotografieren militärischer und öffentlicher Einrichtungen, das Konkubinat sowie gleichgeschlechtliche Beziehungen. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen (zum Beispiel auch Marihuana) hart bestraft (bis zu 20 Jahren Gefängnis).

Die Haftbedingungen sind sehr schwierig (überbelegte Zellen, beschränktes Besuchsrecht etc).

Kulturelle Besonderheiten

Tunesien ist ein muslimisches Land. Passen Sie daher, insbesondere beim Verlassen von Hotelanlagen, Ihr Verhalten und Ihre Kleidung den lokalen Gepflogenheiten an. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen. Denken Sie daran, dass während des Ramadans besondere Regeln und Vorschriften zu beachten sind.
Fotografieren Sie Personen oder Personengruppen nur mit deren ausdrücklichem Einverständnis.

Im Falle einer Heirat zwischen Ausländer/in und Tunesier/in muslimischen Glaubens ist den islamischen Verhaltensregeln und den tunesischen Gesetzen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Grundversorgung ist grundsätzlich gewährleistet. Krankenhäuser verlangen in der Regel eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (schriftlich garantierte Kostenübernahme oder Vorschusszahlung). Bei ernsthaften Erkrankungen und Verletzungen ist eine Behandlung in Europa empfehlenswert.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Notruf des nationalen Tourismusbüros: 071-105 405

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Tunis 
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.