Gültig am:
Publiziert am: 11.05.2016

Reisehinweise für Marokko

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

 

Grundsätzliche Einschätzung

Marokko kann grundsätzlich als stabiles Land betrachtet werden.

Trotz erhöhter Sicherheitsmassnahmen besteht im ganzen Land das Risiko von terroristischen Akten. In Teilen der Sahara und des Sahels besteht das Risiko von Entführungen. Bisher waren in Marokko keine Entführung zu beklagen. Beachten Sie auch folgende Informationen:
Entführungsrisiko in der Sahara und angrenzenden Gebieten
Terrorismus und Entführungen

Spontane Demonstrationen und Protestaktionen sind jederzeit möglich. Vereinzelte gewalttätige Auseinandersetzungen können dabei nicht ausgeschlossen werden.

Informieren Sie sich vor und während einer Reise über die Medien über die aktuelle Entwicklung der Lage. Meiden Sie Menschenansammlungen und Demonstrationen jeder Art. Verzichten Sie auf Besuche der ärmeren Quartiere der Grossstädte. Beachten Sie die Anweisungen der lokalen Behörden und der Reiseveranstalter.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Rifgebirge: Es kann zu Übergriffen durch Kriminelle kommen, die in die lokale Drogenproduktion involviert sind. Lassen Sie erhöhte Vorsicht walten und verzichten Sie auf nächtliche Autofahrten.

In grossen Teilen der Sahara sind bewaffnete Banden und islamistische Terroristen aktiv, die vom Schmuggel und von Entführungen leben. Sie sind gut organisiert, operieren grenzüberschreitend und haben Verbindungen zu lokalen, kriminellen Gruppen. Das Entführungsrisiko ist in einigen Gebieten der Sahara und der Sahelzone hoch und nimmt noch zu.

Grenzgebiet zu Algerien: Wegen des Entführungsrisikos wird von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen ins Grenzgebiet zu Algerien abgeraten. Die Grenze zu Algerien ist geschlossen.

Westsahara: Das völkerrechtlich umstrittene Gebiet der Westsahara, erstreckt sich südlich der marokkanischen Stadt Tarfaya bis zur mauretanischen Grenze. Es wurde bis 1976 von Spanien verwaltet. Seither wird es sowohl von Marokko als auch von der Unabhängigkeitsbewegung Frente Polisario beansprucht. Die United Nations Mission for the Referendum in Western Sahara MINURSO überwacht den Waffenstillstand zwischen den beiden Parteien. Auf beiden Seiten der Demarkationslinie (Sandwall) sind diverse Minenfelder vorhanden. Das Risiko von Entführungen kann nicht ausgeschlossen werden. Siehe Fokus Entführungsrisiko in der Sahara und angrenzenden Gebieten.
Von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen in die Westsahara wird abgeraten. Falls Sie aus zwingenden Gründen dennoch in die Westsahara reisen müssen: Halten Sie sich ausschliesslich an die häufig befahrenen Strassen und informieren Sie sich bei den lokalen Behörden und/oder der Bevölkerung.

Kriminalität

Die Kleinkriminalität nimmt auch in den Touristenzentren zu. Vereinzelt sind auch Vergewaltigungen von Ausländerinnen und bewaffnete Überfälle gemeldet worden. Entreiss- und Trickdiebstähle sind oft auch durch kleinere Kinder und Jugendliche verübt.

Beachten Sie im ganzen Land unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck usw.), keinen Modeschmuck und nur wenig Geld auf sich.
  • Deponieren Sie Ihre Dokumente und Wertsachen im Hotelsafe; tragen Sie jedoch immer eine Fotokopie des Reisepasses oder der Identitätskarte auf sich (einschliesslich der Seite mit dem Einreisestempel)
  • Verzichten Sie auf nächtliche Spaziergänge.
  • Benutzen Sie vorzugsweise bewachte Campingplätze, wenn Sie mit Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs sind.
  • Frauen bewegen sich mit Vorteil in Gruppen und verhalten sich zurückhaltend. Meiden Sie wenig besuchte und isoliert gelegene Strände, Parks etc.
  • Setzen Sie Ihre Kreditkarte mit Vorsicht ein, denn Missbrauch kommt vor.

Verkehr und Infrastruktur

Die Nationalstrassen sind im Allgemeinen in gutem Zustand. Das hohe Verkehrsaufkommen, das undisziplinierte Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer, schlecht gewartete Fahrzeuge sowie streunende Tiere bilden jedoch ein erhebliches Unfallrisiko. Achten Sie bei lokalen Verkehrsmitteln auf den verkehrstüchtigen Zustand des Fahrzeuges (z.B. bei Überlandbussen und Mietautos). Lassen Sie grösste Aufmerksamkeit walten und verzichten Sie auf nächtliche Fahrten ausserhalb der Städte.

Fahrten in die Wüste abseits der asphaltierten Strassen sollten ausschliesslich in Gruppen von mehreren Geländefahrzeugen unternommen werden. Lassen Sie sich bei Touren jeder Art in abgelegenen Gebieten von ortskundigen und vertrauenswürdigen Reiseführern begleiten, also auch beim Biken, Wandern etc. Ein Navigationsgerät sowie ein ausreichender Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln, Treibstoff und Ersatzteilen sind überlebenswichtig.

Einreise mit einem Fahrzeug: Bei der Einreise wird das einzuführende Fahrzeug elektronisch erfasst und im Pass eingetragen. Es muss deshalb unbedingt von derselben Person wieder ausgeführt oder verzollt werden. Dies gilt auch, wenn es aufgrund eines irreparablen Schadens verschrottet werden muss. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise bei der marokkanischen Botschaft in Bern oder auf der Internetseite der Zollverwaltung über die genauen Bestimmungen.
Marokkanische Zollverwaltung

Besondere rechtliche Bestimmungen

Beleidigungen der Monarchie sowie des Staates  sind strafbar; dazu gehören auch Respektlosigkeit gegenüber der Nationalflagge und Geld. Ebenfalls verboten sind unter anderem aussereheliche und homosexuelle Beziehungen. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringen Mengen und bei jeder Art von Drogen hart bestraft mit bis zu 20 Jahren Gefängnis und hohen Bussen. Die Haftbedingungen sind prekär: überfüllte Zellen, mangelhafte Hygiene und medizinische Versorgung etc.

Kulturelle Besonderheiten

Marokko ist ein muslimisches Land, in dem ein moderater Islam praktiziert wird. Passen Sie Ihr Verhalten und Ihre Kleidung den lokalen Gepflogenheiten an, die je nach Region und Ort unterschiedlich sein können. Fotografieren Sie Personen nur mit deren Einverständnis. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen. Denken Sie daran, dass während des Ramadans und an religiösen Orten besondere Regeln und Vorschriften zu beachten sind.

Im Falle einer Heirat zwischen Ausländer/in und Marokkaner/in muslimischen Glaubens ist den islamischen Verhaltensregeln und den marokkanischen Gesetzen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

 

Naturbedingte Risiken

Starke Regenfälle können kleine Bergbäche und ausgetrocknete Flussbette in der Wüste innert kürzester Zeit in reissende Flüsse verwandeln. Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden.
meteomaroc

Medizinische Versorgung

Ausserhalb der grossen Städte ist die medizinische Versorgung nur beschränkt gewährleistet. Eigenes Verbandsmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen. Die Krankenhäuser verlangen eine finanzielle Garantie oder eine Vorschusszahlung, bevor sie Patienten behandeln.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 190 (Police nationale) und 177 (Gendarmerie royale)
Notruf Ambulanz und Feuerwehr: 150

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Rabat 
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.